(noch nicht die letzten) aber doch schon abschliessende Worte

Hey,
ich sitze gerade im Klassenzimmer,habe mein letztes Final Exam in Geschichte beendet. Das war gar nicht mal so schwer, 38 Multiple Choice-Fragen, die mehr Reading-Comprehension mit Anwendung des Gelernten waren als „Auswendig-lern-Fragen“ wie in Deutschland und zwei „Short answer“-Fragen. Weil der Test vom Staat North Carolina vorgegeben ist (und einige Lehrer mit dem Stoff immer nicht durchkommen-so die offizielle Erklaerung), wird er „Gecurvt“. Das heisst, dass unsere Noten nachtraeglich irgendwie noch verbessert werden (von einer 60/100 auf eine 90/100 zum Beispiel). Ich muss sagen, so was koennte man im bayerischen Schulsystem doch auch mal einfuehren, oder? Nicht nur bei Jahrgangsstufentests, vor allem beim Abi, was ja vom Bundesland Bayern vorgegeben ist, faende ich das nicht schlecht 😉

Tja, heute ist dann wohl mein letzter Schultag hier in den USA. In drei Tagen fliege ich zurueck nach Deutschland.Ich habe mal ein bisschen in meinen alten Motivationsaufsaetzen und ersten Blogeintraegen gestoebert. Zeit fuer ein kleines Resumee.Was hat mir persoenlich der Schueleraustausch gebracht? Habe ich mich veraendert, wenn ja, wie?

Eine Sache die fuer mich ziemlich offensichtlich ist: mein Englisch hat sich enorm verbessert. Die Aussprache jetzt vielleicht nicht unbedingt-das ‚th‘ und ich werden wohl nie Freunde werden- aber mein Vokabular und vor allem meine Gespraechsfaehigkeit konnte ich sehr gut erweitern. Besonders die Umgangssprache wie „here we go“, „i feel ya“ oder „anyways…“ also das, was ueber das Lehrbuchenglsich hinausgeht, habe ich hier sehr gut gelernt. Wenn ich mich mit Bea hier unterhalten habe, haben wir immer ein Denglisch geredet, bei dem jeder Deutschlehrer das Heulen anfangen wuerde.Schlimme, boese Anglizismen und so. Auch hier auf dem Blog ist es mir(offensichtlich ;)) manchmal passiert, dass sich ein paar englische Woerter mit reingemogelt habe. Da werde ich im deutschen Englischunterricht wohl aufpassen muessen, nicht jeden Satz mit dem Fuellwort „Like….“ zu beginnen.

Auch die andere Lebensweise hier habe ich gut kennen lernen koennen. Ich finde es schon lange nicht mehr seltsam, dass es niemanden wirklich interessiert, wie es mir geht („how are you doing?“-„I’m fine, what about yourself?“) und versuche auch nicht mehr, das Fahrrad hier in Indian Trail als Fortbewegungsmittel durchzusetzen ;). Obwohl, by the way, ich habe letztens mal gegoogelt: Soooo weit ist es eigentlich gar nicht bis zur Schule: 4.4 Meilen, 7.1 Kilometer. Theoretisch….egal, lassen wir das 😉

Generell glaube ich, dass ich ein bisschen weltoffener geworden bin. Bei einm Skype-Gespraech mit meinem Vater letztends zum Beispiel meinte ich so, dass ich mir durchaus vorstellen koennte, mit ihm nochmal langlaufen zu gehen (nach einer „ganz schlimmen Langlaufkindheit“ und dem Skilager in der 7. war das erst mal „total doof, Papa“). Manchmal muss man sich einfach (noch mal neu) auf Dinge einlassen koennen. Weise Worte hier heute, ich weiss :P. Also da finde ich, dass ich mich echt entwickelt habe. Wie sehr das stimmt, kann ich ja dann in Deutschland ueberpruefen ;).

Ein Punkt, der natuerlich nicht zu vergessen ist: Ich habe hier so viele neue Leute kennen gelernt. Irgendwann erkennt man dann ein Muster beim „Sich-vorstellen“ und lernt, auf Leute zu zugehen. So habe ich viele neue Freunde gewonnen.(Emilee und ich gehen heute zum Passamt-wahrscheinlcih das letzte Mal, dass wir uns sehen, fuer den Fall, dass sie Mittwoch, bei meinem letzten Basketballspiel arbeiten muss. Wir freuen uns beide sehr auf ihren Besuch, soooo excited )Auch zu meiner Gastfamilie-Bree, Carson, meine Gasteltern, grandmommy, Bea, meinen Cousinen und meinen Tante und mein Onkel- habe ich ein sehr gutes Verhaeltnis aufgebaut-was nicht unbedingt selbstverstaendlich ist. Ich will auf jeden Fall mit ihnen in Kontakt bleiben-Eine WhatsApp-Gruppe ist schon in Planung :). Und Bea wird mich warscheinlich auch nicht so schnell wieder los ;).

Das klingt jetzt alles sehr wehmuetig, aber so fuehle ich mich auch (Achtung: Rumgejammere coming. Wem das zu viel wird, der kann hier aufhoeren, zu lesen. Ich habe euch gewarnt!!!). Ich glaube, ich habe in den letzten Tagen hier mehr geweint, als in dem ganzen halben Jahr. Es ist so eine Mischung aus „ich-will-hier-nicht-weg“, Heimweh und Aufregung, nach Hause zu kommen. Ich freue mich sehr darauf, meine deutsche Familie und Freunde wieder zu sehen. Ja, ihr, die das gerade lest (oder auch nicht, wenn ihr oben schon ausgestiegen seid, haha), seid gemeint. Ich habe euch nicht vergessen, auch wenn das manchmal vielleicht den Ansschein hatte. Wie koennte ich bloss ;).
Bis bald (und fuer einige von euch: sehr bald, juhu),
Lilly

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