Juhuuuu!

Hey,

ich sitze mal wieder in Computer Program, habe bis gerade eben Back-Blogs durchstoebert (die Lesezeichen auf meinem Chromebook hier sind fast nur Rezepte 🙂 ) und jetzt finde ich endlich mal wieder Zeit fuer meinen Blog.

In den letzten eineinhalb Wochen ist sehr viel passiert. Letzte Woche war die letzte Hockeywoche, das letztes regulaeres Hockeyspiel  am Donnerstag (leider 3:1 verloren) und am Samstag hatten wir ein Abschlusstunier. Diesen Sonntagnachmittag ist dann die Abschlussfeier :'(  . Dafuer will ich, wenn Zeit ist, meine Cookie Dough Sandwiches machen, die es hier in kurzer Zeit zu einiger Beruehmtheit geschafft haben :).

Am Sonntagmorgen hat mein Gastvater sein Sonntagsfruehstueck gemacht, bestehend aus Pancakes, Biscuits(aehnlich wie Broetchen, gemacht aus Buttermilch, Butter und Mehl) mit pochiertem Ei und Kaese , Hashbrowns (Kartoffelpuffer) und gebratenem Speck. Das war sehr lecker.

Danach sind wir als Familie in die Kirche gegangen. Weil ich in Deutschland nicht wirklich in die Kirche gehe, war ich zuerst war etwas skeptisch eingestellt, es hat mir aber sehr gut gefallen. Die Kirche selbst war ein moderner, lichtdurchfluteter Bau und anstelle von Orgel und Chor hat eine Rockband gespielt. Thema des Gottesdienstes war Dankbarkeit. Auch wenn sehr viel ueber Gott gesprochen wurde, fand ich den philosophische Teil sehr interessant.

Anfang dieser Woche war ich mit den Cheeleading Tryouts gut beschaeftigt. Vorgestern war Training, gestern die „Entscheidung“. Uns, 40 zukuenftigen (?) Cheerleadern wurden am Montag also ein Cheer, ein Tanz und Kicks beigebracht. Ein Cheer ist ein bisschen wie ein Lied, zuerst haben wir mit Klatschen und Stampfen einen Beat erzeugt (meine Handflaechen sind immer noch rot) und danach eine Art Sprechgesang (“ Come on everybody, get up on your feet and dance to the rhythm of the PR(Porter Ridge)-Beat“) gemacht und dazu „getanzt“.  Der Tanz selbst war etwa 5 Achter (5 mal 1,2,3,4,5,6,7,8 Zaehlzeiten) lang und sehr schnell, aber mit etwas Uebung hinzukriegen. Kicks sind…hm das laesst sich schwer beschreiben…ein bisschen wie dieses Auf-und-ab-Gehuepfe beim Rock’n’Roll-Grundschritt, wobei die Fuesse so hoch wie moeglich „geschleudert“ werden. Zum Glueck duerfen wir (im Gegensatz zum Anspreitzen beim Turnen) die Knie dabei beugen, weil nebenbei muss man ja auch noch huepfen…eine koordinatorische Herausforderung 😀 .

Bea haben die drei Uebungsstunden am Montag leider nicht so gut gefallen, deshalb wollte sie am Dienstag nicht zu den Tryouts gehen und stattdessen Track machen. By the way, hier der Link zu ihrem Blog: beagoesusa.de  Fuer mich hiess das, dass ich dann abgesehen von einem Maedchen aus dem Hockeyteam kein Maedchen kannte, aber ich bin ja ein offener und sehr kommunikativer Mensch ( worunter meine Freunde und Familie manchmal leiden muessen 😉 ) und habe schnell Leute zum Quatschen und Ueben fuer die Zeit von 4.00 bis 7.30 gefunden. Uns wurde dann eine Nummer zugeteilt. Weil ich Nummer 37 war, waren Nummer 38 und ich die letzten, die Cheer, Tanz und Kicks vorfuehren durften. Ich war mega aufgeregt, bin je im Tanz und im Cheer einmal rausgekommen, habe aber einfach fleissig weitergelaechelt und bin auch wieder reingekommen. Ich hatte jetzt nicht unbedingt ein gutes Gefuehl danach, war aber froh, dass es vorbei war. Um 10 Uhr sollten die Ergebnisse online sein. Ich sass also dann noch Oreo-Eis essend am Kuechentisch, darauf wartend, dass die Ziffern auf der Uhrenanzeige meines Computers endlich 10 Uhr anzeigen. Ploetzlich rief Steph (meine Gastmuttter) nach mir in dem Ton, den sie normalerweise anschlaegt, wenn ich vergessen habe die Haustuere abzuschliessen oder das Waschmittel mal wieder ins falsche Ventil geschuettet habe 😀 . Dann hat sie mir aber ihr Handy entgegengstreckt und…… da war die Nummer 37 unter Varsity Team gelistet ! Die Information muss wohl schon frueher online gegangen sein. Ich hab sie umarmt und hatte -auch wenn das dramatisch klingt- Freudentraenen in den Augen weil ich mich so gefreut habe.

Eigentlich wollte ich ja Cheer und Track parallel machen, aber so wirklich schient das nicht zu funktionieren. Beide Coaches waeren nicht damit einverstanden gewesen, ganz abgesehen davon, dass das wahrscheinich fuer mich extrem stressig geworden waere. Ist aber auch nicht schlimm, denn auch wenn ich nur einmal die Woche Cheertraining haben werde, haben wir zwei Spiele zusaetzlich. Ausserdem kann ich ja auch in der Nachbarschaft laufen gehen, wenn ich will.

Leider muss ich 350$ fuer die ganzen Cheeleadingsachen bezahlen. Es gibt extra leichte Schuhe, Rucksaecke, Trainingssachen, die Schleifen fuer die Haare, Pompoms und noch „Spiritwear“.Ich muss das ganze Zeug kaufen, aber vielleicht sind das auch ganz schoene Souvenirs, die ich mit nach Deutschland nehmen werde. Auch mit inbegriffen in der Gebuehr ist der „Retreat“ dieses Wochenende. Ich habe selbst noch nicht ganz verstanden, was das ist, glaube aber, dass es so eine Art Trainingslager ist. Da freue ich mich sehr drauf.

Bis bald,

Lilly

End of the season

Hey,
Heute ist ein wunderschoener Herbsttag.
Ich sitze mal wieder am Rande eines Fussballfeldes, aber nicht dort, wo Bree normalerweise ihre Spiele hat, sondern an einem in den Bergen. Grillen zirpen, ich hoere noch einige Voegel zwitschern, die Sonne scheint, es weht ein angenehmes Lueftchen und von der Erhoehung,auf der ich sitze, hat man einen tollen Blick auf den sich gelblich faerbenden Wald.
Ich bin jetzt seit zwei Monaten hier. Auch wenn ich meine Familie, vor allem mein Schwesterherz  und Flo vermisse, habe mich sehr gut eingelebt,einen neuen Alltag gefunden: Meine ‚baking tuesdays‘ (bree und carson haben fussballtraining, also backe ich bei meiner Tante mit Bea und Madison, Brees cousine), Footballspiele donnerstags und freitags, Brees und Carsons Fussballspiele am Wochenende. Meine deutschen hausaufgaben mache ich jetzt waehrend des Unterrichts (wenn ich mit den „Assignments“ frueher fertig bin) und habe jeden Nachmittag Hockeytraining.

Naechste Woche wird die letzte in der Saison sein. Ich bin sehr traurig darueber, denn der Sport und vor allem das Team sind mir echt ans Herz gewachsen. Naechstes Wochenende haben wir noch ein Tunier und eine Abschlussfeier.

Aber direkt im Anschluss daran sind naechste Woche Montag und Dienstag die Cheer-Tryouts. Ich war ja letzte Woche etwas unentschieden bezueglich Cheer oder Track…Der Plan ist jetzt, dass ich, wenn ich es (hoffentlich) ins Team geschafft habe-nach beidseitiger Absprache mit den Coaches- parallel Track mache. Je nachdem in welches Cheer-Team ich es schaffe (das Juniorenteam hat frueher Training als das Varsity-Tram), kann ich dann eventuell einmal die Woche nicht zum Track-Training gehen. Wie ich das jetzt so aufschreibe, faellt mir auf, dass sich das zwar ziemlich durchoptimiert anhoert, es sich aber, wenn es klappt, wahrscheinlich manchmal Ueberschneidungen ergeben werden. Zusaetzlich zum Training haette ich ja auch noch Spiele oder Wettkaempfe. Zudem beeinhaltet der Masterplan eine Menge „wenns“, ich sollte mir also keine zu grossen Hoffnungen machen, aber man soll ja nie aufhoeren zu traeumen. Ich gehe jetzt erstmal zu den Cheer-Tryouts und wenn ich es nicht schaffe, hat sich das Problem sowieso geloest.
Abgesehen von dem Fussbalspiel heute hatte ich ein sehr entspanntes Wochenende.Gestern war ein typischer „Bummeln-und-Erledigen-Tag“, wie mein Vater ihn nennen wuerde. Ich habe sehr viel an (deutschen) Hausaufgaben geschafft, nebenbei aber auch genug Zeit zum Geige spielen, Laufen gehen und Lesen gefunden.

Fuer Geschichte muss ich einen 5-seitigen Aufsatz ueber meine Familiengeschichte schreiben. Alternativthema war „Was ist deiner Meinung nach das wichtigste Ereignis/die wichtigste Person in der amerikanischen Geschichte?“ – da nehme ich dann doch lieber die Familiengeschichte. Vor allem weil sich meine gerade erst 94 gewordene Tante und ihr Leben vor dem historischen Hintergrund der Weimarer Republik, dem dritten Reich, dem 2.Weltkrieg, der Nachkriegszeit, dem Mauerbau und dem geteilten Deutschland nun wirklich anbieten. Sie selbst hat zwei lange Aufsaetze darueber verfasst und im Geschichtsunterricht haben wir oben genannte Themen bereits behandelt, das ist mir eine sehr grosse Hilfe. Zusaetzlich moechte ich auch ihre Anhnenforschung erwaehnen. Es macht mir unerwartet viel Spass, durch all die alten Dokumente zu stoebern und so mehr ueber meine Urururgrosseltern und weitere interessante Persoenlichkeiten zu erfahren. Einer hatte 17 Kinder, ein anderer beherbergte Goethe fuer eine Nacht und wieder ein anderer war ein echter Pechvogel: Seine erste Frau starb kurz nach der Geburt des ersten Kindes, die Schwiegereltern wenig spaeter, seine zweite Frau wurde nervenkrank, die Franzosen pluenderten 1806 auf seinem Hof, bei einem Unwetter brannte ein Wirtschaftsgebaeaude ab, er starb arm und verbittert. Es sind also sehr interessante Schicksale dabei. Ich bin dankbar, dass meine Tante dass alles zusammengeschrieben hat. Zurueck zu meinem Meisterwerk: Die Gliederung und eineinhalb Seiten sind schon geschafft, aber ich habe ja auch noch drei Wochen Zeit.

So, jetzt sind wir nach zweistuendiger Heimfahrt angekommen (ich habe den Text oben auf meinem Handy am Fussballfeld getippt). Mein Gastvater steht in der Kueche und backt Triple Chocolate Chip Cookies fuer mich – er hatte eine Wette verloren: Haeagen Dasz ist KEINE daenische Firma, sonder eine amerikanische ; ). Ich mache mich dann mal an meinen Aufsatz.
Bis bald,
Lilly

Cheer or Track?

Hey,

ich sitze in Computer Program und bin mal wieder fertig mit meinen Aufgaben.

Die Hockey Saison (by the way, wir haben uns gestern mit 4:2 meiner Meinung nach wacker geschlagen) endet leider (*schnueff schnueff*) in wenigen Wochen und ich bin auf der Suche nach einem neuen Sport.

[ Kurze „Warnung“:Dieser Eintrag wird etwas Tagebuch-maessig, es ist mehr eine Entscheidungshilfe fuer mich selbst, meine Gedanken mal schriftlich zu ordenen]

Bald sind die sogenannten Tryouts, wo man sich fuer den jewiligen Sport „qualifizieren“ muss und dann entweder ins JV (Juniorenteam) oder in das „bessere“ Team kommt (Dieses System gibt es hier bei praktisch jedem Schulsport, weil es aber das erste Jahr ist, dass es Hockey hier an der Schule gibt, haben sie nur ein Team erstellt)

Leider kann ich nur zu einem der Tryouts gehen, entweder oder.                                           Cheer or Track, das ist nun die Frage.

Anfangs war ich Feuer und Flamme, Cheerleading zu machen, es vereint zwei meiner Lieblingssportarten: Tanzen und Turnen. Ich wollte eigentlich ja auch ins Football-Cheer-Team, aber die Tryouts waeren im Juli gewesen und da war ich noch in Deutschland. Nicht schlimm, dachte ich mir, dann feuer ich halt Basketballspieler an.

Das Ding ist aber (Jetzt sag ich das auch schon andauernd, Hannah 😉 ), dass mir jeder hier erzaehlt hat, dass die Basketball-Cheeleader  abgesehen von einer kleinen Show bei Halbzeit nicht besonders viel Tanzen oder Stunten, weil auf dem Basketballfeld kein Platz dafuer sei. Den Grossteil der Zeit sitzen sie also auf der Tribuene,“singen“ ihre Chants und klatschen. *hrmpf* Das ist nicht ganz das, was ich eigentlich will. Heute Nachmittag ist ein Meeting, da werde ich hoffentlich mehr Informationen bekommen.

Manchmal,wenn das Hockeytraining ausfaellt, gehe ich hier in der Nachbarschaft laufen, das spricht also fuer Track. Abgesehen davon habe ich aber noch nie Leichtathletik als Sport gemacht,war aber ziemlich gut, als wir in (Schul-)sport in Deutschland sprinten mussten. Ausserdem meinte meine Mutter mal, sie koennte sich vorstellen, dass ich gut Mittelstrecke laufen koennte. Sie hat das frueher selbst gemacht, muss es also wissen.

Tracktraining waere  wahrscheinlich jeden Tag. Cheerleading nehme ich mal an, nur zwei mal woechentlich (zumindest war das beim Football-Cheer-Team so), was mir persoenlich zu wenig waere.

Das Beste an Track waere aber, dass ich mit Emily zusammen Zeit verbringen koennte, da sie gesagt hat, dass sie auf jeden Fall ins Team moechte. Wir sehen uns nur in Chemie und beim Hockeytraining (aber die Saison endet ja bald) und am Wochenende bin ich auch sehr oft verplant.

Einen Nachteil sehe ich aber in Track: Das Training wird draussen sein und friere sehr schnell. Bree macht sich immer darueber lustig, dass es doch in Deutschland viel kaelter als hier sei, eigentlich sollte mir also warm sein, ist es aber nicht.  Cheertraining waere drinnen in der Turnhalle, das waere ein Pluspunkt dafuer,

Hm, schwere Entscheidung. Und ich darf wie gesagt nur zu einem der Tryouts gehen. Ich werde jetzt dann erstmal schauen, was wir beim Cheer-Meeting so erzaehlt bekommen, tendiere aber (das ist mir im Nachhinein beim Korrekturlesen aufgefallen) generell zu Track.

Zu dem Footballspiel sind wir gestern uebrigens nicht gegangen, das waere zu spaet geworden, meinten meine Gasteltern. Sie haben aber versprochen, dass wir das nachholen werden. Wir haben das Spiel dann im Fernsehen gegeuckt, die Panthers haben verloren 🙁 .

So, in drei Minuten gongt es und ich muss zu Geschichte, also

Bis bald,

Lilly

Hey, Matthew!

Hey,

es ist warscheinlich schon ueberall in den Nachrichten. Ich erlebe heute meinen ersten grossen Hurrikan hier. „Matthew“ besucht uns jetzt uebers Wochenende .Es schuettet wie aus Kuebeln und ist sehr windig, die Baeume neigen sich im Wind und die Ampeln (die sind hier nur an einer strommastenarteigen Konstruktion befestigt) schauen aus als ob sie „tanzen“. Ich hatte mir das alles noch heftiger vorgestellt, aber wir sind ja hier auch im Landesinneren und nicht an der Kueste. Haiti und Florida scheint es deutlich schlimmer zu erwischen.Trotzdem bloed, denn unser Hockeyspiel fuer gestern und, viel schlimmer, der Homecomingball wurden abgesagt und verschoben. Immerhin.

Ich werde mich jetzt gleich mit Emily treffen, um das zu tun, was man bei diesem Sch*wetter am besten macht: In kuschelige Decken gehuellt  Filme gucken, Cookies backen und vielleicht kann ich ihr auch meine Zwillingsschwester aus Deutschland vorstellen (ups, du weist ja noch gar nicht von deinem Glueck, Lieblingsschwest 🙂 ), wenn die Zeit zum skypen hat.

Jetzt faellt mir grad noch ein, dass ich voellig vergessen habe, vom Homecomnigspiel zu berichten. Alles in allem war es gar nicht mal so aufregend, um ehrlich zu sein.  Das lag vermutlich daran, dass das gegnerische Team nicht sehr gut war. Das ist geplant, wie mir erzaehlt wurde. Waere ja bloed, wenn das eigene Team das Homecomingspiel verliert. War deswegen dementsprechend langweilig, das Spiel endete 67:6 (oder so). In der Halbzeitpause wurden Homecomingqueen und king gekroent (die Prinzessinen und Prinzen wurden schon vorher bekanntgegeben), ein Maedchen aus meinem Hockeyteam hat es geschafft.

Heute Abend treffen wir uns mit Freunden der Familie zum Abendessen und es ist geplant, dass ich mit deren Tochter zusammen backe. Jippie, da freue ich mich drauf. Bree hat morgen ein Fussballspiel ( weil sie auf Kunstrasen spielen, spielen sie bei jedem Wetter solange es nicht gewittert) und ich muss langsam mal mit dem  5-seitigen Aufsatz uber meine Familiengeschichte fuer meinen Geschichtskurs anfangen. Montag gehen wir eventuell zu einem Footballspiel der Panthers. Es waere sehr cool, wenn das klappen wuerde, aber meine Familie ist noch am Ueberlegen weil das Spiel erst um halb neun losgeht.

So, jetzt muss ich los, will Emily ja nicht warten lassen.

Bis bald,
Lilly

Homecoming-Woche

Hey,

ich sitze gerade in Sport Medizin und wir haben „Freizeit“, weil alle Sophomores (10.Klaessler) heute den Pre-ACT (irgendein Pre-College Test, den Pre-SAT muss ich als Junior naechste Woche machen) haben und von unserer Klasse nicht mehr besonders viel uebrig ist.

Es ist Homecoming-Woche!

Konkret heisst das, dass der american school spirit mit grossem trara und nach Lust und Laune ausgelebt wird. Fuer diese Woche gibt es fuer jeden Tag einen „Dresscode“, den man natuerlich nicht verpflichtend befolgen muss, aber die Themen sind schon lustig. Montag war „alien“ das Thema, da hatte ich jetzt nicht so viel im Kleiderschrank zu, ein tuerkises Sweatshirt musste genuegen. Gestern war „Pun day“ (Pun bedeutet Wortspiel), das war sehr lustig. Ich habe schwarze Jeans, ein T-shirt mit einem  grossen gruenen „P“, meine Lederjacke und  ein schwarzes Haarband getragen; um ein Auge habe ich mit schwarzem Make-up einen grossen (Pandaaugenaehnlichen) Kreis gemalt. Na, welcher Pun ist das? …..Ich war eine „Black Eyed Pea“. Bree (die das selbe „Kostuem“ hatte) und ich fanden uns sehr genial (auch wenn die Idee von Instagram geklaut war, aber psssssssttt 🙂 ). Sonst habe ich einen „One Night Stand“ (Pappkarton als „Schulterposter mit Deko), mehrere „Holy Cows“, „Oh deers“ und weiteres gesehen. Viele Kostueme waren vielfach vertreten, was wol leider daran lag, dass wohl viele Leute die selbe Instagram-Seite aufgerufen hatten.

Heute ist „Alter ego day“, man soll sich also komplett anders als sonst kleiden. Brees Cousine Savannah tauscht zum Beispiel mit einer Freundin ihre Cheerleader-Uniform gegen deren Band-Kleidung. Mir ist fuer heute nichts wahnsinning kreatives eingefallen, deswegen habe ich mich einfach so wie immer angezogen. Donnerstag ist „Geek vs. Greek day, da will ich mich ganz „nerdig“ sein, also kein Make-up, Rattenschwaenze (zwei Pferdeschwaenze) und langweilige Klamotten. Freitag ist „spirit day“, da ziehen wir unsere Hockeyuniformen (nur das T-shirt, der Rock ist laut „Schuldresscode“ zu kurz) an und im 4th Block haben wir eine Pep Really, irgendeine Veranstaltung aller Sportteams der Schule. Keine Ahnung, was wir konkret machen werden, aber alles ist besser als in Geschichte zu sitzen.

In genau dem Fach habe ich heute auch einen Test, aber wir duerfen ja im Buch spicken, sollte also passen.

Weil es eine Hurrikan-Warnung fuer das Wochenende gibt, wurde das JV(Junior Varsity)-Footballspiel von morgen auf heute verlegt, morgen ist dann das Varsity-Homecomingspiel. Dort werden Homecomingking und -queen (Abschlussjahrgang) und die je 3 Homecomingprinces und -princesses „gekroent“. Zusaetzlich wird es bestimmt noch eine grosse Show geben, bin sehr gespannt darauf und werde natuerlich ausfuerhlichst darueber berichten :).

BIs bald,

Lilly

 

Backen auf amerikanisch

Hey,

ich kann es selbst noch kaum glauben, aber unser Hockeyteam hat gestern tatsaechlich 3:1 gegen irgendeine katholische Schule in South Carolina gewonnen 🙂 ! Wir waren alle maechtig stolz und haben uns super gefreut.

Tja, ich habe dem Team versprochen, Cookie Dough Sandwiches (zwei Chocolate chip cookies mit eifreiem Keksteig als „Fuellung“…mmmmmmm) zu backen, wenn wir gewinnen. Morgen haben wir nur bis 12 Schule und kein Training, ich werde also genug Zeit dafuer haben. Backen in den USA ist fuer mich unerwarteterweise anders als in Deutschland. Ich kann nicht einfach drauflosbacken, muss mir vorher ueberlegen, was und fuer wen. Meine Gastfamilie mag zum Beispiel keine Nuesse und Emily hat Laktoseintoleranz. Und dann muss natuerlich noch alles Benoetigte im Haus sein. Butter fehlt mir manchmal. Alles nicht so einfach 🙂 .

Dann kann’s losgehen: Der Ofen muss vorgeheizt (das dauert so 10 Minuten, bis er warm ist, natuerlich ist die Temperatur in Fahrenheit angegeben) und die Zutaten abgemessen werden. Dafuer nimmt man hier keine Waage, sondern ganz einfach einen Messbecher, die „Einheit“ ist dann nicht gramm, sondern „Cup“. Also 2 cups Mehl, 5/4 cups Zucker und so weiter. Das war am Anfang ein bisschen verwirrend fuer mich, weil ich meine deutschen Gramm-Rezepte nicht verwenden kann. Natuerlich haette ich umrechnen koennen, war aber zu faul dafuer. Habe also fleissig im Netz gestoebert (wir haben unsere Laptops in der Schule ja eigentlich fuer Recherchezwecke, aber wenn ich doch fruher fertig sein sollte…in Geschichte habe ich Unmengen an Zeit) und ganz viele amerikanische Rezepte gefunden. Scones, Pies, Muffins, Cupcakes, Candy Bars und natuerlich: Cookies. Oben erwaehnte Cookie Dough Sandwiches habe ich fuer Beas Geburtstagsparty schon ausprobiert und nur positive Kritik bekommen. Meinem Hockeyteam sollten sie also auch schmecken.

Ach so, hier noch die Aufloesung fuer den superschlauen Computer Program-Spruch: 10 ist uebersetzt 2 in Binary. Das wars eigentlich auch schon. Ohne diese Zusatzinfo ist man leicht verwirrt. 10 Arten und danach werden nur 2 erwaehnt? Aber 10 ist ja 2!Egal, irgendwie kam mir das alles am Mittwoch um einiges brillianter vor, koennte am Gluecksrausch liegen, weil ich endlich mal irgendetwas (neuer Stoff, nicht binary, der spruch stand bloss irgendwo im Buch, ich war fertig und habe ihn entdeckt) in diesem Kurs verstanden habe.

Naechstes Wochenende ist Homecoming, werde langsam ein bisschen aufgeregt. Aber um Kleid und Schuhe brauche ich mir immerhin keine Sorgen zu machen, das habe ich ja schon. Bea hat von gestern auf heute bei mir uebernachtet (sleep-over heisst das hier) und ich habe ihr ein voll huebsches, dunkelblaues Kleid in A-Linie mit Bluemchen-Spitzenmuster am Ruecken von mir dafuer geliehen, steht ihr (fast 😉 ) besser als mir. Ich freue mich auf jeden Fall auf den Ball, das wird bestimmt eines der Highlights meiner „Highschoolkarriere“. Sollte aber auch nicht zu viel erwarten, mir wurde oft erzaehlt, dass der Abschlussball eigentlich viel toller sein soll.

Bis bald,

Lilly