Homecoming-Woche

Hey,

ich sitze gerade in Sport Medizin und wir haben „Freizeit“, weil alle Sophomores (10.Klaessler) heute den Pre-ACT (irgendein Pre-College Test, den Pre-SAT muss ich als Junior naechste Woche machen) haben und von unserer Klasse nicht mehr besonders viel uebrig ist.

Es ist Homecoming-Woche!

Konkret heisst das, dass der american school spirit mit grossem trara und nach Lust und Laune ausgelebt wird. Fuer diese Woche gibt es fuer jeden Tag einen „Dresscode“, den man natuerlich nicht verpflichtend befolgen muss, aber die Themen sind schon lustig. Montag war „alien“ das Thema, da hatte ich jetzt nicht so viel im Kleiderschrank zu, ein tuerkises Sweatshirt musste genuegen. Gestern war „Pun day“ (Pun bedeutet Wortspiel), das war sehr lustig. Ich habe schwarze Jeans, ein T-shirt mit einem  grossen gruenen „P“, meine Lederjacke und  ein schwarzes Haarband getragen; um ein Auge habe ich mit schwarzem Make-up einen grossen (Pandaaugenaehnlichen) Kreis gemalt. Na, welcher Pun ist das? …..Ich war eine „Black Eyed Pea“. Bree (die das selbe „Kostuem“ hatte) und ich fanden uns sehr genial (auch wenn die Idee von Instagram geklaut war, aber psssssssttt 🙂 ). Sonst habe ich einen „One Night Stand“ (Pappkarton als „Schulterposter mit Deko), mehrere „Holy Cows“, „Oh deers“ und weiteres gesehen. Viele Kostueme waren vielfach vertreten, was wol leider daran lag, dass wohl viele Leute die selbe Instagram-Seite aufgerufen hatten.

Heute ist „Alter ego day“, man soll sich also komplett anders als sonst kleiden. Brees Cousine Savannah tauscht zum Beispiel mit einer Freundin ihre Cheerleader-Uniform gegen deren Band-Kleidung. Mir ist fuer heute nichts wahnsinning kreatives eingefallen, deswegen habe ich mich einfach so wie immer angezogen. Donnerstag ist „Geek vs. Greek day, da will ich mich ganz „nerdig“ sein, also kein Make-up, Rattenschwaenze (zwei Pferdeschwaenze) und langweilige Klamotten. Freitag ist „spirit day“, da ziehen wir unsere Hockeyuniformen (nur das T-shirt, der Rock ist laut „Schuldresscode“ zu kurz) an und im 4th Block haben wir eine Pep Really, irgendeine Veranstaltung aller Sportteams der Schule. Keine Ahnung, was wir konkret machen werden, aber alles ist besser als in Geschichte zu sitzen.

In genau dem Fach habe ich heute auch einen Test, aber wir duerfen ja im Buch spicken, sollte also passen.

Weil es eine Hurrikan-Warnung fuer das Wochenende gibt, wurde das JV(Junior Varsity)-Footballspiel von morgen auf heute verlegt, morgen ist dann das Varsity-Homecomingspiel. Dort werden Homecomingking und -queen (Abschlussjahrgang) und die je 3 Homecomingprinces und -princesses „gekroent“. Zusaetzlich wird es bestimmt noch eine grosse Show geben, bin sehr gespannt darauf und werde natuerlich ausfuerhlichst darueber berichten :).

BIs bald,

Lilly

 

Tight!

Hey,

ich kann ganz stolz verkuenden, dass wir, das Hockeyteam, am Donnerstag unentschieden („tight“) gespielt haben. Aus gegebenen Anlass ( und weil diese Woche sonst nichts Spannendes passiert ist) heute etwas zu meinem neuen Lieblingssport.

Zuerst zur Ausruestung: Weil Hockey ein ziemlich koerperkontaktreicher und zudem mit dem harten Ball und den Schlaegern auch nicht ungefaehrlicher Sport ist, muessen wir Schutzkleidung tragen. Dazu gehoeren Schienbeinschoner, eine Maske fuer die Augen und ein wunderhuebscher Mundschutz. Meiner ist lila (Schulfarbe). Sprechen ist mit den Dingern generell schwer, was die Kommunikation am Spielfeld nicht unbedingt erleichtert. Mit dem ganzen Zeug schauen wir ein bisschen wie eine Mischung aus Taucher und Krieger aus. Um diesen Eindruck wohl zu verhindern, tragen wir ein schwarzes Trikot-Top mit Nummer auf dem Ruecken (ich bin die 3) und einen Rock, ein bisschen wie Tennismaedels.

Wie wird gespielt? Der Ball wird mit dem „Stick“ (Schlaeger) bewegt. Es gibt drei Moeglichkeiten dafuer. Wichtig ist generell, dass er nur mit der flachen Innenseite des Sticks beruehrt wird, nicht mit der runderen Aussenseite, das waere ein Foul. Einmal Push-passes, der Ball wird mit viel Kraft „angeschubst“. Das wird am haeufigsten benutzt, da man dafuer wenig Platz braucht. Fuer die anderen beiden Moeglichkeiten habe ich leider die Namen vergessen. Nummer zwei ist wie die Bewegung, die Golfer machen, wobei man den Stick jedoch nur so hoch schwingen darf, wenn kein anderer Spieler in der Naehe ist, das ware sonst zu gefaehrlich.  Nummer drei, mein persoenlicher Favorit: Der Stick wird gedreht, sodass, die flache Seite nach oben und nicht zur Seite zeigt, der Spieler geht in die Knie und spielt den Ball so wie eine Sense Gras schneidet. Sieht extrem cool aus, wenn mans draufhat, erfordert also leider etwas Uebung.

Abgesehen von der Art, den Spielball zu transportiern, kann man Hockey durchaus mit Fussball vergleichen. Es gibt zwei Tore(natuerlich vergleichsweise kleiner), zwei Mannschaften, jeweils Mittelfeld, Angriff und Abwehr. Ich spiele generell hauptsaechlich Abwehr, meistens in der Mitte. Rechts und links von mir sind noch zwei Spieler und gluecklicherweise auch hinter mir. Wenn ich also mal einen Zweikampf verliere, habe ich immer noch ein Back-up. Ab und dann mal werde ich im Trainingsspiel auch in den Angriff gestellt, fuehle mich da aber nicht so wohl.

Die Regeln: Am wichtigsten: Der Ball darf die Fuesse nicht beruehren. Hoert sich simpel an, Beine, Stick und Ball auf einmal zu koordinieren ist aber ziemlich schwer. Beruehrt er die Fuesse im Feld, gibts ein Foul, passiert das im Kreis vor dem Tor, gibts eine Ecke fuer die anderen. Dann stelle ich mich mit drei anderen Spielern und dem Torwart ins Tor. Sobald der Ball geschlagen wurde, muss ich als „Flyer“ so schnell wie moeglich aus dem Tor „fliegen“ und versuchen, an den Ball zu kommen. Beruehrt er meine Fuesse, gibts eine neue Ecke. Weil das mit dem Rennen (fliegen hoert sich irgendwie einfacher an) auf Dauer extrem anstrengend wird, passe ich also besser auf, dass mir meine Fuesse nicht in die Quere kommen. Es gibt noch viel mehr Regeln, aber so richtig blicke ich leider selbst noch nicht durch, wenn der Schiri seine Zeichen macht.

Montag und Mittwoch haben wir unsere naechsten Spiele. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir noch eines gewinnen werden. Mit den Hockeypielen und meinem Watergirl-job am Donnerstag und Freitag bin ich naechste Woche also ziemlich gut ausgelastet. Dann habe ich am Dienstag noch einen Test (wie eine Schulaufgabe oder Kurzarbeit) in Sportmedizin, auf den ich aber nicht so viel lernen werde, weil meine Noten ja hier sowieso nicht zaehlen.

So jetzt ist es elf in den USA, ich muss echt ins Bett.

Bis bald,

Lilly

 

 

high School

Hey,

Puh, Die erste Schulwoche ist geschafft. Ein bisschen fies,wenn man bedenkt,dass es in Bayern erst in 10 Tagen losgeht. Aber immerhin haben wir das Labor day Wochenende,das wir am Strand zelebrieren werden. Ich sitze gerade im Auto und schreibe am Blog (ein Buch hab ich schon durch und das Zweite muss ich aufheben, sonst habe ich für Strand und Rückfahrt nichts mehr?).
Aber zurück zur Schule. Der Hauptunterschied zum deutschen Schulsystem besteht darin, dass ich hier statt 15 Fächern vier habe. Chemie,Sport Medizin, Computer Program und amerikanische Geschichte. Dafür, dass es so wenig Fächern sind, habe ich sie jeden Tag und zwar Doppelstunden (die mir manchmal seeeeeeehr lang vorzukommen scheinen).
Mein Tag beginnt mit Chemie: eigentlich war der Plan, einen Kurs zu nehmen,der organische Chemie in dem Semester durchnimmt, hat aber leider nicht geklappt, ich sitze jetzt im Grundkurs und lerne das,was ich in Deutschland vor zwei Jahren in Chemie gelernt habe. Ist aber nicht so schlimm, weil die Lehrerin (fast ;)) so toll erklären kann wie meine deutsche und der Unterricht echt Spaß macht. Außerdem ist ein total nettes Mädchen aus dem Hockeyteam in dem Kurs,mit der ich quatschen kann (nicht dass wir dafür viel Zeit hätten). Und zu einfach ist es allein schon wegen der englischen Sprache nicht.
Zweiter „Block“ : Sport Medizin. Das habe ich gewählt, weil ich in Deutschland Schulsani bin und auch selbst viel Sport treibe. Es ist ein echt interessanter Kurs, gestern haben wir die 5 Arten von Knochen und die Namen derer im Körper (mein persönlicher Favorit:Patella, das klingt wie Umbrella,Regenschirm) kennengelernt. Besonders in dem Kurs bereitet mir das Englisch jetzt am Anfang einige Schwierigkeiten, aber wenn ich weiter fleißig die Wörter zu Hause nachschlage, sollte das bald besser werden.
Danach gibt’s Mittagessen. Zum Glück habe ich mit Bree (meiner Gastschwester) lunch, sitze also mit ihr und ihren Freunden zusammen in der lauten,vollen Cafeteria.Jeden Abend bereite ich das Essen für den nächsten Tag vor (susskartoffelpommes,Omelette, Wrap, gefüllte Avocado….) und freue mich,wenn ich es mittags aus meiner lunchbag zaubern kann.
Gut gestärkt geht’s dann zum Computer program Kurs. Ich beginne langsam,die Kurswahl zu bereuen, weil Informatik auch in Deutschland jetzt nicht unbedingt mein Lieblingsfach ist, aber es ist zu spät, um zu wechseln und ich brauche das Wissen back in Germany. Vor meiner Abreise habe ich nämlich mit meiner Informatiklehrerin geredet und sie meinte, dass es schwierig ist, sich Java selbst beizubringen. Damit ich das nicht verpasse und dann in Deutschland in Info Probleme kriege,hab ich den Kurs genommen und ziehe das jetzt auch durch.
Endspurt des (schul-)tages: amerikanische Geschichte. Ist genauso, wie es sich anhört: nicht unbedingt spannend, muss ich aber als Austauschschüler nehmen. Dort lerne ich über alles, was in Amerika in Der Zeit zwischen der Entdeckung des Landes 1492 und dem amerikanischen Bürgerkrieg passiert ist. Der Lehrer hat schon angekündigt, dass wir am Ende des Semesters einen fünfseitigen Aufsatz schreiben dürfen/sollen/müssen. Klingt nach Spaß.
Nach Geschichte habe ich hockeytraining am Footballfeld der Midddleschool nebenan. Das ist der beste Teil des Tages für mich:abschalten,auspowern.
Zu Hause muss ich dann meine amerikanischen (die werden hier oft benotet, muss mir also Mühe geben) und meine deutschen Hausaufgaben ( mir den Stoff für Mathe,Chemie,Bio,Physik und französisch in Deutschland beibringen) machen. Zum prokrastinieren zwischendurch eignet sich das Lunchbox-vorbereiten, backen und Abendessen sehr gut.
Tja, und dann ist der Tag auch schon rum. Das ist mein wahnsinnig spannender Tagesablauf hier.

Jetzt sind wir am Strand agekommen. Ich sitze gerade auf der Terasse des Wohnmobils, vielleicht hüpfe ich später mal ins Meer, das liegt ja quasi vor der Haustür.

Bis bald,

Lilly
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