🎵“Let them know it’s Christmas coming…..“🎵

Hey,
gestern war die Weihnachtsfeier meines Hockey-Teams und bei der Gelegenheit will ich gleich mal ein bisschen ueber Weihnachten hier in den USA plappern berichten.

Aber erst mal zur Party: Auch wenn die Saison ja eigentlich schon vorbei ist, fand ich es generell eine schoene Idee, noch einmal zusammen zu kommen, vor allem weil das fuer mich wahrscheinlich die letzte Gelegenheit war, Zeit mit dem gesamten Team zusammenzu verbringen. Eigentlich wollte ich meine Cookie Dough Sandwiches backen, habe aber leider mit Cheerleading und dem Konzert nicht wirklich die Zeit dafuer finden koennen. Und deutsche Gummibaerchen (noch aus deinem letzten Paket, Schwesterherz) sind ein wuerdiger Ersatz. Ausserdem gab es ja auch so genug zu essen: Chicken Wings, Chips, Gemuesesticks mit Dip, Cupcakes, Obstsalat,…
Passend zur „fuenften Jahreszeit“ war jeder mit Weihnachtspullovern, -socken, -leggins und -haarreifen weihnachtlich gekleidet.
Uns wurde vor der Party gesagt, ein „lustiges“ Geschenk fuer „White Elephant“ mitzubringen. Ich war verwirrt. Was hat ein weisser Elefant mit komischen Praesenten zu tun? „White Elephant“ ist, wie ich dann rausgefunden habe, eine etwas andere Art des Wichtelns: Man zieht nicht-so wie ich es vohrer kannte- einen Namen und besorgt dann fuer denjenigen ein Geschenk, sondern zieht auf der Party eine Nummer. In der Reihenfolge der Nummern (Nummer eins zuerst, dann Nummer 2….) duerfen die Gaeste sich eines aussuchen. Der Clou dabei: Anstelle eines neuen Geschenks kann man auch stattdessen das eines anderen „stehlen“ 😛 . Um zu vermeiden, dass eines dabei immer im Kreis umhergereicht wird, darf jedes Geschenk nur zwei mal insgesamt gstohlen werden. Ich war mir ueber das „lustige“ am Geschenk unsicher, weswegen ich mit einer Geschenktasche aus Handcreme, Bodylotion und Lippenbalsam von eos lieber auf Nummer sicher ging. Andere waren kreativer: Einen kleinen Mini-Hockey-Schlaeger, „Reentier-Furze“ (Zuckerwatte) , extra haessliche Autositz-Bezuege, flauschige Decken und…Hockeysocken (Sportsocken mit Hockey-Schlaeger-motiv) und ein Sport-haarband. Das war DAS Gesschenk des Abends. Ich hatte mega Glueck und hatte die hoechste Nummer gezogen, durfte also als allerletzte auswaehlen. Die Socken waren zuvor schon einmal geklaut worden, aber man darf ja zweimal :P, hehe. Ich habe mich sehr darueber gefreut. Einerseits, weil das Geschenk von Emilee war (mit ihr habe ich ja zusammen Hockey gespielt), andererseits, weil das einfach ein schoenes „Souvenir“ ist.

Aber jetzt zur amerkanischen Adventszeit: Wann die genau beginnt, ist stark umstritten ;). Fuer Bree faengt alles nach Halloween an, fuer mich aber immer noch mit dem 1. Advent. A propros: Adventskraenze sind leider nicht so populaer, dafuer die Weihnachtsdeko und -beleuchtung umso mehr. In unserer Einfahrt haben wir drei (geschaetzt) 3, 2 und 1 m grosse, mit Luft gefuellte Figuren stehen: Einen Schneemann, einen Penguin und Olaf, den Schneemann aus Frozen-die Eiskoenigin (dass meine Familie den Film mag, hatte ich schon erwaehnt, oder 😛 ?). Zusaetzlich ist das ganze Haus mit froehlich-bunten Lichterketten behaengt, die natuerlich nur an sind, wenn es dunkel ist(was ja bloederweise immer laenger der Fall ist :'(.) Den Weihnachtsbaum im Wohnzimmer haben wir vor zwei Wochen „aufgestellt“. Leider ist es kein echter Baum, aber so konnten wir ihn schon Anfang Dezember benutzen und auch mehr Christbaumanhaenger anhaengen, als jeder echter Baum der gleichen Groesse ausgehalten haette.
Seit Anfang November habe ich Brees Weihnachtsmusik „ueber mich ergehen lassen muessen“, mittlerweise bin ich textsicher ;).

Jetzt sitze ich gerade mit ihr im Wohnzimmer und wir schauen einen Weihnachtsfilm ueber einen gruenen Troll, der sich in ein Maedchenmaedchen verliebt, aber „die Boesen“ wollen das irgendwie verhindern… ich blicke nicht durch…

Bis bald,
Lilly

End of the season

Hey,
Heute ist ein wunderschoener Herbsttag.
Ich sitze mal wieder am Rande eines Fussballfeldes, aber nicht dort, wo Bree normalerweise ihre Spiele hat, sondern an einem in den Bergen. Grillen zirpen, ich hoere noch einige Voegel zwitschern, die Sonne scheint, es weht ein angenehmes Lueftchen und von der Erhoehung,auf der ich sitze, hat man einen tollen Blick auf den sich gelblich faerbenden Wald.
Ich bin jetzt seit zwei Monaten hier. Auch wenn ich meine Familie, vor allem mein Schwesterherz  und Flo vermisse, habe mich sehr gut eingelebt,einen neuen Alltag gefunden: Meine ‚baking tuesdays‘ (bree und carson haben fussballtraining, also backe ich bei meiner Tante mit Bea und Madison, Brees cousine), Footballspiele donnerstags und freitags, Brees und Carsons Fussballspiele am Wochenende. Meine deutschen hausaufgaben mache ich jetzt waehrend des Unterrichts (wenn ich mit den „Assignments“ frueher fertig bin) und habe jeden Nachmittag Hockeytraining.

Naechste Woche wird die letzte in der Saison sein. Ich bin sehr traurig darueber, denn der Sport und vor allem das Team sind mir echt ans Herz gewachsen. Naechstes Wochenende haben wir noch ein Tunier und eine Abschlussfeier.

Aber direkt im Anschluss daran sind naechste Woche Montag und Dienstag die Cheer-Tryouts. Ich war ja letzte Woche etwas unentschieden bezueglich Cheer oder Track…Der Plan ist jetzt, dass ich, wenn ich es (hoffentlich) ins Team geschafft habe-nach beidseitiger Absprache mit den Coaches- parallel Track mache. Je nachdem in welches Cheer-Team ich es schaffe (das Juniorenteam hat frueher Training als das Varsity-Tram), kann ich dann eventuell einmal die Woche nicht zum Track-Training gehen. Wie ich das jetzt so aufschreibe, faellt mir auf, dass sich das zwar ziemlich durchoptimiert anhoert, es sich aber, wenn es klappt, wahrscheinlich manchmal Ueberschneidungen ergeben werden. Zusaetzlich zum Training haette ich ja auch noch Spiele oder Wettkaempfe. Zudem beeinhaltet der Masterplan eine Menge „wenns“, ich sollte mir also keine zu grossen Hoffnungen machen, aber man soll ja nie aufhoeren zu traeumen. Ich gehe jetzt erstmal zu den Cheer-Tryouts und wenn ich es nicht schaffe, hat sich das Problem sowieso geloest.
Abgesehen von dem Fussbalspiel heute hatte ich ein sehr entspanntes Wochenende.Gestern war ein typischer „Bummeln-und-Erledigen-Tag“, wie mein Vater ihn nennen wuerde. Ich habe sehr viel an (deutschen) Hausaufgaben geschafft, nebenbei aber auch genug Zeit zum Geige spielen, Laufen gehen und Lesen gefunden.

Fuer Geschichte muss ich einen 5-seitigen Aufsatz ueber meine Familiengeschichte schreiben. Alternativthema war „Was ist deiner Meinung nach das wichtigste Ereignis/die wichtigste Person in der amerikanischen Geschichte?“ – da nehme ich dann doch lieber die Familiengeschichte. Vor allem weil sich meine gerade erst 94 gewordene Tante und ihr Leben vor dem historischen Hintergrund der Weimarer Republik, dem dritten Reich, dem 2.Weltkrieg, der Nachkriegszeit, dem Mauerbau und dem geteilten Deutschland nun wirklich anbieten. Sie selbst hat zwei lange Aufsaetze darueber verfasst und im Geschichtsunterricht haben wir oben genannte Themen bereits behandelt, das ist mir eine sehr grosse Hilfe. Zusaetzlich moechte ich auch ihre Anhnenforschung erwaehnen. Es macht mir unerwartet viel Spass, durch all die alten Dokumente zu stoebern und so mehr ueber meine Urururgrosseltern und weitere interessante Persoenlichkeiten zu erfahren. Einer hatte 17 Kinder, ein anderer beherbergte Goethe fuer eine Nacht und wieder ein anderer war ein echter Pechvogel: Seine erste Frau starb kurz nach der Geburt des ersten Kindes, die Schwiegereltern wenig spaeter, seine zweite Frau wurde nervenkrank, die Franzosen pluenderten 1806 auf seinem Hof, bei einem Unwetter brannte ein Wirtschaftsgebaeaude ab, er starb arm und verbittert. Es sind also sehr interessante Schicksale dabei. Ich bin dankbar, dass meine Tante dass alles zusammengeschrieben hat. Zurueck zu meinem Meisterwerk: Die Gliederung und eineinhalb Seiten sind schon geschafft, aber ich habe ja auch noch drei Wochen Zeit.

So, jetzt sind wir nach zweistuendiger Heimfahrt angekommen (ich habe den Text oben auf meinem Handy am Fussballfeld getippt). Mein Gastvater steht in der Kueche und backt Triple Chocolate Chip Cookies fuer mich – er hatte eine Wette verloren: Haeagen Dasz ist KEINE daenische Firma, sonder eine amerikanische ; ). Ich mache mich dann mal an meinen Aufsatz.
Bis bald,
Lilly

Cheer or Track?

Hey,

ich sitze in Computer Program und bin mal wieder fertig mit meinen Aufgaben.

Die Hockey Saison (by the way, wir haben uns gestern mit 4:2 meiner Meinung nach wacker geschlagen) endet leider (*schnueff schnueff*) in wenigen Wochen und ich bin auf der Suche nach einem neuen Sport.

[ Kurze „Warnung“:Dieser Eintrag wird etwas Tagebuch-maessig, es ist mehr eine Entscheidungshilfe fuer mich selbst, meine Gedanken mal schriftlich zu ordenen]

Bald sind die sogenannten Tryouts, wo man sich fuer den jewiligen Sport „qualifizieren“ muss und dann entweder ins JV (Juniorenteam) oder in das „bessere“ Team kommt (Dieses System gibt es hier bei praktisch jedem Schulsport, weil es aber das erste Jahr ist, dass es Hockey hier an der Schule gibt, haben sie nur ein Team erstellt)

Leider kann ich nur zu einem der Tryouts gehen, entweder oder.                                           Cheer or Track, das ist nun die Frage.

Anfangs war ich Feuer und Flamme, Cheerleading zu machen, es vereint zwei meiner Lieblingssportarten: Tanzen und Turnen. Ich wollte eigentlich ja auch ins Football-Cheer-Team, aber die Tryouts waeren im Juli gewesen und da war ich noch in Deutschland. Nicht schlimm, dachte ich mir, dann feuer ich halt Basketballspieler an.

Das Ding ist aber (Jetzt sag ich das auch schon andauernd, Hannah 😉 ), dass mir jeder hier erzaehlt hat, dass die Basketball-Cheeleader  abgesehen von einer kleinen Show bei Halbzeit nicht besonders viel Tanzen oder Stunten, weil auf dem Basketballfeld kein Platz dafuer sei. Den Grossteil der Zeit sitzen sie also auf der Tribuene,“singen“ ihre Chants und klatschen. *hrmpf* Das ist nicht ganz das, was ich eigentlich will. Heute Nachmittag ist ein Meeting, da werde ich hoffentlich mehr Informationen bekommen.

Manchmal,wenn das Hockeytraining ausfaellt, gehe ich hier in der Nachbarschaft laufen, das spricht also fuer Track. Abgesehen davon habe ich aber noch nie Leichtathletik als Sport gemacht,war aber ziemlich gut, als wir in (Schul-)sport in Deutschland sprinten mussten. Ausserdem meinte meine Mutter mal, sie koennte sich vorstellen, dass ich gut Mittelstrecke laufen koennte. Sie hat das frueher selbst gemacht, muss es also wissen.

Tracktraining waere  wahrscheinlich jeden Tag. Cheerleading nehme ich mal an, nur zwei mal woechentlich (zumindest war das beim Football-Cheer-Team so), was mir persoenlich zu wenig waere.

Das Beste an Track waere aber, dass ich mit Emily zusammen Zeit verbringen koennte, da sie gesagt hat, dass sie auf jeden Fall ins Team moechte. Wir sehen uns nur in Chemie und beim Hockeytraining (aber die Saison endet ja bald) und am Wochenende bin ich auch sehr oft verplant.

Einen Nachteil sehe ich aber in Track: Das Training wird draussen sein und friere sehr schnell. Bree macht sich immer darueber lustig, dass es doch in Deutschland viel kaelter als hier sei, eigentlich sollte mir also warm sein, ist es aber nicht.  Cheertraining waere drinnen in der Turnhalle, das waere ein Pluspunkt dafuer,

Hm, schwere Entscheidung. Und ich darf wie gesagt nur zu einem der Tryouts gehen. Ich werde jetzt dann erstmal schauen, was wir beim Cheer-Meeting so erzaehlt bekommen, tendiere aber (das ist mir im Nachhinein beim Korrekturlesen aufgefallen) generell zu Track.

Zu dem Footballspiel sind wir gestern uebrigens nicht gegangen, das waere zu spaet geworden, meinten meine Gasteltern. Sie haben aber versprochen, dass wir das nachholen werden. Wir haben das Spiel dann im Fernsehen gegeuckt, die Panthers haben verloren 🙁 .

So, in drei Minuten gongt es und ich muss zu Geschichte, also

Bis bald,

Lilly

Backen auf amerikanisch

Hey,

ich kann es selbst noch kaum glauben, aber unser Hockeyteam hat gestern tatsaechlich 3:1 gegen irgendeine katholische Schule in South Carolina gewonnen 🙂 ! Wir waren alle maechtig stolz und haben uns super gefreut.

Tja, ich habe dem Team versprochen, Cookie Dough Sandwiches (zwei Chocolate chip cookies mit eifreiem Keksteig als „Fuellung“…mmmmmmm) zu backen, wenn wir gewinnen. Morgen haben wir nur bis 12 Schule und kein Training, ich werde also genug Zeit dafuer haben. Backen in den USA ist fuer mich unerwarteterweise anders als in Deutschland. Ich kann nicht einfach drauflosbacken, muss mir vorher ueberlegen, was und fuer wen. Meine Gastfamilie mag zum Beispiel keine Nuesse und Emily hat Laktoseintoleranz. Und dann muss natuerlich noch alles Benoetigte im Haus sein. Butter fehlt mir manchmal. Alles nicht so einfach 🙂 .

Dann kann’s losgehen: Der Ofen muss vorgeheizt (das dauert so 10 Minuten, bis er warm ist, natuerlich ist die Temperatur in Fahrenheit angegeben) und die Zutaten abgemessen werden. Dafuer nimmt man hier keine Waage, sondern ganz einfach einen Messbecher, die „Einheit“ ist dann nicht gramm, sondern „Cup“. Also 2 cups Mehl, 5/4 cups Zucker und so weiter. Das war am Anfang ein bisschen verwirrend fuer mich, weil ich meine deutschen Gramm-Rezepte nicht verwenden kann. Natuerlich haette ich umrechnen koennen, war aber zu faul dafuer. Habe also fleissig im Netz gestoebert (wir haben unsere Laptops in der Schule ja eigentlich fuer Recherchezwecke, aber wenn ich doch fruher fertig sein sollte…in Geschichte habe ich Unmengen an Zeit) und ganz viele amerikanische Rezepte gefunden. Scones, Pies, Muffins, Cupcakes, Candy Bars und natuerlich: Cookies. Oben erwaehnte Cookie Dough Sandwiches habe ich fuer Beas Geburtstagsparty schon ausprobiert und nur positive Kritik bekommen. Meinem Hockeyteam sollten sie also auch schmecken.

Ach so, hier noch die Aufloesung fuer den superschlauen Computer Program-Spruch: 10 ist uebersetzt 2 in Binary. Das wars eigentlich auch schon. Ohne diese Zusatzinfo ist man leicht verwirrt. 10 Arten und danach werden nur 2 erwaehnt? Aber 10 ist ja 2!Egal, irgendwie kam mir das alles am Mittwoch um einiges brillianter vor, koennte am Gluecksrausch liegen, weil ich endlich mal irgendetwas (neuer Stoff, nicht binary, der spruch stand bloss irgendwo im Buch, ich war fertig und habe ihn entdeckt) in diesem Kurs verstanden habe.

Naechstes Wochenende ist Homecoming, werde langsam ein bisschen aufgeregt. Aber um Kleid und Schuhe brauche ich mir immerhin keine Sorgen zu machen, das habe ich ja schon. Bea hat von gestern auf heute bei mir uebernachtet (sleep-over heisst das hier) und ich habe ihr ein voll huebsches, dunkelblaues Kleid in A-Linie mit Bluemchen-Spitzenmuster am Ruecken von mir dafuer geliehen, steht ihr (fast 😉 ) besser als mir. Ich freue mich auf jeden Fall auf den Ball, das wird bestimmt eines der Highlights meiner „Highschoolkarriere“. Sollte aber auch nicht zu viel erwarten, mir wurde oft erzaehlt, dass der Abschlussball eigentlich viel toller sein soll.

Bis bald,

Lilly

Meine Woche (spezifischer geht der Titel nicht)

Hey,

Weil meine Gasteltern und meine Tante in Las Vegas (mein Gastvater hat da einen Geschaeftstermin und sie gehen auf ein Celine Dion Konzert) sind, wohne ich dieses Wochenende bei meinem Onkel, Bea und meinen Cousinen. Der arme Carson (mein Gastbruder)- von Maedchen umzingelt ;).

Gestern war wie jeden Freitag das Varsity Footballspiel (JV, das Juniorenteam spielt donnerstags) und als Watergirl war ich natuerlich dabei. Leider haben die Pirates verloren, haetten die drei Touchdowns jedoch gezaehlt, dann haetten wir gewonnen. Na gut, so ist es halt.

Aufregend war es aber auf jeden Fall, vor allem weil dieses Spiel das Homecoming-Spiel der Gegner war. Es gab also ein grosses (noch groesser als sonst) Trallala mit einer Show in der Halbzeitpause.

So ganz verstehe ich den Hintergrund vor Homecoming noch nicht. Als ich Bree (meine Gastschwester) gestern gefragt habe, ob das einfach eine Party um der Party (und Football natuerlich) willen ist, hat sie gesagt, das treffe es ganz gut. Unser Homecoming ist uebernaechstes Wochenende.Ein Kleid habe ich auch schon, Bree hat mir das gegeben, das sie mal zur Bar Mitzvah einer Freundin anhatte. Es ist aus schwarzem Stretch-Stoff und assymetrisch geschnitten. Jetzt muss ich nur noch Schuhe dafuer finden. Ich gehe heute noch mit einem Maedchen aus dem Hockeyteam (Emily) shoppen, vielleicht finde ich da ja was.

[Schreibunterbrechung (gibt es das Wort ueberhaupt?)]

Bin zurueck und habe sehr suesse, schlichte schwarze Ballerinas gefunden 😉

Abgesehen vom Kleid habe ich keine Ahnung wie Homecoming (der Dance, nicht das Spiel, da bin ich ja watergirl) ablaufen wird. Es wird auf jeden Fall eine american experience fuer mich.

Was sonst noch so passiert ist: Habe ich nicht im letzten Beitrag erwaehnt, dass ich hoffe, noch ein Hockeyspiel zu gewinnen? Na ja, wir haben letztes Woche 4:0 und 5:0 verloren. Kein Kommentar mehr. (Aber der Wille zum Sieg war da!)

Bea hat morgen Geburtstag, ich habe mit Emily eine deutsche Kaese-Sahne-Torte (so deutsch wie es ohne Quark und Vanillezucker eben geht) gebacken und ihr deutsche Suessigkeiten wie Haribo, Milka und Kinderschokolade gekauft. Hoffentlich freut sie sich darueber.

Ansonsten habe ich heute morgen mal wieder mit meiner Familie geskypt. Es war schoen, sie mal wieder zu sehen und zu hoeren. Mit dem Zeitunterschied ist das ja nicht so einfach. Wenn ich unter der Woche um halb sechs von Schule und Hockey heimkomme, ist es halb zwoelf in Deutschland und (fast-mein Vater ist ein Nachtmensch) ganz Deutschland schlaeft schon. Deswegen bleiben eigentlich nur die Wochenendvormittage zum skypen. Wenn ich nicht bei einem Fussballspiel bin. Wenn ich nicht shoppen bin. Wenn ich eben mal zuhause bin :).

So, mehr interessantes gibt es von meiner Woche wirklich nicht zu berichten und laenger kann ich mich jetzt auch nicht mehr vor dem ins Bett gehen druecken (prokrastinieren in Klugscheissersprache).

Bis bald,

Lilly

Tight!

Hey,

ich kann ganz stolz verkuenden, dass wir, das Hockeyteam, am Donnerstag unentschieden („tight“) gespielt haben. Aus gegebenen Anlass ( und weil diese Woche sonst nichts Spannendes passiert ist) heute etwas zu meinem neuen Lieblingssport.

Zuerst zur Ausruestung: Weil Hockey ein ziemlich koerperkontaktreicher und zudem mit dem harten Ball und den Schlaegern auch nicht ungefaehrlicher Sport ist, muessen wir Schutzkleidung tragen. Dazu gehoeren Schienbeinschoner, eine Maske fuer die Augen und ein wunderhuebscher Mundschutz. Meiner ist lila (Schulfarbe). Sprechen ist mit den Dingern generell schwer, was die Kommunikation am Spielfeld nicht unbedingt erleichtert. Mit dem ganzen Zeug schauen wir ein bisschen wie eine Mischung aus Taucher und Krieger aus. Um diesen Eindruck wohl zu verhindern, tragen wir ein schwarzes Trikot-Top mit Nummer auf dem Ruecken (ich bin die 3) und einen Rock, ein bisschen wie Tennismaedels.

Wie wird gespielt? Der Ball wird mit dem „Stick“ (Schlaeger) bewegt. Es gibt drei Moeglichkeiten dafuer. Wichtig ist generell, dass er nur mit der flachen Innenseite des Sticks beruehrt wird, nicht mit der runderen Aussenseite, das waere ein Foul. Einmal Push-passes, der Ball wird mit viel Kraft „angeschubst“. Das wird am haeufigsten benutzt, da man dafuer wenig Platz braucht. Fuer die anderen beiden Moeglichkeiten habe ich leider die Namen vergessen. Nummer zwei ist wie die Bewegung, die Golfer machen, wobei man den Stick jedoch nur so hoch schwingen darf, wenn kein anderer Spieler in der Naehe ist, das ware sonst zu gefaehrlich.  Nummer drei, mein persoenlicher Favorit: Der Stick wird gedreht, sodass, die flache Seite nach oben und nicht zur Seite zeigt, der Spieler geht in die Knie und spielt den Ball so wie eine Sense Gras schneidet. Sieht extrem cool aus, wenn mans draufhat, erfordert also leider etwas Uebung.

Abgesehen von der Art, den Spielball zu transportiern, kann man Hockey durchaus mit Fussball vergleichen. Es gibt zwei Tore(natuerlich vergleichsweise kleiner), zwei Mannschaften, jeweils Mittelfeld, Angriff und Abwehr. Ich spiele generell hauptsaechlich Abwehr, meistens in der Mitte. Rechts und links von mir sind noch zwei Spieler und gluecklicherweise auch hinter mir. Wenn ich also mal einen Zweikampf verliere, habe ich immer noch ein Back-up. Ab und dann mal werde ich im Trainingsspiel auch in den Angriff gestellt, fuehle mich da aber nicht so wohl.

Die Regeln: Am wichtigsten: Der Ball darf die Fuesse nicht beruehren. Hoert sich simpel an, Beine, Stick und Ball auf einmal zu koordinieren ist aber ziemlich schwer. Beruehrt er die Fuesse im Feld, gibts ein Foul, passiert das im Kreis vor dem Tor, gibts eine Ecke fuer die anderen. Dann stelle ich mich mit drei anderen Spielern und dem Torwart ins Tor. Sobald der Ball geschlagen wurde, muss ich als „Flyer“ so schnell wie moeglich aus dem Tor „fliegen“ und versuchen, an den Ball zu kommen. Beruehrt er meine Fuesse, gibts eine neue Ecke. Weil das mit dem Rennen (fliegen hoert sich irgendwie einfacher an) auf Dauer extrem anstrengend wird, passe ich also besser auf, dass mir meine Fuesse nicht in die Quere kommen. Es gibt noch viel mehr Regeln, aber so richtig blicke ich leider selbst noch nicht durch, wenn der Schiri seine Zeichen macht.

Montag und Mittwoch haben wir unsere naechsten Spiele. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir noch eines gewinnen werden. Mit den Hockeypielen und meinem Watergirl-job am Donnerstag und Freitag bin ich naechste Woche also ziemlich gut ausgelastet. Dann habe ich am Dienstag noch einen Test (wie eine Schulaufgabe oder Kurzarbeit) in Sportmedizin, auf den ich aber nicht so viel lernen werde, weil meine Noten ja hier sowieso nicht zaehlen.

So jetzt ist es elf in den USA, ich muss echt ins Bett.

Bis bald,

Lilly

 

 

Aus dem Leben eines Watergirls

Hey,

gestern Abend war, wie jeden Freitag, ein Footballspiel von der High School hier. Leider haben die Pirates (das Team unserer Schule) verloren, das tut aber nicht so viel zur Sache, weil es bei dieser Freitagabendveranstaltung nicht NUR um das eine geht. Im Vordergrund steht viel mehr der School spirit. Und der wird hier mit Band, Cheerleadern und Fahnenschwingern  gross geschrieben.

Meine Rolle in dem ganzen Trubel? Ich habe in einem frueheren Beitrag schon erwaehnt, dass ich mit Bea zusammen Water girl bin. Das heisst, wir sorgen dafuer, dass die (gefuehlt tausend, schaetze aber es sind so 30-40) Wasserflaschen der Footballspieler immer schoen gefuellt sind. Der Job an sich ist jetzt nicht unbedingt spannend, aber Teil des Geschehens am Spielfeldrand zu sein ist schon aufregend. Ausserdem muss ich als „Teammitglied“ keine 6 Dollar Eintritt bezahlen.

Ich stehe also mit Bea am Spielfeldrand, quatsche mit ihr (da ist es manchmal schon cool, dass sonst keiner hier deutsch kann 😉 )und immer, wenn ein Time-Out ist, rennen wir aufs Feld, um den Spielern „das Wasser zu reichen“ 🙂 . Hinter uns machen die Cheerleader ihre Show. Die Stunts sind echt cool und ich bewundere die Faehigkeit, so lange so laute zu schreien/ jubeln. Manchmal tanzen sie auch zu dem, was die Band (ca 300 Leute, Blasorchester, die sind richtig gut) spielt. Auch noch mittendrin: Die Fahnenschwinger. Eine Gruppe von ca 15 Leuten, die blaue, lebensgrosse Fahnen durch die Luft wirbeln. Schaut einfach aus, aber ein Maedchen aus der Gruppe war (sie hat Kurs gewechselt) mit mir ihn Geschichte und sie erzaehlte mir, dass das sehr anstrengend ist. Die haben sogar zwei mal woechentlich Training dafuer. Auf der Tribuene sitzen Eltern, Lehrer,die Band, Girlfriends der Spieler und fuer die Schueler gibt es extra eine Student Section.

Abgesehen davon war gestern aber auch insofern ein aufregender Tag, als dass ich drei Tests geschrieben habe und ein Hockeyspiel  hatte.

Der Chemie-Test war realtiv einfach (ich hatte den Stoff halt schon in Deutschland), aber auch nicht geschenkt. Der Computer Program Test verdient den Namen eigentlich nicht, weil wir ihn in Gruppen und mit Hilfe unserer Notizen bearbeiten durften. Auch Geschichte war ein open book test, ansonsten waere ich aber auch aufgeschmissen gewesen. Da werde ich fuer die naechsten Tests wohl oder uebel einen zweiten Blick in meine Notizen werfen muessen. Generell habe ich mir aber vorgenommen, die Schule hier schon ernst zu nehmen, aber nicht zu ernst, denn wie der Ami so schoen sagt: You won’t get credit for this anyway– meine Noten hier zaehlen back in Germany eh nicht. Also konzentriere ich mich lieber darauf, mit dem deutschen Stoff nicht in Verzug zu kommen.

Das Hockeyspiel haben wir leider 6:0 verloren, macht nix. Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitermachen (Ja Schwesterherz, den Spruch habe ich von deiner Spruechewand geklaut). Ich spiele jetzt Defense und fuehle mich viel wohler als im Angriff, wo ich nie genau wusste, wo ich hinlaufen soll, was ich machen soll. Jetzt, in der Abwehr, habe ich nur ein Ziel: Den Gegener davon abzuhalten, ein Tor zu machen. NIcht dass mir das gestern gut gelungen waere, aber Uebung macht den Meister.

By the way: Der Grund, warum ich Umlaute immer als oe, ue und ae schreibe, ist, dass ich diesen Text auf meinem von der Schule gestellten Chromebook, einem  Laptop, tippe. Und auf der amerikanischen Tastatur gibt’s keine Umlaute.

So, das war’s auch schon fuer heute. Bree hat spaeter noch ein Fussballspiel, vielleicht backe ich vorher noch Cupcakes.

Bis bald,

Lilly

Update

Hey,

seit meinem letzten Eintrag ist wieder (fuer Ferienverhaeltnisse) viel passiert. Ich werde das Ganze hier mal mehr oder weniger chronologisch auflisten:

  •  jeden Morgen von acht (eigentlich habe ich doch Ferien, jammer, jammer) bis zehn Hockeytraining- Fazit: mit dem Schlaeger den Ball zu treffen ist schwieriger, als es ausschaut
  • ab und dann mal, wenn mir langweilig ist oder ich motiviert bin,uebe ich Geige (wir haben hier eine ausgeliehen). Bloed bloss, dass das Paeckchen  mit den Noten aus Deutschland noch nicht angekommen ist, ich google jetzt immer Allegro oder Concerto oder so und spiele dann das.
  • letzten Dienstag Fussball-Torwart-Training fuer Brees Freizeit-Tunier am WE bei dem ich als „goalie“ ausgeholfen habe- ja, das Fussballtor ist deutlich groesser als das Handballtor
  • am Mittwoch habe ich mich mit Bea fuer unsere Classes (der High School wird irgendwann noch ein Eintrag gewidmet) eingeschrieben: Ich werde wahrscheinlich American History(Pflichtfach), Chemie, Sportmedizin und Culinary(=Kochen/Backen) oder Informatik (um Java zu lernen- muesste ich am bayerischen Gymnasium auch) oder Sports and Entertainment Management belegen. Mal gucken, wie mein tatsaechlicher Stundenplan dann ausschaut, er sollte bald per Post kommen
  • am Wochenende dann das Fussballtunier: drei Spiele insgesamt , ich habe je eine Halbzeit gespielt. „The first game really sucked“ , wie die Amis sagen wuerden- das erste Spiel war ein Desaster, das zweite und dritte waren dann besser und spassiger.
  • Am Sonntagabend gab meine Gastfamilie eine Fussballparty. Brees neu zusammengewuerfeltes Team und deren Eltern sollten sich besser kennenlernen. Das mag in der Theorie gut klingen, hat in der Praxis jetzt nur bedingt funktioniert. . Die Eltern haben in der Kueche Small Talk gemacht, waehrend das Team im Garten SnapChat und Instagram-Namen ausgetauscht hat. Immerhin ein Anfang. Und das Essen war echt gut: Hot Dogs, Hamburger, Mac’n’Cheese( Maccaroni mit Kaese-mmmmmmm), Chips, Cookies, Brownies, der hausgemachte Bananenpudding meiner Gastmutter, und und und.
  • Gesternmorgen sollten wir eigentlich ein Hockey-Skrimmitch (Freundschaftsspiel)  haben, es kamen aber nur drei Spielerinnen vom gegnerischen Team. Egal, wir haben dann halt sieben gegen sieben gespielt.
  • Danach haben wir mit Brees Cousinen und Bea den Freizeitpark Carowinds besucht. Die Amis haben echt coole Achterbahnen (sie haetten dir gefallen, Lisa). Integriert in den Park war ein Wasserpark. Eine Rutsche, die erwaehnenswert ist: Man steht/liegt (Neigungswinkel ca. 80 Grad) in der Rutsche und ploetzlich oeffnet sich die Klappe, auf der man steht und man „faellt“ ins Bodenlose. Hoert sich cool an, das Wellenbad war mir dann doch lieber, da spritzt das Wasser nicht so in die Nase.
By the way: Echt liebgewonnen habe ich die Haengematte meiner Gastfamilie im Garten. Weil es wegen der Klimaanlage im Haus ziemlich kalt ist und um frische Luft zu schnappen(ich haette nie gedacht, dass ich das mal sage, aber das fehlt mir irgendwie) gehe ich manchmal nach draussen zum Lesen(am spaeten Nachmittag ist es auch nicht mehr so heiss).
Eine knappe Woche Faulenzen habe ich noch, danach geht die Schule los.
Heute haben wir unser erstes richtiges Hockeyspiel (Aufregung), danach werden Bea und ich beim Footballtrainig helfen.
Das ist eine laengere Geschichte: Nach dem Hockeytrainig (letzte Woche irgendwann)sind wir zu Ms Stephenie (so ne Art Schul-Physiotherapeutin/Krankenschwester) gegangen, um Eis fuer mein Hangelenk zu holen(das tat mal wieder weh). Irgendwie, keine Ahnung warum( ich glaube, ich habe sie nicht richtig verstanden/realisiert was sie eigentlich gesagt hat) haben wir, Bea und ich, dann zugestimmt, bei Footballspielen Ms Stephenie zu helfen, die Wasserflaschen aufzufuellen und Eis bei Verletzungen zu verteilen. Das ueben wir heute und werden jeden Freitag bei Spielen verpflichtet sein. Ich hoffe, dass ich dann auch mein neu erworbenes Sportmedizin-Wissen anwenden kann und nicht nur rumstehe.
So, das wars fuer heute. Ich habe noch ganz viel im Kopf, was noch zu Papier gebracht werden muss, hier eine kleine Notiz an mich selbst:
  • Backen in Amerika
  • Mehr zu Hockey
  • Leben in der Gastfamilie
  • High School
Bis bald,
Lilly