Cheer or Track?

Hey,

ich sitze in Computer Program und bin mal wieder fertig mit meinen Aufgaben.

Die Hockey Saison (by the way, wir haben uns gestern mit 4:2 meiner Meinung nach wacker geschlagen) endet leider (*schnueff schnueff*) in wenigen Wochen und ich bin auf der Suche nach einem neuen Sport.

[ Kurze „Warnung“:Dieser Eintrag wird etwas Tagebuch-maessig, es ist mehr eine Entscheidungshilfe fuer mich selbst, meine Gedanken mal schriftlich zu ordenen]

Bald sind die sogenannten Tryouts, wo man sich fuer den jewiligen Sport „qualifizieren“ muss und dann entweder ins JV (Juniorenteam) oder in das „bessere“ Team kommt (Dieses System gibt es hier bei praktisch jedem Schulsport, weil es aber das erste Jahr ist, dass es Hockey hier an der Schule gibt, haben sie nur ein Team erstellt)

Leider kann ich nur zu einem der Tryouts gehen, entweder oder.                                           Cheer or Track, das ist nun die Frage.

Anfangs war ich Feuer und Flamme, Cheerleading zu machen, es vereint zwei meiner Lieblingssportarten: Tanzen und Turnen. Ich wollte eigentlich ja auch ins Football-Cheer-Team, aber die Tryouts waeren im Juli gewesen und da war ich noch in Deutschland. Nicht schlimm, dachte ich mir, dann feuer ich halt Basketballspieler an.

Das Ding ist aber (Jetzt sag ich das auch schon andauernd, Hannah 😉 ), dass mir jeder hier erzaehlt hat, dass die Basketball-Cheeleader  abgesehen von einer kleinen Show bei Halbzeit nicht besonders viel Tanzen oder Stunten, weil auf dem Basketballfeld kein Platz dafuer sei. Den Grossteil der Zeit sitzen sie also auf der Tribuene,“singen“ ihre Chants und klatschen. *hrmpf* Das ist nicht ganz das, was ich eigentlich will. Heute Nachmittag ist ein Meeting, da werde ich hoffentlich mehr Informationen bekommen.

Manchmal,wenn das Hockeytraining ausfaellt, gehe ich hier in der Nachbarschaft laufen, das spricht also fuer Track. Abgesehen davon habe ich aber noch nie Leichtathletik als Sport gemacht,war aber ziemlich gut, als wir in (Schul-)sport in Deutschland sprinten mussten. Ausserdem meinte meine Mutter mal, sie koennte sich vorstellen, dass ich gut Mittelstrecke laufen koennte. Sie hat das frueher selbst gemacht, muss es also wissen.

Tracktraining waere  wahrscheinlich jeden Tag. Cheerleading nehme ich mal an, nur zwei mal woechentlich (zumindest war das beim Football-Cheer-Team so), was mir persoenlich zu wenig waere.

Das Beste an Track waere aber, dass ich mit Emily zusammen Zeit verbringen koennte, da sie gesagt hat, dass sie auf jeden Fall ins Team moechte. Wir sehen uns nur in Chemie und beim Hockeytraining (aber die Saison endet ja bald) und am Wochenende bin ich auch sehr oft verplant.

Einen Nachteil sehe ich aber in Track: Das Training wird draussen sein und friere sehr schnell. Bree macht sich immer darueber lustig, dass es doch in Deutschland viel kaelter als hier sei, eigentlich sollte mir also warm sein, ist es aber nicht.  Cheertraining waere drinnen in der Turnhalle, das waere ein Pluspunkt dafuer,

Hm, schwere Entscheidung. Und ich darf wie gesagt nur zu einem der Tryouts gehen. Ich werde jetzt dann erstmal schauen, was wir beim Cheer-Meeting so erzaehlt bekommen, tendiere aber (das ist mir im Nachhinein beim Korrekturlesen aufgefallen) generell zu Track.

Zu dem Footballspiel sind wir gestern uebrigens nicht gegangen, das waere zu spaet geworden, meinten meine Gasteltern. Sie haben aber versprochen, dass wir das nachholen werden. Wir haben das Spiel dann im Fernsehen gegeuckt, die Panthers haben verloren 🙁 .

So, in drei Minuten gongt es und ich muss zu Geschichte, also

Bis bald,

Lilly

Backen auf amerikanisch

Hey,

ich kann es selbst noch kaum glauben, aber unser Hockeyteam hat gestern tatsaechlich 3:1 gegen irgendeine katholische Schule in South Carolina gewonnen 🙂 ! Wir waren alle maechtig stolz und haben uns super gefreut.

Tja, ich habe dem Team versprochen, Cookie Dough Sandwiches (zwei Chocolate chip cookies mit eifreiem Keksteig als „Fuellung“…mmmmmmm) zu backen, wenn wir gewinnen. Morgen haben wir nur bis 12 Schule und kein Training, ich werde also genug Zeit dafuer haben. Backen in den USA ist fuer mich unerwarteterweise anders als in Deutschland. Ich kann nicht einfach drauflosbacken, muss mir vorher ueberlegen, was und fuer wen. Meine Gastfamilie mag zum Beispiel keine Nuesse und Emily hat Laktoseintoleranz. Und dann muss natuerlich noch alles Benoetigte im Haus sein. Butter fehlt mir manchmal. Alles nicht so einfach 🙂 .

Dann kann’s losgehen: Der Ofen muss vorgeheizt (das dauert so 10 Minuten, bis er warm ist, natuerlich ist die Temperatur in Fahrenheit angegeben) und die Zutaten abgemessen werden. Dafuer nimmt man hier keine Waage, sondern ganz einfach einen Messbecher, die „Einheit“ ist dann nicht gramm, sondern „Cup“. Also 2 cups Mehl, 5/4 cups Zucker und so weiter. Das war am Anfang ein bisschen verwirrend fuer mich, weil ich meine deutschen Gramm-Rezepte nicht verwenden kann. Natuerlich haette ich umrechnen koennen, war aber zu faul dafuer. Habe also fleissig im Netz gestoebert (wir haben unsere Laptops in der Schule ja eigentlich fuer Recherchezwecke, aber wenn ich doch fruher fertig sein sollte…in Geschichte habe ich Unmengen an Zeit) und ganz viele amerikanische Rezepte gefunden. Scones, Pies, Muffins, Cupcakes, Candy Bars und natuerlich: Cookies. Oben erwaehnte Cookie Dough Sandwiches habe ich fuer Beas Geburtstagsparty schon ausprobiert und nur positive Kritik bekommen. Meinem Hockeyteam sollten sie also auch schmecken.

Ach so, hier noch die Aufloesung fuer den superschlauen Computer Program-Spruch: 10 ist uebersetzt 2 in Binary. Das wars eigentlich auch schon. Ohne diese Zusatzinfo ist man leicht verwirrt. 10 Arten und danach werden nur 2 erwaehnt? Aber 10 ist ja 2!Egal, irgendwie kam mir das alles am Mittwoch um einiges brillianter vor, koennte am Gluecksrausch liegen, weil ich endlich mal irgendetwas (neuer Stoff, nicht binary, der spruch stand bloss irgendwo im Buch, ich war fertig und habe ihn entdeckt) in diesem Kurs verstanden habe.

Naechstes Wochenende ist Homecoming, werde langsam ein bisschen aufgeregt. Aber um Kleid und Schuhe brauche ich mir immerhin keine Sorgen zu machen, das habe ich ja schon. Bea hat von gestern auf heute bei mir uebernachtet (sleep-over heisst das hier) und ich habe ihr ein voll huebsches, dunkelblaues Kleid in A-Linie mit Bluemchen-Spitzenmuster am Ruecken von mir dafuer geliehen, steht ihr (fast 😉 ) besser als mir. Ich freue mich auf jeden Fall auf den Ball, das wird bestimmt eines der Highlights meiner „Highschoolkarriere“. Sollte aber auch nicht zu viel erwarten, mir wurde oft erzaehlt, dass der Abschlussball eigentlich viel toller sein soll.

Bis bald,

Lilly

high School

Hey,

Puh, Die erste Schulwoche ist geschafft. Ein bisschen fies,wenn man bedenkt,dass es in Bayern erst in 10 Tagen losgeht. Aber immerhin haben wir das Labor day Wochenende,das wir am Strand zelebrieren werden. Ich sitze gerade im Auto und schreibe am Blog (ein Buch hab ich schon durch und das Zweite muss ich aufheben, sonst habe ich für Strand und Rückfahrt nichts mehr?).
Aber zurück zur Schule. Der Hauptunterschied zum deutschen Schulsystem besteht darin, dass ich hier statt 15 Fächern vier habe. Chemie,Sport Medizin, Computer Program und amerikanische Geschichte. Dafür, dass es so wenig Fächern sind, habe ich sie jeden Tag und zwar Doppelstunden (die mir manchmal seeeeeeehr lang vorzukommen scheinen).
Mein Tag beginnt mit Chemie: eigentlich war der Plan, einen Kurs zu nehmen,der organische Chemie in dem Semester durchnimmt, hat aber leider nicht geklappt, ich sitze jetzt im Grundkurs und lerne das,was ich in Deutschland vor zwei Jahren in Chemie gelernt habe. Ist aber nicht so schlimm, weil die Lehrerin (fast ;)) so toll erklären kann wie meine deutsche und der Unterricht echt Spaß macht. Außerdem ist ein total nettes Mädchen aus dem Hockeyteam in dem Kurs,mit der ich quatschen kann (nicht dass wir dafür viel Zeit hätten). Und zu einfach ist es allein schon wegen der englischen Sprache nicht.
Zweiter „Block“ : Sport Medizin. Das habe ich gewählt, weil ich in Deutschland Schulsani bin und auch selbst viel Sport treibe. Es ist ein echt interessanter Kurs, gestern haben wir die 5 Arten von Knochen und die Namen derer im Körper (mein persönlicher Favorit:Patella, das klingt wie Umbrella,Regenschirm) kennengelernt. Besonders in dem Kurs bereitet mir das Englisch jetzt am Anfang einige Schwierigkeiten, aber wenn ich weiter fleißig die Wörter zu Hause nachschlage, sollte das bald besser werden.
Danach gibt’s Mittagessen. Zum Glück habe ich mit Bree (meiner Gastschwester) lunch, sitze also mit ihr und ihren Freunden zusammen in der lauten,vollen Cafeteria.Jeden Abend bereite ich das Essen für den nächsten Tag vor (susskartoffelpommes,Omelette, Wrap, gefüllte Avocado….) und freue mich,wenn ich es mittags aus meiner lunchbag zaubern kann.
Gut gestärkt geht’s dann zum Computer program Kurs. Ich beginne langsam,die Kurswahl zu bereuen, weil Informatik auch in Deutschland jetzt nicht unbedingt mein Lieblingsfach ist, aber es ist zu spät, um zu wechseln und ich brauche das Wissen back in Germany. Vor meiner Abreise habe ich nämlich mit meiner Informatiklehrerin geredet und sie meinte, dass es schwierig ist, sich Java selbst beizubringen. Damit ich das nicht verpasse und dann in Deutschland in Info Probleme kriege,hab ich den Kurs genommen und ziehe das jetzt auch durch.
Endspurt des (schul-)tages: amerikanische Geschichte. Ist genauso, wie es sich anhört: nicht unbedingt spannend, muss ich aber als Austauschschüler nehmen. Dort lerne ich über alles, was in Amerika in Der Zeit zwischen der Entdeckung des Landes 1492 und dem amerikanischen Bürgerkrieg passiert ist. Der Lehrer hat schon angekündigt, dass wir am Ende des Semesters einen fünfseitigen Aufsatz schreiben dürfen/sollen/müssen. Klingt nach Spaß.
Nach Geschichte habe ich hockeytraining am Footballfeld der Midddleschool nebenan. Das ist der beste Teil des Tages für mich:abschalten,auspowern.
Zu Hause muss ich dann meine amerikanischen (die werden hier oft benotet, muss mir also Mühe geben) und meine deutschen Hausaufgaben ( mir den Stoff für Mathe,Chemie,Bio,Physik und französisch in Deutschland beibringen) machen. Zum prokrastinieren zwischendurch eignet sich das Lunchbox-vorbereiten, backen und Abendessen sehr gut.
Tja, und dann ist der Tag auch schon rum. Das ist mein wahnsinnig spannender Tagesablauf hier.

Jetzt sind wir am Strand agekommen. Ich sitze gerade auf der Terasse des Wohnmobils, vielleicht hüpfe ich später mal ins Meer, das liegt ja quasi vor der Haustür.

Bis bald,

Lilly
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