Aus dem Leben eines Watergirls

Hey,

gestern Abend war, wie jeden Freitag, ein Footballspiel von der High School hier. Leider haben die Pirates (das Team unserer Schule) verloren, das tut aber nicht so viel zur Sache, weil es bei dieser Freitagabendveranstaltung nicht NUR um das eine geht. Im Vordergrund steht viel mehr der School spirit. Und der wird hier mit Band, Cheerleadern und Fahnenschwingern  gross geschrieben.

Meine Rolle in dem ganzen Trubel? Ich habe in einem frueheren Beitrag schon erwaehnt, dass ich mit Bea zusammen Water girl bin. Das heisst, wir sorgen dafuer, dass die (gefuehlt tausend, schaetze aber es sind so 30-40) Wasserflaschen der Footballspieler immer schoen gefuellt sind. Der Job an sich ist jetzt nicht unbedingt spannend, aber Teil des Geschehens am Spielfeldrand zu sein ist schon aufregend. Ausserdem muss ich als „Teammitglied“ keine 6 Dollar Eintritt bezahlen.

Ich stehe also mit Bea am Spielfeldrand, quatsche mit ihr (da ist es manchmal schon cool, dass sonst keiner hier deutsch kann 😉 )und immer, wenn ein Time-Out ist, rennen wir aufs Feld, um den Spielern „das Wasser zu reichen“ 🙂 . Hinter uns machen die Cheerleader ihre Show. Die Stunts sind echt cool und ich bewundere die Faehigkeit, so lange so laute zu schreien/ jubeln. Manchmal tanzen sie auch zu dem, was die Band (ca 300 Leute, Blasorchester, die sind richtig gut) spielt. Auch noch mittendrin: Die Fahnenschwinger. Eine Gruppe von ca 15 Leuten, die blaue, lebensgrosse Fahnen durch die Luft wirbeln. Schaut einfach aus, aber ein Maedchen aus der Gruppe war (sie hat Kurs gewechselt) mit mir ihn Geschichte und sie erzaehlte mir, dass das sehr anstrengend ist. Die haben sogar zwei mal woechentlich Training dafuer. Auf der Tribuene sitzen Eltern, Lehrer,die Band, Girlfriends der Spieler und fuer die Schueler gibt es extra eine Student Section.

Abgesehen davon war gestern aber auch insofern ein aufregender Tag, als dass ich drei Tests geschrieben habe und ein Hockeyspiel  hatte.

Der Chemie-Test war realtiv einfach (ich hatte den Stoff halt schon in Deutschland), aber auch nicht geschenkt. Der Computer Program Test verdient den Namen eigentlich nicht, weil wir ihn in Gruppen und mit Hilfe unserer Notizen bearbeiten durften. Auch Geschichte war ein open book test, ansonsten waere ich aber auch aufgeschmissen gewesen. Da werde ich fuer die naechsten Tests wohl oder uebel einen zweiten Blick in meine Notizen werfen muessen. Generell habe ich mir aber vorgenommen, die Schule hier schon ernst zu nehmen, aber nicht zu ernst, denn wie der Ami so schoen sagt: You won’t get credit for this anyway– meine Noten hier zaehlen back in Germany eh nicht. Also konzentriere ich mich lieber darauf, mit dem deutschen Stoff nicht in Verzug zu kommen.

Das Hockeyspiel haben wir leider 6:0 verloren, macht nix. Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitermachen (Ja Schwesterherz, den Spruch habe ich von deiner Spruechewand geklaut). Ich spiele jetzt Defense und fuehle mich viel wohler als im Angriff, wo ich nie genau wusste, wo ich hinlaufen soll, was ich machen soll. Jetzt, in der Abwehr, habe ich nur ein Ziel: Den Gegener davon abzuhalten, ein Tor zu machen. NIcht dass mir das gestern gut gelungen waere, aber Uebung macht den Meister.

By the way: Der Grund, warum ich Umlaute immer als oe, ue und ae schreibe, ist, dass ich diesen Text auf meinem von der Schule gestellten Chromebook, einem  Laptop, tippe. Und auf der amerikanischen Tastatur gibt’s keine Umlaute.

So, das war’s auch schon fuer heute. Bree hat spaeter noch ein Fussballspiel, vielleicht backe ich vorher noch Cupcakes.

Bis bald,

Lilly

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