Ausschlafen, Final Exams

Hey,
anscheinend war das Glatteis doch schlimm genug, dass die Schule gestern und heute morgen erst um 10 Uhr begann. Der Schultag wird dann „gestaucht“, sodass wir trotzdem um 3 Uhr aushaben. Das ist das Tolle am „2-hour-delay“: Wir muessen nichts nachholen-wie es bei schneefrei der Fall waere- sondern bekommen einfach mehr Zeit zum Schlafen-woran man sich echt gewoehnen koennte ;).

Gestern Abend, als die ganze Familie zusammen sass und die Playoffs (Football) angeguckt hat, ist mir klar geworden, wie sehr ich das alles vermissen werde: meinen (manchmal ;)) nervigen kleinen Gastbruder, Wortgefechte mit Bree, Witze meines Gastvaters,der auf mein verwirrtes Gesicht dann „just kidding, haha“ sagt, meine sarkastische Gastmutter und die Hunde Bono und Mila, die es sich auf meinem Schoss bequem machen.

In der Schule wiederholen wir gerade den ganzen Stoff vom vergangenen Semester, um uns auf die „final exams“ (Finals) vorzubereiten. Diese werden wir in jedem der 4 Faecher, die wir dieses Semester hatten (in meinem Fall Chemie,Sport Medizin, Computer Programming,amerikanische Geschichte), schreiben muessen. Das Gute ist, dass meine Noten ja nicht zaehlen, dass heisst, waehrend alle anderen rumstressen (wuerde ich in Deutschland ja auch tun), dass sie unbedingt noch lernen muessen, kann ich mich ganz entspannt zuruecklehnen :).

Bis bald,
Lilly

Familientag

Hey,
gestern war ein echt schoener Tag mit meiner Gastfamilie. Wir sind zuerst ins Kino gegangen und danach noch essen in einem Restaurant, um den Geburtstag meiner Gastmutter nachzufeiern. Es tat gut, mal wieder etwas mit der ganzen Familie zusammen zu machen, nachdem wir die letzte Woche ja mehr oder weniger jeder fuer sich zuhause verbracht haben.

Wegen Brees Ruecken haben wir ein Kino gewaehlt, dessen Sitze ausklappbare Fusslehne (wie im Gloria Palast) hatten. Megabequem, und gar nicht mal teurer als in einem anderen Kino! Den Film („Sing“), fand ich anfangs nicht so toll (eine Castingshow mit Tieren? Wie soll das denn funktionieren?), gegen Ende hin hat es mir aber immer besser gefallen.

Zu ihrem Geburtstag hat meine Gastmutter einen Gutschein fuer einen Nachtisch in dem Restaurant bekommen, der natuerlich eingeloest werden musste fuer einen Schokoladenkuchen mit fluessigem Kern mit einer Kugel Vanilleeis, Sahne und Schokososse obendrauf (mir faellt gerade beim Schlagwoerter setzen auf, wie oft ich ueber Essen schreibe, hehe :D)

Ich fand es einfach schoen, mal wieder Zeit mit meiner Gastfamilie zu verbringen. Das werde ich vermissen. Meine Zeit hier verging wie im Flug!Ich kann kaum glauben, dass es in weniger als einem Monat vorbei sein soll. Darueber bin ich einerseits sehr traurig, andererseits muss alles ja irgendwann zu Ende gehen.

A propros traurig: Gestern war das letzte Saisonspiel der Panthers, das sie zuerst gefuehrt haben, dann aber nach einem Unetschieden (wegen drei nicht erzielten Fieldgoals) knapp verloren haben. Somit sind sie offiziell nicht in den Playoffs… Ich bin hier in Charlotte ueberzeugter Panthersfan geworden, da sie jetzt aber raus sind, habe ich meinem Gastvater gesagt, dass ich den Superbowl in Deutschland vielleicht gucken werde, falls die Cowboys es ins Finale schaffen sollten.

Jetzt auf in die neue Schulwoche morgen und bis bald,
Lilly

Keep Pounding, Panthers ! & Dribble and shoot, shoot, take that ball to the hub!

Hey, leider kann ich mich momentan nicht in meinen Blog einloggen, weil mein Chromebook die Seite als “ausserschulisch” identifiziert hat. Ich habe aber die Bibliothekarin um Hilfe gebeten und poste dann dieses “Textmonster”, wenn das Problem behoben ist.

Keep Pounding, Panthers! (14.November, Tags: Football, Essen)
Gestern hat mich meine Gastfamilie zu einem Footballspiel der Panthers mitgenommen. Gut gestaerkt mit heisser Schoki und Pancakes und dick eingemummelt (es hatte ca. 5 Grad) kamen wir im riesengrosse Stadium in Charlotte an. Mein Gastvater war-zu Recht- sehr stolz auf die Plaetze, die er uns ergattert hat: Zweite Reihe von ganz unten (sehr nah am Spielfeld, man konnte gut sehen) ,an der kuerzeren Seite des Footballfeldes (wenn man es sich wie ein Rechteck vorstellt), sosodass wir dann die Touchdowns hautnah miterleben nnten und auch sonst einen ausgezeichneten Blick auf das Spielfeld hatten. Am besten hat mir das Maskottchen, Ueberraschung-ein Panther , gefallen. Fuer die Watergrils hatte , denn dunsere Highschool Pirates.

Was abgesehen davon noch passiert ist: Donnerstag haben wir (Speise-)Eis in Chemie hergestellt, um uns auf den Test heute vorzubereiten…lecker. Natuerlich musste mit den Daten aus dem “Experiment” dann aber auch chemisch gerechnet werden.
Freitag war Veterans Day, also frei. Vormittags skypte ich sehr lange mit meiner Freundin Lisa; abends besuchten Bree und ich ihre Freundin Sydney und machten ein Lagerfeuer mit ihrer Familie, wo ich das erste Mal amerikanische S’mores (Sandwich bestehnd aus zwei waffelaehnlichen Cracker mit einem geroesteten Marshmallow und einem Stueck Schokolade in der Mitte) gegessen habe. Das war so lecker, dass ich gleich fuenf Stueck verdruecken musste ;).
Samstags war ich mit Steph (meiner Gastmutter) und ihrer Freundin Iris in einem Staedtchen zwei Stunden von Indian Trail entfernt, um die dreistoeckige Torte fuer die Goldene Hochzeit der Eltern von Freunden von ihr abzuholen. In der Baeckerei goennte ich mir ein (sehr leckeres) Schokoladeneclair, Iris und Steph kauften sich Zimtrollen. Die Rueckfahrt mit dem Ding im Kofferraum war ein Abenteuer! Bei jedem Schlagloch und jeder Kurve mussten wir Angst haben, dass das teure Kunstwerk beschaedigt werden koennte. Zusaetzlich hat Steph die Klimaanlage fuer unser “Baby” so sehr aufgedreht, dass ich trotz Decke auf der Rueckbank gefroren habe.
Die Muehe hat sich aber gelohnt. Auf der Feier abends ass ich gleich zwei Stuecke von dem Meisterwerk. Ansonsten war es anfangs nicht so toll, weil ich halt keinen von den Gaesten wirklich kannte. Gegen acht kam Bree von ihrer College-Besichtigungstour., dann wurde es lustiger, als ich versuchte, sie zum Tanzen zu ueberreden und unerwarterweise Erfolg hatte.

Heute nachmittag mache ich mit dem “Girls in Stem Club” einen kleinen Ausflug zur Grundschule, wo wir versuchen, 6-10 Jaehrige Maedels fuer Naturwissenschaften zu begeistern, indem wir kleine Experimente mit ihnen machen werden. Da freue ich mich drauf.

Dribble and shoot, shoot, take that ball to the hub! (17.November, Tags: Cheerleading)

Gestern war das erstes Basketballspiel, bei dem ich 3 Stunden lang- fuer das weibliche und dann maennliche Varsity Team gecheert habe (ich weiss, schreckliches Denglisch, aber “ich habe Cheerleading gemacht” ist so umstaendlich und “anfeuern” koennte auch heissen, dass ich mir das Spiel bloss als “Fan” anschaue,hm, schwierig…. )Ich war mega aufgeregt, weil alle in meinem Team ausser mir und und einem anderen Maedchen letztes Jahr schon im Team waren und dementsprechend alles draufhatten.
Die “Quarter-Cheers” liefen sehr gut, haben wir ja auch zigmal geuebt. Das ist eine Kombination aus Cheer (Sprechgesang mit Bewegungen) und Beat (Klatschen und Stampfen), die wir in den Pausen zwischen den beiden Haelften einer Halbzeit auf dem Feld zeigen. Wir werden auch eine Halbzeit-Show mit Stunts machen, aber bis jetzt war keine Zeit, um das einzustudieren.
Der andere Teil von “Basketball-Cheerleading” findet sitzend auf der Tribuene statt und besteht auch wieder aus Cheers und Beats (steigern die “Spannung”), wovon es je gefuehlte tausend gibt. Das fiel mir dann schwerer, weil wir einige Cheers erst gestern oder sogar kurz vor dem spiel durchgesprochen haben. Ich habe dann einfach versucht, mitzukommen, den Rhythmus dest Stampfen und die Worte des Sprechgesangs zu ignorieren und immerhin die Handbewegungen zu machen. Denn da ist es am offensichtlichsten, wenn man rauskommt. Das war ein bisschen frustrierend, aber hey: Uebung macht den Meister! Und ich werde jetzt zwei Spiele und ein- bis zweimal Training pro Woche haben, sollte das also bald draufhaben.

Juhuu (18.November 2016) Ich sitze gerade in Sportmedizin, wir sollen eigentlich unsere Notizen fuer den Test am Montag noch mal durchgehen, aber jeder quatscht oder surft im Internet mit den Chromebooks. Und So, offensichtlich hat es geklappt, ich kann mich wieder in meinen Blog einloggen 🙂 Juhuu !

Cheer or Track?

Hey,

ich sitze in Computer Program und bin mal wieder fertig mit meinen Aufgaben.

Die Hockey Saison (by the way, wir haben uns gestern mit 4:2 meiner Meinung nach wacker geschlagen) endet leider (*schnueff schnueff*) in wenigen Wochen und ich bin auf der Suche nach einem neuen Sport.

[ Kurze „Warnung“:Dieser Eintrag wird etwas Tagebuch-maessig, es ist mehr eine Entscheidungshilfe fuer mich selbst, meine Gedanken mal schriftlich zu ordenen]

Bald sind die sogenannten Tryouts, wo man sich fuer den jewiligen Sport „qualifizieren“ muss und dann entweder ins JV (Juniorenteam) oder in das „bessere“ Team kommt (Dieses System gibt es hier bei praktisch jedem Schulsport, weil es aber das erste Jahr ist, dass es Hockey hier an der Schule gibt, haben sie nur ein Team erstellt)

Leider kann ich nur zu einem der Tryouts gehen, entweder oder.                                           Cheer or Track, das ist nun die Frage.

Anfangs war ich Feuer und Flamme, Cheerleading zu machen, es vereint zwei meiner Lieblingssportarten: Tanzen und Turnen. Ich wollte eigentlich ja auch ins Football-Cheer-Team, aber die Tryouts waeren im Juli gewesen und da war ich noch in Deutschland. Nicht schlimm, dachte ich mir, dann feuer ich halt Basketballspieler an.

Das Ding ist aber (Jetzt sag ich das auch schon andauernd, Hannah 😉 ), dass mir jeder hier erzaehlt hat, dass die Basketball-Cheeleader  abgesehen von einer kleinen Show bei Halbzeit nicht besonders viel Tanzen oder Stunten, weil auf dem Basketballfeld kein Platz dafuer sei. Den Grossteil der Zeit sitzen sie also auf der Tribuene,“singen“ ihre Chants und klatschen. *hrmpf* Das ist nicht ganz das, was ich eigentlich will. Heute Nachmittag ist ein Meeting, da werde ich hoffentlich mehr Informationen bekommen.

Manchmal,wenn das Hockeytraining ausfaellt, gehe ich hier in der Nachbarschaft laufen, das spricht also fuer Track. Abgesehen davon habe ich aber noch nie Leichtathletik als Sport gemacht,war aber ziemlich gut, als wir in (Schul-)sport in Deutschland sprinten mussten. Ausserdem meinte meine Mutter mal, sie koennte sich vorstellen, dass ich gut Mittelstrecke laufen koennte. Sie hat das frueher selbst gemacht, muss es also wissen.

Tracktraining waere  wahrscheinlich jeden Tag. Cheerleading nehme ich mal an, nur zwei mal woechentlich (zumindest war das beim Football-Cheer-Team so), was mir persoenlich zu wenig waere.

Das Beste an Track waere aber, dass ich mit Emily zusammen Zeit verbringen koennte, da sie gesagt hat, dass sie auf jeden Fall ins Team moechte. Wir sehen uns nur in Chemie und beim Hockeytraining (aber die Saison endet ja bald) und am Wochenende bin ich auch sehr oft verplant.

Einen Nachteil sehe ich aber in Track: Das Training wird draussen sein und friere sehr schnell. Bree macht sich immer darueber lustig, dass es doch in Deutschland viel kaelter als hier sei, eigentlich sollte mir also warm sein, ist es aber nicht.  Cheertraining waere drinnen in der Turnhalle, das waere ein Pluspunkt dafuer,

Hm, schwere Entscheidung. Und ich darf wie gesagt nur zu einem der Tryouts gehen. Ich werde jetzt dann erstmal schauen, was wir beim Cheer-Meeting so erzaehlt bekommen, tendiere aber (das ist mir im Nachhinein beim Korrekturlesen aufgefallen) generell zu Track.

Zu dem Footballspiel sind wir gestern uebrigens nicht gegangen, das waere zu spaet geworden, meinten meine Gasteltern. Sie haben aber versprochen, dass wir das nachholen werden. Wir haben das Spiel dann im Fernsehen gegeuckt, die Panthers haben verloren 🙁 .

So, in drei Minuten gongt es und ich muss zu Geschichte, also

Bis bald,

Lilly

Hey, Matthew!

Hey,

es ist warscheinlich schon ueberall in den Nachrichten. Ich erlebe heute meinen ersten grossen Hurrikan hier. „Matthew“ besucht uns jetzt uebers Wochenende .Es schuettet wie aus Kuebeln und ist sehr windig, die Baeume neigen sich im Wind und die Ampeln (die sind hier nur an einer strommastenarteigen Konstruktion befestigt) schauen aus als ob sie „tanzen“. Ich hatte mir das alles noch heftiger vorgestellt, aber wir sind ja hier auch im Landesinneren und nicht an der Kueste. Haiti und Florida scheint es deutlich schlimmer zu erwischen.Trotzdem bloed, denn unser Hockeyspiel fuer gestern und, viel schlimmer, der Homecomingball wurden abgesagt und verschoben. Immerhin.

Ich werde mich jetzt gleich mit Emily treffen, um das zu tun, was man bei diesem Sch*wetter am besten macht: In kuschelige Decken gehuellt  Filme gucken, Cookies backen und vielleicht kann ich ihr auch meine Zwillingsschwester aus Deutschland vorstellen (ups, du weist ja noch gar nicht von deinem Glueck, Lieblingsschwest 🙂 ), wenn die Zeit zum skypen hat.

Jetzt faellt mir grad noch ein, dass ich voellig vergessen habe, vom Homecomnigspiel zu berichten. Alles in allem war es gar nicht mal so aufregend, um ehrlich zu sein.  Das lag vermutlich daran, dass das gegnerische Team nicht sehr gut war. Das ist geplant, wie mir erzaehlt wurde. Waere ja bloed, wenn das eigene Team das Homecomingspiel verliert. War deswegen dementsprechend langweilig, das Spiel endete 67:6 (oder so). In der Halbzeitpause wurden Homecomingqueen und king gekroent (die Prinzessinen und Prinzen wurden schon vorher bekanntgegeben), ein Maedchen aus meinem Hockeyteam hat es geschafft.

Heute Abend treffen wir uns mit Freunden der Familie zum Abendessen und es ist geplant, dass ich mit deren Tochter zusammen backe. Jippie, da freue ich mich drauf. Bree hat morgen ein Fussballspiel ( weil sie auf Kunstrasen spielen, spielen sie bei jedem Wetter solange es nicht gewittert) und ich muss langsam mal mit dem  5-seitigen Aufsatz uber meine Familiengeschichte fuer meinen Geschichtskurs anfangen. Montag gehen wir eventuell zu einem Footballspiel der Panthers. Es waere sehr cool, wenn das klappen wuerde, aber meine Familie ist noch am Ueberlegen weil das Spiel erst um halb neun losgeht.

So, jetzt muss ich los, will Emily ja nicht warten lassen.

Bis bald,
Lilly

Meine Woche (spezifischer geht der Titel nicht)

Hey,

Weil meine Gasteltern und meine Tante in Las Vegas (mein Gastvater hat da einen Geschaeftstermin und sie gehen auf ein Celine Dion Konzert) sind, wohne ich dieses Wochenende bei meinem Onkel, Bea und meinen Cousinen. Der arme Carson (mein Gastbruder)- von Maedchen umzingelt ;).

Gestern war wie jeden Freitag das Varsity Footballspiel (JV, das Juniorenteam spielt donnerstags) und als Watergirl war ich natuerlich dabei. Leider haben die Pirates verloren, haetten die drei Touchdowns jedoch gezaehlt, dann haetten wir gewonnen. Na gut, so ist es halt.

Aufregend war es aber auf jeden Fall, vor allem weil dieses Spiel das Homecoming-Spiel der Gegner war. Es gab also ein grosses (noch groesser als sonst) Trallala mit einer Show in der Halbzeitpause.

So ganz verstehe ich den Hintergrund vor Homecoming noch nicht. Als ich Bree (meine Gastschwester) gestern gefragt habe, ob das einfach eine Party um der Party (und Football natuerlich) willen ist, hat sie gesagt, das treffe es ganz gut. Unser Homecoming ist uebernaechstes Wochenende.Ein Kleid habe ich auch schon, Bree hat mir das gegeben, das sie mal zur Bar Mitzvah einer Freundin anhatte. Es ist aus schwarzem Stretch-Stoff und assymetrisch geschnitten. Jetzt muss ich nur noch Schuhe dafuer finden. Ich gehe heute noch mit einem Maedchen aus dem Hockeyteam (Emily) shoppen, vielleicht finde ich da ja was.

[Schreibunterbrechung (gibt es das Wort ueberhaupt?)]

Bin zurueck und habe sehr suesse, schlichte schwarze Ballerinas gefunden 😉

Abgesehen vom Kleid habe ich keine Ahnung wie Homecoming (der Dance, nicht das Spiel, da bin ich ja watergirl) ablaufen wird. Es wird auf jeden Fall eine american experience fuer mich.

Was sonst noch so passiert ist: Habe ich nicht im letzten Beitrag erwaehnt, dass ich hoffe, noch ein Hockeyspiel zu gewinnen? Na ja, wir haben letztes Woche 4:0 und 5:0 verloren. Kein Kommentar mehr. (Aber der Wille zum Sieg war da!)

Bea hat morgen Geburtstag, ich habe mit Emily eine deutsche Kaese-Sahne-Torte (so deutsch wie es ohne Quark und Vanillezucker eben geht) gebacken und ihr deutsche Suessigkeiten wie Haribo, Milka und Kinderschokolade gekauft. Hoffentlich freut sie sich darueber.

Ansonsten habe ich heute morgen mal wieder mit meiner Familie geskypt. Es war schoen, sie mal wieder zu sehen und zu hoeren. Mit dem Zeitunterschied ist das ja nicht so einfach. Wenn ich unter der Woche um halb sechs von Schule und Hockey heimkomme, ist es halb zwoelf in Deutschland und (fast-mein Vater ist ein Nachtmensch) ganz Deutschland schlaeft schon. Deswegen bleiben eigentlich nur die Wochenendvormittage zum skypen. Wenn ich nicht bei einem Fussballspiel bin. Wenn ich nicht shoppen bin. Wenn ich eben mal zuhause bin :).

So, mehr interessantes gibt es von meiner Woche wirklich nicht zu berichten und laenger kann ich mich jetzt auch nicht mehr vor dem ins Bett gehen druecken (prokrastinieren in Klugscheissersprache).

Bis bald,

Lilly

Aus dem Leben eines Watergirls

Hey,

gestern Abend war, wie jeden Freitag, ein Footballspiel von der High School hier. Leider haben die Pirates (das Team unserer Schule) verloren, das tut aber nicht so viel zur Sache, weil es bei dieser Freitagabendveranstaltung nicht NUR um das eine geht. Im Vordergrund steht viel mehr der School spirit. Und der wird hier mit Band, Cheerleadern und Fahnenschwingern  gross geschrieben.

Meine Rolle in dem ganzen Trubel? Ich habe in einem frueheren Beitrag schon erwaehnt, dass ich mit Bea zusammen Water girl bin. Das heisst, wir sorgen dafuer, dass die (gefuehlt tausend, schaetze aber es sind so 30-40) Wasserflaschen der Footballspieler immer schoen gefuellt sind. Der Job an sich ist jetzt nicht unbedingt spannend, aber Teil des Geschehens am Spielfeldrand zu sein ist schon aufregend. Ausserdem muss ich als „Teammitglied“ keine 6 Dollar Eintritt bezahlen.

Ich stehe also mit Bea am Spielfeldrand, quatsche mit ihr (da ist es manchmal schon cool, dass sonst keiner hier deutsch kann 😉 )und immer, wenn ein Time-Out ist, rennen wir aufs Feld, um den Spielern „das Wasser zu reichen“ 🙂 . Hinter uns machen die Cheerleader ihre Show. Die Stunts sind echt cool und ich bewundere die Faehigkeit, so lange so laute zu schreien/ jubeln. Manchmal tanzen sie auch zu dem, was die Band (ca 300 Leute, Blasorchester, die sind richtig gut) spielt. Auch noch mittendrin: Die Fahnenschwinger. Eine Gruppe von ca 15 Leuten, die blaue, lebensgrosse Fahnen durch die Luft wirbeln. Schaut einfach aus, aber ein Maedchen aus der Gruppe war (sie hat Kurs gewechselt) mit mir ihn Geschichte und sie erzaehlte mir, dass das sehr anstrengend ist. Die haben sogar zwei mal woechentlich Training dafuer. Auf der Tribuene sitzen Eltern, Lehrer,die Band, Girlfriends der Spieler und fuer die Schueler gibt es extra eine Student Section.

Abgesehen davon war gestern aber auch insofern ein aufregender Tag, als dass ich drei Tests geschrieben habe und ein Hockeyspiel  hatte.

Der Chemie-Test war realtiv einfach (ich hatte den Stoff halt schon in Deutschland), aber auch nicht geschenkt. Der Computer Program Test verdient den Namen eigentlich nicht, weil wir ihn in Gruppen und mit Hilfe unserer Notizen bearbeiten durften. Auch Geschichte war ein open book test, ansonsten waere ich aber auch aufgeschmissen gewesen. Da werde ich fuer die naechsten Tests wohl oder uebel einen zweiten Blick in meine Notizen werfen muessen. Generell habe ich mir aber vorgenommen, die Schule hier schon ernst zu nehmen, aber nicht zu ernst, denn wie der Ami so schoen sagt: You won’t get credit for this anyway– meine Noten hier zaehlen back in Germany eh nicht. Also konzentriere ich mich lieber darauf, mit dem deutschen Stoff nicht in Verzug zu kommen.

Das Hockeyspiel haben wir leider 6:0 verloren, macht nix. Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitermachen (Ja Schwesterherz, den Spruch habe ich von deiner Spruechewand geklaut). Ich spiele jetzt Defense und fuehle mich viel wohler als im Angriff, wo ich nie genau wusste, wo ich hinlaufen soll, was ich machen soll. Jetzt, in der Abwehr, habe ich nur ein Ziel: Den Gegener davon abzuhalten, ein Tor zu machen. NIcht dass mir das gestern gut gelungen waere, aber Uebung macht den Meister.

By the way: Der Grund, warum ich Umlaute immer als oe, ue und ae schreibe, ist, dass ich diesen Text auf meinem von der Schule gestellten Chromebook, einem  Laptop, tippe. Und auf der amerikanischen Tastatur gibt’s keine Umlaute.

So, das war’s auch schon fuer heute. Bree hat spaeter noch ein Fussballspiel, vielleicht backe ich vorher noch Cupcakes.

Bis bald,

Lilly

Update

Hey,

seit meinem letzten Eintrag ist wieder (fuer Ferienverhaeltnisse) viel passiert. Ich werde das Ganze hier mal mehr oder weniger chronologisch auflisten:

  •  jeden Morgen von acht (eigentlich habe ich doch Ferien, jammer, jammer) bis zehn Hockeytraining- Fazit: mit dem Schlaeger den Ball zu treffen ist schwieriger, als es ausschaut
  • ab und dann mal, wenn mir langweilig ist oder ich motiviert bin,uebe ich Geige (wir haben hier eine ausgeliehen). Bloed bloss, dass das Paeckchen  mit den Noten aus Deutschland noch nicht angekommen ist, ich google jetzt immer Allegro oder Concerto oder so und spiele dann das.
  • letzten Dienstag Fussball-Torwart-Training fuer Brees Freizeit-Tunier am WE bei dem ich als „goalie“ ausgeholfen habe- ja, das Fussballtor ist deutlich groesser als das Handballtor
  • am Mittwoch habe ich mich mit Bea fuer unsere Classes (der High School wird irgendwann noch ein Eintrag gewidmet) eingeschrieben: Ich werde wahrscheinlich American History(Pflichtfach), Chemie, Sportmedizin und Culinary(=Kochen/Backen) oder Informatik (um Java zu lernen- muesste ich am bayerischen Gymnasium auch) oder Sports and Entertainment Management belegen. Mal gucken, wie mein tatsaechlicher Stundenplan dann ausschaut, er sollte bald per Post kommen
  • am Wochenende dann das Fussballtunier: drei Spiele insgesamt , ich habe je eine Halbzeit gespielt. „The first game really sucked“ , wie die Amis sagen wuerden- das erste Spiel war ein Desaster, das zweite und dritte waren dann besser und spassiger.
  • Am Sonntagabend gab meine Gastfamilie eine Fussballparty. Brees neu zusammengewuerfeltes Team und deren Eltern sollten sich besser kennenlernen. Das mag in der Theorie gut klingen, hat in der Praxis jetzt nur bedingt funktioniert. . Die Eltern haben in der Kueche Small Talk gemacht, waehrend das Team im Garten SnapChat und Instagram-Namen ausgetauscht hat. Immerhin ein Anfang. Und das Essen war echt gut: Hot Dogs, Hamburger, Mac’n’Cheese( Maccaroni mit Kaese-mmmmmmm), Chips, Cookies, Brownies, der hausgemachte Bananenpudding meiner Gastmutter, und und und.
  • Gesternmorgen sollten wir eigentlich ein Hockey-Skrimmitch (Freundschaftsspiel)  haben, es kamen aber nur drei Spielerinnen vom gegnerischen Team. Egal, wir haben dann halt sieben gegen sieben gespielt.
  • Danach haben wir mit Brees Cousinen und Bea den Freizeitpark Carowinds besucht. Die Amis haben echt coole Achterbahnen (sie haetten dir gefallen, Lisa). Integriert in den Park war ein Wasserpark. Eine Rutsche, die erwaehnenswert ist: Man steht/liegt (Neigungswinkel ca. 80 Grad) in der Rutsche und ploetzlich oeffnet sich die Klappe, auf der man steht und man „faellt“ ins Bodenlose. Hoert sich cool an, das Wellenbad war mir dann doch lieber, da spritzt das Wasser nicht so in die Nase.
By the way: Echt liebgewonnen habe ich die Haengematte meiner Gastfamilie im Garten. Weil es wegen der Klimaanlage im Haus ziemlich kalt ist und um frische Luft zu schnappen(ich haette nie gedacht, dass ich das mal sage, aber das fehlt mir irgendwie) gehe ich manchmal nach draussen zum Lesen(am spaeten Nachmittag ist es auch nicht mehr so heiss).
Eine knappe Woche Faulenzen habe ich noch, danach geht die Schule los.
Heute haben wir unser erstes richtiges Hockeyspiel (Aufregung), danach werden Bea und ich beim Footballtrainig helfen.
Das ist eine laengere Geschichte: Nach dem Hockeytrainig (letzte Woche irgendwann)sind wir zu Ms Stephenie (so ne Art Schul-Physiotherapeutin/Krankenschwester) gegangen, um Eis fuer mein Hangelenk zu holen(das tat mal wieder weh). Irgendwie, keine Ahnung warum( ich glaube, ich habe sie nicht richtig verstanden/realisiert was sie eigentlich gesagt hat) haben wir, Bea und ich, dann zugestimmt, bei Footballspielen Ms Stephenie zu helfen, die Wasserflaschen aufzufuellen und Eis bei Verletzungen zu verteilen. Das ueben wir heute und werden jeden Freitag bei Spielen verpflichtet sein. Ich hoffe, dass ich dann auch mein neu erworbenes Sportmedizin-Wissen anwenden kann und nicht nur rumstehe.
So, das wars fuer heute. Ich habe noch ganz viel im Kopf, was noch zu Papier gebracht werden muss, hier eine kleine Notiz an mich selbst:
  • Backen in Amerika
  • Mehr zu Hockey
  • Leben in der Gastfamilie
  • High School
Bis bald,
Lilly