Backen auf amerikanisch

Hey,

ich kann es selbst noch kaum glauben, aber unser Hockeyteam hat gestern tatsaechlich 3:1 gegen irgendeine katholische Schule in South Carolina gewonnen 🙂 ! Wir waren alle maechtig stolz und haben uns super gefreut.

Tja, ich habe dem Team versprochen, Cookie Dough Sandwiches (zwei Chocolate chip cookies mit eifreiem Keksteig als „Fuellung“…mmmmmmm) zu backen, wenn wir gewinnen. Morgen haben wir nur bis 12 Schule und kein Training, ich werde also genug Zeit dafuer haben. Backen in den USA ist fuer mich unerwarteterweise anders als in Deutschland. Ich kann nicht einfach drauflosbacken, muss mir vorher ueberlegen, was und fuer wen. Meine Gastfamilie mag zum Beispiel keine Nuesse und Emily hat Laktoseintoleranz. Und dann muss natuerlich noch alles Benoetigte im Haus sein. Butter fehlt mir manchmal. Alles nicht so einfach 🙂 .

Dann kann’s losgehen: Der Ofen muss vorgeheizt (das dauert so 10 Minuten, bis er warm ist, natuerlich ist die Temperatur in Fahrenheit angegeben) und die Zutaten abgemessen werden. Dafuer nimmt man hier keine Waage, sondern ganz einfach einen Messbecher, die „Einheit“ ist dann nicht gramm, sondern „Cup“. Also 2 cups Mehl, 5/4 cups Zucker und so weiter. Das war am Anfang ein bisschen verwirrend fuer mich, weil ich meine deutschen Gramm-Rezepte nicht verwenden kann. Natuerlich haette ich umrechnen koennen, war aber zu faul dafuer. Habe also fleissig im Netz gestoebert (wir haben unsere Laptops in der Schule ja eigentlich fuer Recherchezwecke, aber wenn ich doch fruher fertig sein sollte…in Geschichte habe ich Unmengen an Zeit) und ganz viele amerikanische Rezepte gefunden. Scones, Pies, Muffins, Cupcakes, Candy Bars und natuerlich: Cookies. Oben erwaehnte Cookie Dough Sandwiches habe ich fuer Beas Geburtstagsparty schon ausprobiert und nur positive Kritik bekommen. Meinem Hockeyteam sollten sie also auch schmecken.

Ach so, hier noch die Aufloesung fuer den superschlauen Computer Program-Spruch: 10 ist uebersetzt 2 in Binary. Das wars eigentlich auch schon. Ohne diese Zusatzinfo ist man leicht verwirrt. 10 Arten und danach werden nur 2 erwaehnt? Aber 10 ist ja 2!Egal, irgendwie kam mir das alles am Mittwoch um einiges brillianter vor, koennte am Gluecksrausch liegen, weil ich endlich mal irgendetwas (neuer Stoff, nicht binary, der spruch stand bloss irgendwo im Buch, ich war fertig und habe ihn entdeckt) in diesem Kurs verstanden habe.

Naechstes Wochenende ist Homecoming, werde langsam ein bisschen aufgeregt. Aber um Kleid und Schuhe brauche ich mir immerhin keine Sorgen zu machen, das habe ich ja schon. Bea hat von gestern auf heute bei mir uebernachtet (sleep-over heisst das hier) und ich habe ihr ein voll huebsches, dunkelblaues Kleid in A-Linie mit Bluemchen-Spitzenmuster am Ruecken von mir dafuer geliehen, steht ihr (fast 😉 ) besser als mir. Ich freue mich auf jeden Fall auf den Ball, das wird bestimmt eines der Highlights meiner „Highschoolkarriere“. Sollte aber auch nicht zu viel erwarten, mir wurde oft erzaehlt, dass der Abschlussball eigentlich viel toller sein soll.

Bis bald,

Lilly

Erwartungen

Hey,

jetzt ist es nur noch eine Woche hin, dann fliege ich nach New York und dann nach North Carolina („OMG“+ amerikanisches Girlie-Gekreische). Bisher lag das alles in weiter Ferne, doch jetzt stellt sich (mir) die Frage: Was erwarte ich mir eigentlich konkret von meiner Zeit in Charlotte?

Es gibt zwei Möglichkeiten, diese Frage zu beantworten.

Da wäre die Art von Antwort, die ich in meinen Motivationsaufsätzen tausendmal genannt habe: „Neue“ Kultur kennen lernen, Englisch verbessern, anderen Alltag erleben, und und und. Besonders persönlich klingt das Ganze nicht, so in etwa sehen bestimmt alle Motivationsaufsätze aus. Aber was soll man bitte auch konkret schreiben, wenn noch nicht einmal Ort, Gastfamilie und Schule bekannt sind?

Das führt mich zur zweiten Antwortmöglichkeit: Ich habe jetzt schon alle Informationen:Charlotte, nette Familie-habe echt Glück, coole High School) und kann mir dementsprechend schon ein ungefähres Bild von meiner Umgebung machen. Mit meiner Gastschwester (sie schreibt mir jeden Tag „noch soundsoviel Tage OMG“) habe ich schon ein Programm erstellt, was wir gemeinsam unternehmen wollen(Freizeitpark, Skifahren in den Bergen von NC, , Pyjama-Party, auf den Homecoming-Ball gehen,..). Sie hat mir auch schon einige ihrer Freunde und natürlich ihre Familie über Skype vorgestellt, ich kenne also in etwa die Rahmenbedingungen.

Auch wenn sicher nicht alles genauso werden wird wie erwartet, freue ich mich schon total auf mein atj.

Aber jetzt gibt es erstmal noch ziemlich viel zu erledigen: Koffer packen, Gastgeschenke kaufen, Verabschieden. Deshalb fiel der heutige Beitrag etwas kurz und unstrukturiert aus, aber das ist ja nicht schlimm.

Das nächste Mal wenn ich blogge, werde ich schon in New York oder sogar Charlotte sein.

Also bis bald,

Lilly