Organisatorisches (Doppeldeutigkeit, haha ;-))

Hey,

wie versprochen heute ein Beitrag über die ganzen Vorentscheidungen.

Wann genau in mir die Idee oder der Wunsch zu einem atj aufkam, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr so genau, es gab jetzt nicht DAS Ereignis, das war mehr so ein sich langsam in meinen Kopf einschleichender Gedanke.

Es fing damit an, dass ich mich im Mai letzten Jahres mit der Cousine einer Freundin über deren atj mit Rotary unterhielt und von der Idee begeistert war. Einige Wochen später besuchte ich die Jugendbildungsmesse (Info-Veranstaltung über atj, Auslandspraktika, Work and Travel &Co.) und hatte danach erst einmal einen Informationen-Overkill: Länder, Schultypen, Sportarten, andere Kulturen und vor allem: Kosten.

Billig schien der Spaß nun mit Sicherheit nicht zu werden. Nun gibt es zur Lösung dieses Problems ein großes Zauberwort: Stipendium. Also verbrachte ich meine Sommerferien mit Internetrecherche über Stipendien und später dem Anfertigen von Bewerbungen (Motivationsschreiben, Empfehlungen von Lehrern, Zeugnisse, Kreativbeiträge, Nachweis des sozialen Engagements, insgesamt ein Haufen Arbeit).Eingereicht habe ich diese später bei sechs Organisationen/Vereinen:

  • PPP: Parlamentarisches Patenschafts Programm, ein Bundestagsabgeordneter übernimmt für einen USA-Austauchschüler die Patenschaft, sehr beliebt, hohe Anforderungen, Vollstipendium
  • DFH: Dachverband High School (oder so ähnlich): Zusammenschluss vieler Organisationen, vergeben insgesamt glaube so 20 Stipendien
  • StepIn: Private Organisation, 4 Vollstipendien (USA, Neuseeland, Australien und Kanada je eins)
  • IOD: Private Organisation, bieten sowohl Voll- als auch Teilstipendien an
  • Ayusa: Private Organisation, Teilstipendien, später mehr zu meinem
  • das sind nicht alle, habe zwei vergessen, gibt noch viel mehr, der Stipendienwegweiser (Website) ist da sehr hilfreich

Leider bin ich nicht die einzige, die das Zauberwort Stipendium zu kennen scheint. Vor allem das PPP und die Stipendien vom DFH sind so sehr beliebt, dass die Aufnahmekriterien dementsprechend sind. Es trudelten dann langsam die ersten Absagen bei mir ein.

Doch bei Ayusa wurde ich dann zu einem Stipendienauswahltag im November eingeladen. Dort mussten wir viel Gruppenarbeit machen (über Klischees in Deutschland oder unser Traumschulsystem entwerfen zb) und wurden halt dabei von Ayusa-Mitarbeitern beobachtet (Soziale Kompetenzen und so). Später kam noch ein Englischtest (durchaus machbar) und ein persönliches Gespräch mit einem Mitarbeiter auf Englisch. Insgesamt lässt sich sagen, dass das Ganze sehr entspannt ablief, vor allem die Gruppenarbeit war lustig.

Im Januar kam dann der Brief: Ich hatte ein Teilstipendium über 800 Euro gewonnen. Yippie! Das mag jetzt im Vergleich zu den ca. 8400 Euro Programmkosten nach weinig klingen, doch einen entscheidenden Vorteil gab es: Dadurch, dass ich mich mit den Stipendien so ins Zeug gelegt hatte, habe ich meine Eltern überzeugen können, dass mein atj nicht nur eine vorübergehender Träumerei war. Die Entscheidung fiel: Ich würde mit Ayusa in die USA gehen.

So, jetzt habe ich vor lauter Stipendium die Entscheidung über das Land vergessen: warum USA? Fest stand für mich von Anfang an, dass ich in ein englischsprachiges Land wollte. Französisch habe ich zwar in der Schule, ist aber nicht unbedingt mein Lieblingsfach und eine komplett neue Sprache wie Spanisch im Alleingang zu lernen, das traute ich mir dann doch nicht zu.

Nun sind Australien, Neuseeland und Kanada wunderschöne Länder, der Preis lag jedoch bei 10.000, nach oben offen, also: UK oder US? Vielleicht bin ich da zu sehr vom von den Medien gezeichneten Bild der USA (american dream und CO.) beeinflusst, aber schlussendlich fiel die Entscheidung darauf, mein atj ganz klassisch in den USA zu machen.

Schon im März, vergleichsweise früh, bekam ich die Info über meine Gastfamile: Ich werde in einem Vorort von Charlotte, North Carolina bei einer Familie mit 2 Hunden,einem 12-Jährigen sohn und einer 15-Jährigen Tochter, Bree (Breeanna), wohnen.

Mit ihnen habe ich seitdem schon etliche Male geskypt, vor allem auf Bree freue ich mich sehr.

Im Mai war noch ein Vorbereitungswochenende in Köln, sehr informativ und mit netten Leuten.

In weniger als 4 Wochen (genauer gesagt in 27 Tagen, Countdown läuft) geht es los, ich bin schon sehr aufgeregt .

Nach diesem einstündigen Schreib-Marathon habe ich (wohl ziemlich offensichtlich) keine Lust mehr und melde mich nächstes Mal mit einem Beitrag über meine Wünsche und Erwartungen an mein atj zurück.

Bis bald,

Lilly