(noch nicht die letzten) aber doch schon abschliessende Worte

Hey,
ich sitze gerade im Klassenzimmer,habe mein letztes Final Exam in Geschichte beendet. Das war gar nicht mal so schwer, 38 Multiple Choice-Fragen, die mehr Reading-Comprehension mit Anwendung des Gelernten waren als „Auswendig-lern-Fragen“ wie in Deutschland und zwei „Short answer“-Fragen. Weil der Test vom Staat North Carolina vorgegeben ist (und einige Lehrer mit dem Stoff immer nicht durchkommen-so die offizielle Erklaerung), wird er „Gecurvt“. Das heisst, dass unsere Noten nachtraeglich irgendwie noch verbessert werden (von einer 60/100 auf eine 90/100 zum Beispiel). Ich muss sagen, so was koennte man im bayerischen Schulsystem doch auch mal einfuehren, oder? Nicht nur bei Jahrgangsstufentests, vor allem beim Abi, was ja vom Bundesland Bayern vorgegeben ist, faende ich das nicht schlecht 😉

Tja, heute ist dann wohl mein letzter Schultag hier in den USA. In drei Tagen fliege ich zurueck nach Deutschland.Ich habe mal ein bisschen in meinen alten Motivationsaufsaetzen und ersten Blogeintraegen gestoebert. Zeit fuer ein kleines Resumee.Was hat mir persoenlich der Schueleraustausch gebracht? Habe ich mich veraendert, wenn ja, wie?

Eine Sache die fuer mich ziemlich offensichtlich ist: mein Englisch hat sich enorm verbessert. Die Aussprache jetzt vielleicht nicht unbedingt-das ‚th‘ und ich werden wohl nie Freunde werden- aber mein Vokabular und vor allem meine Gespraechsfaehigkeit konnte ich sehr gut erweitern. Besonders die Umgangssprache wie „here we go“, „i feel ya“ oder „anyways…“ also das, was ueber das Lehrbuchenglsich hinausgeht, habe ich hier sehr gut gelernt. Wenn ich mich mit Bea hier unterhalten habe, haben wir immer ein Denglisch geredet, bei dem jeder Deutschlehrer das Heulen anfangen wuerde.Schlimme, boese Anglizismen und so. Auch hier auf dem Blog ist es mir(offensichtlich ;)) manchmal passiert, dass sich ein paar englische Woerter mit reingemogelt habe. Da werde ich im deutschen Englischunterricht wohl aufpassen muessen, nicht jeden Satz mit dem Fuellwort „Like….“ zu beginnen.

Auch die andere Lebensweise hier habe ich gut kennen lernen koennen. Ich finde es schon lange nicht mehr seltsam, dass es niemanden wirklich interessiert, wie es mir geht („how are you doing?“-„I’m fine, what about yourself?“) und versuche auch nicht mehr, das Fahrrad hier in Indian Trail als Fortbewegungsmittel durchzusetzen ;). Obwohl, by the way, ich habe letztens mal gegoogelt: Soooo weit ist es eigentlich gar nicht bis zur Schule: 4.4 Meilen, 7.1 Kilometer. Theoretisch….egal, lassen wir das 😉

Generell glaube ich, dass ich ein bisschen weltoffener geworden bin. Bei einm Skype-Gespraech mit meinem Vater letztends zum Beispiel meinte ich so, dass ich mir durchaus vorstellen koennte, mit ihm nochmal langlaufen zu gehen (nach einer „ganz schlimmen Langlaufkindheit“ und dem Skilager in der 7. war das erst mal „total doof, Papa“). Manchmal muss man sich einfach (noch mal neu) auf Dinge einlassen koennen. Weise Worte hier heute, ich weiss :P. Also da finde ich, dass ich mich echt entwickelt habe. Wie sehr das stimmt, kann ich ja dann in Deutschland ueberpruefen ;).

Ein Punkt, der natuerlich nicht zu vergessen ist: Ich habe hier so viele neue Leute kennen gelernt. Irgendwann erkennt man dann ein Muster beim „Sich-vorstellen“ und lernt, auf Leute zu zugehen. So habe ich viele neue Freunde gewonnen.(Emilee und ich gehen heute zum Passamt-wahrscheinlcih das letzte Mal, dass wir uns sehen, fuer den Fall, dass sie Mittwoch, bei meinem letzten Basketballspiel arbeiten muss. Wir freuen uns beide sehr auf ihren Besuch, soooo excited )Auch zu meiner Gastfamilie-Bree, Carson, meine Gasteltern, grandmommy, Bea, meinen Cousinen und meinen Tante und mein Onkel- habe ich ein sehr gutes Verhaeltnis aufgebaut-was nicht unbedingt selbstverstaendlich ist. Ich will auf jeden Fall mit ihnen in Kontakt bleiben-Eine WhatsApp-Gruppe ist schon in Planung :). Und Bea wird mich warscheinlich auch nicht so schnell wieder los ;).

Das klingt jetzt alles sehr wehmuetig, aber so fuehle ich mich auch (Achtung: Rumgejammere coming. Wem das zu viel wird, der kann hier aufhoeren, zu lesen. Ich habe euch gewarnt!!!). Ich glaube, ich habe in den letzten Tagen hier mehr geweint, als in dem ganzen halben Jahr. Es ist so eine Mischung aus „ich-will-hier-nicht-weg“, Heimweh und Aufregung, nach Hause zu kommen. Ich freue mich sehr darauf, meine deutsche Familie und Freunde wieder zu sehen. Ja, ihr, die das gerade lest (oder auch nicht, wenn ihr oben schon ausgestiegen seid, haha), seid gemeint. Ich habe euch nicht vergessen, auch wenn das manchmal vielleicht den Ansschein hatte. Wie koennte ich bloss ;).
Bis bald (und fuer einige von euch: sehr bald, juhu),
Lilly

Life, Love and Happiness!

Hey,
gestern fing an wie ein echter Sch***-Tag, wurde aber zum Glueck immer besser.

Es fing damit an, dass das Wlan bei uns zuhause nicht ging. Ich konnte also morgens nicht meine WhatsApp-Nachrichten abrufen.Dann haben wir in Chemie mit der Wiederholung des Stoffes angefangen, was irgendwie ein bisschen anstrenged und nervig war. Zusaetzlich wollte ich mit Emilee was die Woche machen, sie muss aber einen Geschichts-Aufsatz schreiben und sich auf ihre Finals vorbereiten (ich vergesse immer, dass das fuer alle ausser mir megawichtig ist ;)), hat also keine Zeit. Das hat mich irgendwie runtergezogen. Dann habe ich beim Mittagessen gemerkt, dass es meine Menschenkenntnis wohl nicht die beste ist, als ich realisiert habe, dass das Maedchen, mit dem ich gedacht hatte, befreundet zu sein, ihre Mitmenschen nur benutzt. Sie meinte, dass sie einen Freund haben will, der fuer sie bezahlt und sie faehrt, wenn sie es braucht, ob wir da jemanden kennen wuerden…okay…

Das Schlimmste (und dem wird jetzt sogar ein eigener Absatz gewidment ;)): Ich hatte mein Handy morgens im Auto meines Gastvaters liegen lassen. Das fehlte mir dann sehr, als mir in Computer Programming langweilig war und ich lesen wollte. Im Bus wollte ich Fotos angucken, weil ich ploetzlich mega Heimweh hatte. Zuhause wollte ich erstmal meine Whats-App-Nachrichten checken und danach mit Musik laufen gehen-wird schwierig ohne Handy, wie mir aufgefallen ist. Ich bin dann ohne Musik gelaufen und habe gemerkt, dass das gar nicht so schlimm ist. Man nimmt seine Umwelt so viel bewusster war. Ich hoerte die Voegel zwitschern (komisch, es ist ja Januar, aber nach unserem Kaelte-Wochenende wird es immer waermer und fruehlingshafter), sah Kinder draussen spielen, zaehlte die Basketballkoerbe in der Nachbarschaft (12 sichtbare), laechelte jeden an, der mir entgegenkam und fuegte noch ein schnelles „hey, how are you?“ hinterher.

Das hat meine Laune irgendwie besser gemacht. Als ich nach Hause kam, mein Gastvater mit Bree vom Zahnarzt zurueck war und ich mein Handy wiederhatte und das Wlan immer noch nicht ging, fand ich das ploetzlich gar nicht mehr so schlimm. Nach dem Laufen war es erst fuenf, ich hatte also noch genug Zeit, um Cookie-Cheesecakes zu backen. Weil jeder Teig je ein Ei enthielt, konnte ich die Menge nicht halbieren, habe jetzt also an die 20 kleine Kalorienboembchen zuhause.Es sollte aber kein Problem werden, Abnehmer dafuer zu finden ;).
Spaeter bin ich mit meinem Gastvater zu einem Musik-Laden gefahren, um meine geliehene Geige zurueck zu geben. Das war ein bisschen traurig, weil das irgendwie schon ein verfruehtes „Sachen packen“ war und mir nochmal vor Augen gefuehrt hat, dass meine Zeit hier bald zu Ende ist. Aber meine Gute Laune und ich haben tapfer gekaempft, um uns gegen die grauen Gedanken zu verteidigen :). Danach sind wir zu „nothing but noodles“ gefahren , wo wir meine Gastmutter getroffen hatte, die gerade erst von der Arbeit gekommen war. Nichts (oder mir faellt grad nichts anderes ein ;)) macht gluecklicher als ein Teller voll mit Nudeln mit Kaese-Sahne Sosse, hach !
Abends bin ich noch mit meiner Gastmutter zu meiner Tante gefahren, die ihr eigentlich „nur schnell was zeigen wollte“. Aber wie das immer so ist, haben sich die beiden-und Bea und ich-verquatscht, sodass wir uns ins Wohnzimmer gesetzt haben. Mein Gastvater, Bree und Carson sind dann spaeter dazugekommen, als sie von unserer spontanen „Family-Party“ erfuhren und es wurde sehr lustig. Das werde ich echt vermissen.

Der Tag fing also ziemlich bloed an, wurde aber zu einem meiner schoensten hier (So schnell kann es gehen mit den Launen eines Teenagers, haha ;)). Ich weiss nicht, irgendwie versuche ich jetzt, wo nur noch so wenig Tage uebrig sind, jeden Tag zu geniessen, um noch so viel wie moeglich aufzusaugen.

Bis bald,
Lilly

Ausschlafen, Final Exams

Hey,
anscheinend war das Glatteis doch schlimm genug, dass die Schule gestern und heute morgen erst um 10 Uhr begann. Der Schultag wird dann „gestaucht“, sodass wir trotzdem um 3 Uhr aushaben. Das ist das Tolle am „2-hour-delay“: Wir muessen nichts nachholen-wie es bei schneefrei der Fall waere- sondern bekommen einfach mehr Zeit zum Schlafen-woran man sich echt gewoehnen koennte ;).

Gestern Abend, als die ganze Familie zusammen sass und die Playoffs (Football) angeguckt hat, ist mir klar geworden, wie sehr ich das alles vermissen werde: meinen (manchmal ;)) nervigen kleinen Gastbruder, Wortgefechte mit Bree, Witze meines Gastvaters,der auf mein verwirrtes Gesicht dann „just kidding, haha“ sagt, meine sarkastische Gastmutter und die Hunde Bono und Mila, die es sich auf meinem Schoss bequem machen.

In der Schule wiederholen wir gerade den ganzen Stoff vom vergangenen Semester, um uns auf die „final exams“ (Finals) vorzubereiten. Diese werden wir in jedem der 4 Faecher, die wir dieses Semester hatten (in meinem Fall Chemie,Sport Medizin, Computer Programming,amerikanische Geschichte), schreiben muessen. Das Gute ist, dass meine Noten ja nicht zaehlen, dass heisst, waehrend alle anderen rumstressen (wuerde ich in Deutschland ja auch tun), dass sie unbedingt noch lernen muessen, kann ich mich ganz entspannt zuruecklehnen :).

Bis bald,
Lilly

Doch kein Schneesturm…

Hey,

ganz so schlimm wie angesagt war der „Schneesturm“ jetzt irgendwie doch nicht :D. Es hatte nicht mal einen inch (ca 2.5cm) geschneit, lange liegen blieb der Spass auch nicht. Aber kalt ist es, sodass wir statt richtigem Schnee eigentlich nur noch Eis uebrig haben, was aber auch nicht schlecht im Winterwunderland ausschaut ;). Deswegem-wurde mir erzaehlt-wird auch so ein grosser Wirbel um den „Schnee“ gemacht: weil die Strassen dann so glatt sind, dass es (ohne Winterreifen) gefaehrlich ist, darauf zu fahren. Ich habe gestern Mittag trotzdem das Haus mit meinem Gastvater verlassen, um einkaufen zu gehen, wobei er aber extrem vorsichtig gefahren ist. Eventuell faellt deswegen morgen frueh die erste Stunde aus-weil die Strassen morgens zu glatt sind, als dass man 16-jaehrige darauf fahren lassen kann-auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass das wirklich passiert, leider von Stunde zu Stunde geringer zu werden scheint (ich will aber aussschlafen! *schmoll*)

Meinem Gastvater und mir ist gestern im Auto aufgefallen, dass ich ja schon in weniger als drei Wochen fliege :'(. Ich wuensche mir manchmal, ich koennte die Zeit einfrieren oder wenigstens ihren Lauf velangsamen: einfach fuer immer (oder noch ein halbes Jahr) hier mit meiner Gastfamilie als amerikanisches High school girl leben, ohne dass ich aelter werde und nach Deutschland zurueck muss, um in die Oberstufe zu kommen. Bloed bloss, dass ich dabei meine deutsche Familie nicht sehen wuerde, die ich nun schon ziemlich vermisse. Egal, ist ja eh nur eine Rumspinnerei 😉

Bis bald,
Lilly

Familientag

Hey,
gestern war ein echt schoener Tag mit meiner Gastfamilie. Wir sind zuerst ins Kino gegangen und danach noch essen in einem Restaurant, um den Geburtstag meiner Gastmutter nachzufeiern. Es tat gut, mal wieder etwas mit der ganzen Familie zusammen zu machen, nachdem wir die letzte Woche ja mehr oder weniger jeder fuer sich zuhause verbracht haben.

Wegen Brees Ruecken haben wir ein Kino gewaehlt, dessen Sitze ausklappbare Fusslehne (wie im Gloria Palast) hatten. Megabequem, und gar nicht mal teurer als in einem anderen Kino! Den Film („Sing“), fand ich anfangs nicht so toll (eine Castingshow mit Tieren? Wie soll das denn funktionieren?), gegen Ende hin hat es mir aber immer besser gefallen.

Zu ihrem Geburtstag hat meine Gastmutter einen Gutschein fuer einen Nachtisch in dem Restaurant bekommen, der natuerlich eingeloest werden musste fuer einen Schokoladenkuchen mit fluessigem Kern mit einer Kugel Vanilleeis, Sahne und Schokososse obendrauf (mir faellt gerade beim Schlagwoerter setzen auf, wie oft ich ueber Essen schreibe, hehe :D)

Ich fand es einfach schoen, mal wieder Zeit mit meiner Gastfamilie zu verbringen. Das werde ich vermissen. Meine Zeit hier verging wie im Flug!Ich kann kaum glauben, dass es in weniger als einem Monat vorbei sein soll. Darueber bin ich einerseits sehr traurig, andererseits muss alles ja irgendwann zu Ende gehen.

A propros traurig: Gestern war das letzte Saisonspiel der Panthers, das sie zuerst gefuehrt haben, dann aber nach einem Unetschieden (wegen drei nicht erzielten Fieldgoals) knapp verloren haben. Somit sind sie offiziell nicht in den Playoffs… Ich bin hier in Charlotte ueberzeugter Panthersfan geworden, da sie jetzt aber raus sind, habe ich meinem Gastvater gesagt, dass ich den Superbowl in Deutschland vielleicht gucken werde, falls die Cowboys es ins Finale schaffen sollten.

Jetzt auf in die neue Schulwoche morgen und bis bald,
Lilly

Sylvester auf amerikanisch

Hey,
heute nur ein kurzer Beitrag ueber mein Sylvesterfeiern hier in den USA. Um sechs habe ich meine deutsche Familie angerufen, um ihnen ein frohes Neues zu wuenschen-das war komisch, weil bei uns um die Uhrzeit noch gar nichts los war. Spaeter hatten wir dann hier ein Festessen (mit selbstgemachten Kaesepommes-lecker, aber die Kueche stinkt immer noch nach dem Frittierfett, urgh) mit den Nachbarn, grandmommy, Brees boyfriend und der Familie meiner Tante-deren Kinder sich dann langsam fuer andere Partys verabschiedeten. Wir (die Uebriggebliebenen) wollten zunaechst einen Film anschauen, weil aber das Netflix gesponnen hat, haben wir die Neujahres-Show in New York und New Orleans im Fernsehen angeguckt. Ich weiss nicht mehr genau, wer genau-Bree oder mein Gastvater-die Idee hatte, aber irgendwie haben sie dann eine Art Tombola mit den ganzen Suessigkeiten und Krims-Krams von Weihnachten veranstaltet. Ich habe (noch mehr)Schokolade (wenn ich das bis zu meiner Abreise nicht alles aufgegessen habe-was sehr wahrscheinlich ist- und noch genug Platz im Koffer habe-eher unwahrscheinlich-, finden sich in Deutschland bestimmt Abnehmer 😉 ) und einen „Happy-New-Year-Plastikloeffel“ bekommen. Den Loeffel darf ich nicht wegschmeissen, meinte Bree (die ploetzlich ganz verschwenderisch 😛 mit jeder anwesenden Person ein Polaroid-Foto machen wollte, aber ich schweife ab), der bringt Glueck…okaaaaaaay :D.
Spaeter war es dann endlich soweit: Passend zum Countdown bewegte sich die Kugel in New York abwaerts, bis sie um Punkt 12:00 den Boden beruehrte. Alle waren megaufgeregt, haben in kleine Papierpfeifen geblasen, sind aufgsprungen und haben sich umarmt. Welcome, 2017!
Habe ich erwaehnt, dass es letzte Woche so warm war? Na ja, jetzt hat es 5 Grad und Nieselregen…mal gucken, ob ich mich zum Laufen aufraffen werde. Am Nachmittag wollen wir als Familie ‚Sing‘ (Animationsfilm) im Kino angucken, morgen ist der letzte Ferientag… gemein,dass man in Bayern bis zum 6. frei hat..
Bis bald
Lilly

Meine Ferien und Frohes Neujahr!

Hey,
heute gibt es-verglichen mit dem letzten-dem Weihnachtsbeitrag-nichts all zu Aufregendes zu berichten, ausser, wie ich den Rest meiner Ferien verbringe.
Bree geht es langsam besser, sie nimmt immer noch fleissig Schmerzmittel und hat das Haus vorgestern zum ersten Mal verlassen, um mich vom Basketballspiel abzuholen. Meine Gasteltern arbeiten beide, meine Gastmutter in der Firma, mein Gastvater zu Hause, um fuer Bree da zu sein, die ausser ‚Criminal Minds‘ gucken leider nicht wirklich viel machen kann.
Weil ich nicht den ganzen Tag fernsehen oder YouTube-Videos gucken kann, ohne vor Langeweile zu sterben, versuche ich, mich so gut wie es geht selbst zu beschaaeftigen. Ich bin diese Ferien schon mehr als 20 Meilen gelaufen, lese sehr viel, habe oft Geige geuebt. Manchmal hatten wir auch Freunde der Familie zum Abendessen da, das war ganz nett.
Dienstag war ich mit Emilee Eislaufen. Weil wir beide eher mittelmaessig begabt sind 😛 , sind wir so langsam gefahren, dass wir nicht Gefahr liefen, hinzufallen und auch gut dabei quatschen konnten. Danach waren wir mit ihrer Mutter bei Ben&Jerry’s. Fuer alle, die’s interessiert: Ich hatte eine Kugel The Tonight Dough (Mischung aus Brownieteig mit Erdnussbutter) und Cookie Dough mit Sahne obendrauf…hmm… die Kugeln sind hier-verglichen mit deutschen Massstaeben-riesig :P. Eigentlich wollte mir ihre Mutter nur den Macaron-Stand in der Mall zeigen (Ergebnis:ein Schokoladenmacaron,ein Vanillemacaron und ein Erdbeer-Milkshake-Macaron; fuer 8$ ganz schoen teuer, es lohnte sich dennoch!) aber wie das mit drei weiblichen Personen in einer Shoppingmall so ist, konnten wir der Versuchung nicht widerstehen. Ich habe bei Lush (ein Naturkosmetikshop mit Seifen, Gesichtsmasken und mehr) eine Badekugel fuer Bree gekauft (und ganz vergessen, dass sie nach ihrer OP fuer einige Monate nicht baden darf). Bei the body shop gab es nach Weihnachten einen grossen Sale, 5$ fuer eine grosse Bodybutter, da musste ich doch zuschnappen :). Zum Glueck gab es zu Weihnachten den einen oder anderen Geschenkgutschein, sodass mein Geldbeutel nicht zu sehr leiden musste.
Mittwoch wollte ich eigentlich mit Alexa (aelteste Cousine) in die Cheesecake Factory gehen (Gutschein zu Weihnachchten), ihre beste Freundin hatte aber am Dienstag ihren 21. gefeiert, sodass sie noch nicht wieder fit und in Kaesekuchen-Stimmung war. Wir haben das jetzt auf naechsten Dienstag verschoben, Mittwoch wurde also ein Gammel-Tag.
Am Donnerstag hatte ich eine Art verpaetete Weihnachtsfeier mit meinem Cheerleading-Team bei Panera-Bread (Art Baeckerei-Resateurant-gute Cookies-, fuer das ich auch einen Gutschein bekommen habe). Wir haben auch gewichtelt, aber auf eine (fast) noch originellere Art und Weise als White Elephant (Stichwort Hockey-Party, Geschenke stehlen) : Jemand hat einen (vorgefertigten) Text vorgelesen, in dem die Woerter right (rechts), left (links) und across (gegenueber) ueberdurchschnittlich haeufig vorkamen und wir mussten die Geschenke dann in die jeweilige Richtung reichen. War sehr lustig, ich habe letzendlich Socken und (noch mehr…uff..) Suessigkeiten bekommen. Danach hatten wir-ungewoehnlicherweise in den Ferien- ein Basketballspiel, das sowohl Jungs als auch Maedchen (endlich mal wieder) gewonnen haben.
Gestern (Freitag) war ich mit Bea in der Buecherei von Indian Trail. Eigentlich wollten wir ja die ganze Zeit lesen (ich zumindest ;)), haben uns dann aber irgendwie immer wieder verquatscht… Auf jeden Fall fand ich es schoen, mal in eine amerikanische Bibliothek reinzugucken.
Heute ist der Geburtstag meiner Gastmutter, weswegen es von meinem Gastvater hausgemachte Red Velvet-Pancakes zum Fruehstueck gab, Lecker! Ich werde fuer sie spaeter noch Buckeyes machen-Das sind so Art Pralinen aus Erdnussbutter, Butter und Puderzucker, umhuellt von Schokolade. Als ich mit Grandmommy Weihnachtsplaetzchen gebacken habe, kamen die Buckeyes fast am besten in der Familie an, vor allem meiner Gastmutter haben sie gut geschmeckt, weswegen ich ihr heute eine Freude damit machen moechte.
Gleichzeitig ist heute ja auch Sylvester, was hier aber nicht so gross wie in Deutschland gefeiert wird. Boeller (ver)kaufen ist in North Carolina per Gesetz verboten, nicht mal Wunderkerzen konnte man im Supermarkt kriegen. Wir werden wahrscheinlich einfach eine Familienfeier mit Beas Gastfamilie (meine Tante ist die Schwester meiner Gastmutter) haben.
Es ist ein komischer Gedanke, dass 2017 in Deutschland 6 Stunden frueher beginnen wird…
Ich wuensche jedem, der das liest,

1 erfolgreiches neues Jahr, 12 gesunde Monate, 52 schöne Wochen, 365 tolle Tage, 8760 angenehme Stunden und 525.600 glückliche Minuten.

Viel Spass beim Feiern!

Bis bald,
Lilly

I wanna wish you a Merry Christmas, from the bottom of my heart

Hey,
heute (offensichtlich) mal etwas zu meinem Weinachten hier in den USA ;).
Wir haben die Feiertage zuhause verbracht, weil Bree leider noch nicht Auto fahren kann, denn sie kann nicht laenger als 10 Minuten sitzen.
Samstags haben wir mit der Familie meiner Gastmutter (meine drei Cousinen, Bea, meine Tante und mein Onkel und Grandmommy)gefeiert, am Sonntag mit der meines Gastvaters.

Am „Christmas Eve“ gab es zunaechst ein grosses Festessen mit „den ueblichen Verdaechtigen“ Makkaroni mit Kaesesosse, Huehnchen, Salat mit Ranchdressing, Kartoffelbrei und mehr. Danach kam dann die erste Bescherung Auch wenn der 24. in den USA „eigentlich“ noch nicht der Weihnachtstag ist, gab es da schon Geschenke. Bea und ich wurden zu „Weihnachtselfen“ ernannt und sollten die Geschenke der Reihe nach verteilen, was die ersten Runden beeindruckenderweise noch relativ gut geklappt hat, spaeter aber in einer exzessiven Geschenkorgie endete. Grandmommy musste extra nochmal zu sich nach Hause fahren, um ihre „Stockings“ zu holen: die typischen amerikansichen, riesen-grossen Socken, gefuellt mit „Kleiningkeiten“ wie Haargummis, Socken (das ist hier voll das grosse Ding-Socken zu Weihnachten)Make-up und Suessigkeiten. Irgendwie 😉 hat meine amerikanische Familie von meiner Macaron-Sucht mitbekommen, denn ich bekam welche von der Familie meiner Tante und von grandmommy geschenkt…hm….

Gestern morgen wurde ich um 7 von Bree zur eigentlichen Bescherung geweckt (hm…Schlafmangel koennte der Grund sein, warum ich heute bis halb 12 geschlafen habe…), die ja klassisch am Morgen des 25. ist. Von „Santa“ (meine Gasteltern) habe ich zwei warme Pullover, eine Kuscheldecke fuer den Rueckflug, zwei Kuechenhandtuecher mit Macarons bedruckt (Lieblingsgeschenk?!), Unmengen an Suessigkeiten(ich sage nur: Oreo-Schokolade) und vieles mehr bekommen. Bree wurde mit Schuhen und einer Polaroid-kamera beglueckt. Carson (mein Gastbruder) hat ein Modellauto bekommen, das natuerlich sofort im Garten ausprobiert werden musste, ich habe mich auch einmal versucht. Das ist schwerer, als es ausschaut. Das ist mir bei meiner Jogging-Runde am Nachmittag generell aufgefallen, dass viel mehr Kinder draussen waren und mit ihren neuen Spielsachen gespielt haben.

Abends kam dann die andere Seite der Familie, die ich jetzt nicht so gut kannte. „Papa Bill“ (der Vater meines Gastvaters) hatte ich schon oefters gesehen, dessen Lebenspartnerin ,den Bruder meines Gastvaters und dessen drei Toechter und Frau jedoch nur einmal kurz oder gar nicht. War aber nicht schlimm, ich bin schnell mit meiner anderen , sehr netten Tante in ein lustiges Gespraech ueber deutsches Essen gekommen (Ihr Vater war mit der Army in Erlangen stationiert, sodass sie dort fuer einige Jahre auf eine „High School“ ging). Nach einem erneuten Festessen mit Resten von vorgestern und neuem, hausgemachten Kartoffelbrei (Mama,wenn du das liest:Ich habe eine Blase am Daumen vom Kartoffleschaelen, *Mitleid heisch* :P) und von den Nachbarn vorbeigebrachter Schokolasagne … Nach einer kleinen (dritten) Bescherung sassen die Familien noch im Wohnzimmer und haben gequatscht. Es gab sich so viel zu erzaehlen!

Nach so viel Familie und Bescherung muss man sich natuerlich erstmal erholen, was wir heute machen. Gerade haben wir als Familie irgendeinen Animations-Film ueber zwei Hunde angeschaut, bald gibts ein verpaetetes Mittagessen (wenn Brunch der Mix aus Fruehstueck-Breakfast und Mittagessen-Lunch ist, wie heisst das dann ?Linner? ).

Bis bald,
Lilly

Schriftlicher Beweis gegen meine Faulheit (oh, und Frohe Weihnachten)

Hey,
meine Schwester denkt anscheinend, dass ich, weil ich seit Dienstag frei habe, hier nur auf der faulen Haut liege…aehem…ich liege gerade im Bett und schaue irgendeinen Weihnachtsfilm mit Bree und Savannah und habe 30 Minuten prokrastinieren auf Promi-Klatsch-Seiten gebraucht, bis ich mich dazu aufgerafft habe, diesen Eintrag zu schreiben….Meine Adventskalender-Aufgabe fuer heute war also, den ganzen Tag ueber produktiv zu sein und „nur“ 3 Stunden rumzuhaengen. Ich habe ja nicht mitgezaehlt, aber…
Stopp, eigentlich war ich heute sehr fleissig: Ich habe meine Weihnachtsgeschenke alle verpackt, mein Zimmer ein bisschen aufgerauemt, Waesche gewaschen (die sollte jetzt fertig sein, aber dafuer muesste ich ja aufstehen…:P)war joggen, habe Bree-wo noetig- geholfen und mit meinem Gastvater Donuts gebacken. Das ist bei ihm so eine Art Familientradition an Weihnachten. Er hat den Teig (nach Uralt-Rezept seiner Grossmutter) zubereitet, ich habe ihn ausgerollt und die Kreise ausgestochen, die er dann frittiert und in (Zimt-)Zucker gewaelzt hat. Gutes Teamwork! Und lecker sind die Dinger…Wir haben jetzt fuenf grosse Schuesseln voll mit Donuts, mehr als 100 Stueck…wer soll das alles essen? Morgen ist der Weihnachtsabend, bei dem ich Grandmommy kochen helfe, ausserdem sind gestern und heute Freunde der Familie mit Selbstgekochtem vorbeigekommen, um Bree nach ihrer OP zu unterstuetzen. Wir gehen also wortwoertlich im Essen unter…nennen wir es Weihnachtszeit ;).
So, den eigentlichen Zweck dieses Artikels, naemlich meiner Lieblingsschwester zu beweisen, dass ich einen super-produktiven Tag hatte habe ich doch jetzt erfuellt, oder? Gut, dann kann ich mich ja jetzt mal auf den Film konzentrieren, ich habe naemlich keinen Peil, worum es ueberhaupt geht.

Oh by the way: Ich wunesche jedem, der das hier liest-Familie, Freunde, Bekannte-wer auch immer- ganz frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Fuehlt euch gedrueckt!

Alles Liebe (und bis bald, der Standard-Verabschiedung muss ja die Treue gehalten werde ;)),
Lilly

Im Weihnachtsstress

Hey,
Ich sitze gerade an meinem Lieblingsplatz am Kuechentisch (unter der Heizungs-Lueftungsoeffnung; ganz am Rand,sodass man sowohl Kueche als auch Wohnzimmer gut im Blick hat), warte darauf, dass die Brownies (meine Cousine Savannah-die mittlere;Sandwichkind- wird morgen 18) auskuehlen und ueberlege, worueber ich denn schreiben koennte, plappere jetzt also einfach mal drauf los, obwohl in den letzten Tagen um ehrlich zu sein nicht wirklich viel Spannendes passiert ist, abgesehen davon, dass die Vorweihnachtszeit uns hier ganz schoen auf Trab haelt (wie sollte das in den USA auch anders als in Deutschland sein?) Ich dachte ja, ich waere nach meinem Shopping-Exzess mit Emilee bei Target durch mit Weihnachtsgeschenken gewesen, aber… ich fuerchte,so richtig durch ist man nie bis zum 24 ;).

Bree hatte am Montag eine grosse OP, bei der ihr Ruecken „geradegebogen“ wurde. Sonntagmorgen (vor der Kirche) hatte wir deshalb noch ein Familienfruehstueck und abends das Cowboys-Spiel (mein Gastvater wagt es doch tatsaechlich, NICHT Fan der Panthers zu sein, unerhoert :P) angeschaut. Montag war dann der grosse Tag. Ich musste leider (wohl oder uebel) in die Schule, bin danach aber mit meinem Onkel, meinem Gasttbruder und Alexa (aelteste Cousine) sofort ins Krankenhaus gefahren, um dort bis spaet abends zu bleiben, gleiches am Dienstag(Ferienbeginn, by the way). Die Snackkueche der Station konnte sich sehenlassen :)!Weil meine Tante und Madison (juengste Cousine) bei Bree im Zimmer uebernachtet haben (es war schon Mitternacht, als wir nach Hause sind), hat Bea bei mir uebernachtet. Als wir um ein Uhr morgens angekommen sind, hatte sie ploetzlich Hunger.

( Brownie-Dekorier-Pause, bei der mir beim Oeffnen der Zuckerstreusel natuerlich die Dose runterfallen muss… koennen Hunde eigentlich Diabetes kriegen? Bestimmt. Wenn ja, habe ich Mila und Bono damit gerade keinen Gefallen getan, ups..)

Wir haben uns also an den Kuechentisch gesetzt: Sie essend, ich an Emilees Weihnachtsgeschenk arbeitend. Irgendwann kam mir die geniale Idee, meine deutsche Familie beim Fruehstueck (6 Stunden Zeitverschiebung) zu ueberraschen, das war lustig, im Nachhinein betrachtet bescheuert ;).
Heute ist Bree aus dem Krankenhaus rausgekommen, mal gucken, ob wir das Festessen am Heiligabend hier oder bei grandmommy feiern werden. Ansonsten: Morgen vormittag treffe ich mich mit Emilee, um Waffeln zu fruehstuecken und Weihnachtsgeschenke auszutauschen. Irgendwann feiern wir auch Savannahs Geburtstag, dabei wollte ich doch nachmittags mit Grandmommy noch die Plaetzchen backen, die wir samstags nicht geschafft haben (bei 5 Tassen Mehl im Rezept haette ich mir eigentlich denken koenenn, dass der Teig wohl fuer deutlich mehr als 20 Plaetzchen reicht), aber…. ja, es geht hier gerade ein bisschen drunter und drueber, aber das muss ja auch mal sein ;). Sorry fuer das unstrukturierte Geplappere heute, aber das ist man ja von mir auch in der Realitaet gewoehnt ;).
Bis bald,
Lily