Do you understand binary?

Hey,

Ich sitze gerade in Computer Programing und bin mit meinen Aufgaben fertig. Bin sehr stolz auf mich, weil ich endlich (nach so 5 Wochen Schule) ungefaehr verstanden habe worum es geht  (Yippieeeeeeeeee!) . Ausserdem habe ich einen lustigen Spruch entdeckt:

„There are 10 types of people in this world-those who understand binary and those who don’t.“

(–>Aufloesung folgt im naechsten Beitrag 😉  )

Macht mich das jetzt zum Geek, dass ich das cool finde?

Bis bald,

Lilly

Meine Woche (spezifischer geht der Titel nicht)

Hey,

Weil meine Gasteltern und meine Tante in Las Vegas (mein Gastvater hat da einen Geschaeftstermin und sie gehen auf ein Celine Dion Konzert) sind, wohne ich dieses Wochenende bei meinem Onkel, Bea und meinen Cousinen. Der arme Carson (mein Gastbruder)- von Maedchen umzingelt ;).

Gestern war wie jeden Freitag das Varsity Footballspiel (JV, das Juniorenteam spielt donnerstags) und als Watergirl war ich natuerlich dabei. Leider haben die Pirates verloren, haetten die drei Touchdowns jedoch gezaehlt, dann haetten wir gewonnen. Na gut, so ist es halt.

Aufregend war es aber auf jeden Fall, vor allem weil dieses Spiel das Homecoming-Spiel der Gegner war. Es gab also ein grosses (noch groesser als sonst) Trallala mit einer Show in der Halbzeitpause.

So ganz verstehe ich den Hintergrund vor Homecoming noch nicht. Als ich Bree (meine Gastschwester) gestern gefragt habe, ob das einfach eine Party um der Party (und Football natuerlich) willen ist, hat sie gesagt, das treffe es ganz gut. Unser Homecoming ist uebernaechstes Wochenende.Ein Kleid habe ich auch schon, Bree hat mir das gegeben, das sie mal zur Bar Mitzvah einer Freundin anhatte. Es ist aus schwarzem Stretch-Stoff und assymetrisch geschnitten. Jetzt muss ich nur noch Schuhe dafuer finden. Ich gehe heute noch mit einem Maedchen aus dem Hockeyteam (Emily) shoppen, vielleicht finde ich da ja was.

[Schreibunterbrechung (gibt es das Wort ueberhaupt?)]

Bin zurueck und habe sehr suesse, schlichte schwarze Ballerinas gefunden 😉

Abgesehen vom Kleid habe ich keine Ahnung wie Homecoming (der Dance, nicht das Spiel, da bin ich ja watergirl) ablaufen wird. Es wird auf jeden Fall eine american experience fuer mich.

Was sonst noch so passiert ist: Habe ich nicht im letzten Beitrag erwaehnt, dass ich hoffe, noch ein Hockeyspiel zu gewinnen? Na ja, wir haben letztes Woche 4:0 und 5:0 verloren. Kein Kommentar mehr. (Aber der Wille zum Sieg war da!)

Bea hat morgen Geburtstag, ich habe mit Emily eine deutsche Kaese-Sahne-Torte (so deutsch wie es ohne Quark und Vanillezucker eben geht) gebacken und ihr deutsche Suessigkeiten wie Haribo, Milka und Kinderschokolade gekauft. Hoffentlich freut sie sich darueber.

Ansonsten habe ich heute morgen mal wieder mit meiner Familie geskypt. Es war schoen, sie mal wieder zu sehen und zu hoeren. Mit dem Zeitunterschied ist das ja nicht so einfach. Wenn ich unter der Woche um halb sechs von Schule und Hockey heimkomme, ist es halb zwoelf in Deutschland und (fast-mein Vater ist ein Nachtmensch) ganz Deutschland schlaeft schon. Deswegen bleiben eigentlich nur die Wochenendvormittage zum skypen. Wenn ich nicht bei einem Fussballspiel bin. Wenn ich nicht shoppen bin. Wenn ich eben mal zuhause bin :).

So, mehr interessantes gibt es von meiner Woche wirklich nicht zu berichten und laenger kann ich mich jetzt auch nicht mehr vor dem ins Bett gehen druecken (prokrastinieren in Klugscheissersprache).

Bis bald,

Lilly

Tight!

Hey,

ich kann ganz stolz verkuenden, dass wir, das Hockeyteam, am Donnerstag unentschieden („tight“) gespielt haben. Aus gegebenen Anlass ( und weil diese Woche sonst nichts Spannendes passiert ist) heute etwas zu meinem neuen Lieblingssport.

Zuerst zur Ausruestung: Weil Hockey ein ziemlich koerperkontaktreicher und zudem mit dem harten Ball und den Schlaegern auch nicht ungefaehrlicher Sport ist, muessen wir Schutzkleidung tragen. Dazu gehoeren Schienbeinschoner, eine Maske fuer die Augen und ein wunderhuebscher Mundschutz. Meiner ist lila (Schulfarbe). Sprechen ist mit den Dingern generell schwer, was die Kommunikation am Spielfeld nicht unbedingt erleichtert. Mit dem ganzen Zeug schauen wir ein bisschen wie eine Mischung aus Taucher und Krieger aus. Um diesen Eindruck wohl zu verhindern, tragen wir ein schwarzes Trikot-Top mit Nummer auf dem Ruecken (ich bin die 3) und einen Rock, ein bisschen wie Tennismaedels.

Wie wird gespielt? Der Ball wird mit dem „Stick“ (Schlaeger) bewegt. Es gibt drei Moeglichkeiten dafuer. Wichtig ist generell, dass er nur mit der flachen Innenseite des Sticks beruehrt wird, nicht mit der runderen Aussenseite, das waere ein Foul. Einmal Push-passes, der Ball wird mit viel Kraft „angeschubst“. Das wird am haeufigsten benutzt, da man dafuer wenig Platz braucht. Fuer die anderen beiden Moeglichkeiten habe ich leider die Namen vergessen. Nummer zwei ist wie die Bewegung, die Golfer machen, wobei man den Stick jedoch nur so hoch schwingen darf, wenn kein anderer Spieler in der Naehe ist, das ware sonst zu gefaehrlich.  Nummer drei, mein persoenlicher Favorit: Der Stick wird gedreht, sodass, die flache Seite nach oben und nicht zur Seite zeigt, der Spieler geht in die Knie und spielt den Ball so wie eine Sense Gras schneidet. Sieht extrem cool aus, wenn mans draufhat, erfordert also leider etwas Uebung.

Abgesehen von der Art, den Spielball zu transportiern, kann man Hockey durchaus mit Fussball vergleichen. Es gibt zwei Tore(natuerlich vergleichsweise kleiner), zwei Mannschaften, jeweils Mittelfeld, Angriff und Abwehr. Ich spiele generell hauptsaechlich Abwehr, meistens in der Mitte. Rechts und links von mir sind noch zwei Spieler und gluecklicherweise auch hinter mir. Wenn ich also mal einen Zweikampf verliere, habe ich immer noch ein Back-up. Ab und dann mal werde ich im Trainingsspiel auch in den Angriff gestellt, fuehle mich da aber nicht so wohl.

Die Regeln: Am wichtigsten: Der Ball darf die Fuesse nicht beruehren. Hoert sich simpel an, Beine, Stick und Ball auf einmal zu koordinieren ist aber ziemlich schwer. Beruehrt er die Fuesse im Feld, gibts ein Foul, passiert das im Kreis vor dem Tor, gibts eine Ecke fuer die anderen. Dann stelle ich mich mit drei anderen Spielern und dem Torwart ins Tor. Sobald der Ball geschlagen wurde, muss ich als „Flyer“ so schnell wie moeglich aus dem Tor „fliegen“ und versuchen, an den Ball zu kommen. Beruehrt er meine Fuesse, gibts eine neue Ecke. Weil das mit dem Rennen (fliegen hoert sich irgendwie einfacher an) auf Dauer extrem anstrengend wird, passe ich also besser auf, dass mir meine Fuesse nicht in die Quere kommen. Es gibt noch viel mehr Regeln, aber so richtig blicke ich leider selbst noch nicht durch, wenn der Schiri seine Zeichen macht.

Montag und Mittwoch haben wir unsere naechsten Spiele. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir noch eines gewinnen werden. Mit den Hockeypielen und meinem Watergirl-job am Donnerstag und Freitag bin ich naechste Woche also ziemlich gut ausgelastet. Dann habe ich am Dienstag noch einen Test (wie eine Schulaufgabe oder Kurzarbeit) in Sportmedizin, auf den ich aber nicht so viel lernen werde, weil meine Noten ja hier sowieso nicht zaehlen.

So jetzt ist es elf in den USA, ich muss echt ins Bett.

Bis bald,

Lilly

 

 

Aus dem Leben eines Watergirls

Hey,

gestern Abend war, wie jeden Freitag, ein Footballspiel von der High School hier. Leider haben die Pirates (das Team unserer Schule) verloren, das tut aber nicht so viel zur Sache, weil es bei dieser Freitagabendveranstaltung nicht NUR um das eine geht. Im Vordergrund steht viel mehr der School spirit. Und der wird hier mit Band, Cheerleadern und Fahnenschwingern  gross geschrieben.

Meine Rolle in dem ganzen Trubel? Ich habe in einem frueheren Beitrag schon erwaehnt, dass ich mit Bea zusammen Water girl bin. Das heisst, wir sorgen dafuer, dass die (gefuehlt tausend, schaetze aber es sind so 30-40) Wasserflaschen der Footballspieler immer schoen gefuellt sind. Der Job an sich ist jetzt nicht unbedingt spannend, aber Teil des Geschehens am Spielfeldrand zu sein ist schon aufregend. Ausserdem muss ich als „Teammitglied“ keine 6 Dollar Eintritt bezahlen.

Ich stehe also mit Bea am Spielfeldrand, quatsche mit ihr (da ist es manchmal schon cool, dass sonst keiner hier deutsch kann 😉 )und immer, wenn ein Time-Out ist, rennen wir aufs Feld, um den Spielern „das Wasser zu reichen“ 🙂 . Hinter uns machen die Cheerleader ihre Show. Die Stunts sind echt cool und ich bewundere die Faehigkeit, so lange so laute zu schreien/ jubeln. Manchmal tanzen sie auch zu dem, was die Band (ca 300 Leute, Blasorchester, die sind richtig gut) spielt. Auch noch mittendrin: Die Fahnenschwinger. Eine Gruppe von ca 15 Leuten, die blaue, lebensgrosse Fahnen durch die Luft wirbeln. Schaut einfach aus, aber ein Maedchen aus der Gruppe war (sie hat Kurs gewechselt) mit mir ihn Geschichte und sie erzaehlte mir, dass das sehr anstrengend ist. Die haben sogar zwei mal woechentlich Training dafuer. Auf der Tribuene sitzen Eltern, Lehrer,die Band, Girlfriends der Spieler und fuer die Schueler gibt es extra eine Student Section.

Abgesehen davon war gestern aber auch insofern ein aufregender Tag, als dass ich drei Tests geschrieben habe und ein Hockeyspiel  hatte.

Der Chemie-Test war realtiv einfach (ich hatte den Stoff halt schon in Deutschland), aber auch nicht geschenkt. Der Computer Program Test verdient den Namen eigentlich nicht, weil wir ihn in Gruppen und mit Hilfe unserer Notizen bearbeiten durften. Auch Geschichte war ein open book test, ansonsten waere ich aber auch aufgeschmissen gewesen. Da werde ich fuer die naechsten Tests wohl oder uebel einen zweiten Blick in meine Notizen werfen muessen. Generell habe ich mir aber vorgenommen, die Schule hier schon ernst zu nehmen, aber nicht zu ernst, denn wie der Ami so schoen sagt: You won’t get credit for this anyway– meine Noten hier zaehlen back in Germany eh nicht. Also konzentriere ich mich lieber darauf, mit dem deutschen Stoff nicht in Verzug zu kommen.

Das Hockeyspiel haben wir leider 6:0 verloren, macht nix. Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitermachen (Ja Schwesterherz, den Spruch habe ich von deiner Spruechewand geklaut). Ich spiele jetzt Defense und fuehle mich viel wohler als im Angriff, wo ich nie genau wusste, wo ich hinlaufen soll, was ich machen soll. Jetzt, in der Abwehr, habe ich nur ein Ziel: Den Gegener davon abzuhalten, ein Tor zu machen. NIcht dass mir das gestern gut gelungen waere, aber Uebung macht den Meister.

By the way: Der Grund, warum ich Umlaute immer als oe, ue und ae schreibe, ist, dass ich diesen Text auf meinem von der Schule gestellten Chromebook, einem  Laptop, tippe. Und auf der amerikanischen Tastatur gibt’s keine Umlaute.

So, das war’s auch schon fuer heute. Bree hat spaeter noch ein Fussballspiel, vielleicht backe ich vorher noch Cupcakes.

Bis bald,

Lilly

high School

Hey,

Puh, Die erste Schulwoche ist geschafft. Ein bisschen fies,wenn man bedenkt,dass es in Bayern erst in 10 Tagen losgeht. Aber immerhin haben wir das Labor day Wochenende,das wir am Strand zelebrieren werden. Ich sitze gerade im Auto und schreibe am Blog (ein Buch hab ich schon durch und das Zweite muss ich aufheben, sonst habe ich für Strand und Rückfahrt nichts mehr?).
Aber zurück zur Schule. Der Hauptunterschied zum deutschen Schulsystem besteht darin, dass ich hier statt 15 Fächern vier habe. Chemie,Sport Medizin, Computer Program und amerikanische Geschichte. Dafür, dass es so wenig Fächern sind, habe ich sie jeden Tag und zwar Doppelstunden (die mir manchmal seeeeeeehr lang vorzukommen scheinen).
Mein Tag beginnt mit Chemie: eigentlich war der Plan, einen Kurs zu nehmen,der organische Chemie in dem Semester durchnimmt, hat aber leider nicht geklappt, ich sitze jetzt im Grundkurs und lerne das,was ich in Deutschland vor zwei Jahren in Chemie gelernt habe. Ist aber nicht so schlimm, weil die Lehrerin (fast ;)) so toll erklären kann wie meine deutsche und der Unterricht echt Spaß macht. Außerdem ist ein total nettes Mädchen aus dem Hockeyteam in dem Kurs,mit der ich quatschen kann (nicht dass wir dafür viel Zeit hätten). Und zu einfach ist es allein schon wegen der englischen Sprache nicht.
Zweiter „Block“ : Sport Medizin. Das habe ich gewählt, weil ich in Deutschland Schulsani bin und auch selbst viel Sport treibe. Es ist ein echt interessanter Kurs, gestern haben wir die 5 Arten von Knochen und die Namen derer im Körper (mein persönlicher Favorit:Patella, das klingt wie Umbrella,Regenschirm) kennengelernt. Besonders in dem Kurs bereitet mir das Englisch jetzt am Anfang einige Schwierigkeiten, aber wenn ich weiter fleißig die Wörter zu Hause nachschlage, sollte das bald besser werden.
Danach gibt’s Mittagessen. Zum Glück habe ich mit Bree (meiner Gastschwester) lunch, sitze also mit ihr und ihren Freunden zusammen in der lauten,vollen Cafeteria.Jeden Abend bereite ich das Essen für den nächsten Tag vor (susskartoffelpommes,Omelette, Wrap, gefüllte Avocado….) und freue mich,wenn ich es mittags aus meiner lunchbag zaubern kann.
Gut gestärkt geht’s dann zum Computer program Kurs. Ich beginne langsam,die Kurswahl zu bereuen, weil Informatik auch in Deutschland jetzt nicht unbedingt mein Lieblingsfach ist, aber es ist zu spät, um zu wechseln und ich brauche das Wissen back in Germany. Vor meiner Abreise habe ich nämlich mit meiner Informatiklehrerin geredet und sie meinte, dass es schwierig ist, sich Java selbst beizubringen. Damit ich das nicht verpasse und dann in Deutschland in Info Probleme kriege,hab ich den Kurs genommen und ziehe das jetzt auch durch.
Endspurt des (schul-)tages: amerikanische Geschichte. Ist genauso, wie es sich anhört: nicht unbedingt spannend, muss ich aber als Austauschschüler nehmen. Dort lerne ich über alles, was in Amerika in Der Zeit zwischen der Entdeckung des Landes 1492 und dem amerikanischen Bürgerkrieg passiert ist. Der Lehrer hat schon angekündigt, dass wir am Ende des Semesters einen fünfseitigen Aufsatz schreiben dürfen/sollen/müssen. Klingt nach Spaß.
Nach Geschichte habe ich hockeytraining am Footballfeld der Midddleschool nebenan. Das ist der beste Teil des Tages für mich:abschalten,auspowern.
Zu Hause muss ich dann meine amerikanischen (die werden hier oft benotet, muss mir also Mühe geben) und meine deutschen Hausaufgaben ( mir den Stoff für Mathe,Chemie,Bio,Physik und französisch in Deutschland beibringen) machen. Zum prokrastinieren zwischendurch eignet sich das Lunchbox-vorbereiten, backen und Abendessen sehr gut.
Tja, und dann ist der Tag auch schon rum. Das ist mein wahnsinnig spannender Tagesablauf hier.

Jetzt sind wir am Strand agekommen. Ich sitze gerade auf der Terasse des Wohnmobils, vielleicht hüpfe ich später mal ins Meer, das liegt ja quasi vor der Haustür.

Bis bald,

Lilly
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