Acknowledgements

Hey,
Gestern habe ich mich das letzte Mal mit Emilee getroffen, das war ein bisschen traurig. Aber wir sehen uns ja wieder im Sommer.
Heute geht meine Gastfamilie mit mir zum Lunch als „letztes grosses Familienevent“. Abends ist dann das letzte Basketballspiel, bei dem ich cheere und hoffentlich (!) Den Stunt auffuehren werde.
Meine zwei Koffer stehen gepackt in meinem Zimmer, je 1-2 kg zu viel, ich hoffe, mit einem freundliche Laecheln durchzukommen
:-).
Damit neigt sich mein Auslandsabenteuer dem Ende zu. Insgesamt kann ich sagen, dass es eine sehr tolle, aufregende Zeit war, die aber auch nicht als selbstverstaenich hingenommen werden sollte. Ich hatte da mit grandmommy gestern ein gutes Gespraech drueber. Nicht viele Leute haben das Glueck, im jungen Alter schon auf diese Art und Weise zu reisen und diese Erfahrung zu machen.
In Buechern gibt es am Ende immer die Acknowledgements, ich moechte mich-auch wenn das kein Buch ist, sondern ein Blog-auch bei einigen Leuten bedanken.
– Zuallererst bei meinen Eltern, die mich immer bei der Verwirklichung meines Traumes unterstuetzt haben. Ein ganz grosses Dankeschoen und tausend rosarote Wolken an euch. Hab euch lieb!
– bei meiner Lieblingsschwest(-er), die immer fuer mich da war, wenn ich Heimweh hatte oder reden wollte und mich mit dem neuesten Klatsch und Tratsch sowie Schulsachen und Suessigkeiten versorgte. Ich werde dir am Flughafen die Luft abdruecken;-). Love ya <3!
– bei allen Verwandten, ihr wisst, wer sich angesprochen fuehlen sollte, fuer die Paeckchen, netten emails und Briefe. Danke!
– bei all meinen Freunden, die mich ueber das halbe Jahr nicht vergessen haben, mit mir ewig lang (teilweise bis in die Nacht) geskypt haben und meine spontanen Anrufe entgegennahmen, um mit mir zu quatschen. Ich freue mich darauf, euch wiederzusehen!
– auch wenn sie das hier vermutlich nicht lesen, sollten sie nicht unerwahent bleiben: meine Gastfamilie. Ohne euch waere es nicht dasselbe gewesen. Ich werde euch nicht vergessen und Kontakt zu meiner amerikanische Familie halten. Versprochen!
– bei Ayusa fuer die Organisation der ganzen Sache und dafuer, dass mir dieser Blog "aufgezwungen" 😀 wurde. Letzendlich hat es mir grossen Spass gemacht, meine Erlebnisse zu reflektieren, aufzuschreiben und festzuhalten. Ich finde, jeder Austauschschueler sollte einen Blog haben. Das ist die beste "Therapie" ueberhaupt ;-).
– Zuletzt bei jedem anderen, der mein Geplapper gelesen hat. Egal, ob treue Leser oder nur zufaellig (weil selbst mit "Fernweh infiziert) hier Gelandete: Danke fuers Lesen!
Damit verabschiede ich mich von hier.
Tschüss (oder auf Wiedersehen, Bayern ist ja "tschüss-freie Zone),
Lilly

(noch nicht die letzten) aber doch schon abschliessende Worte

Hey,
ich sitze gerade im Klassenzimmer,habe mein letztes Final Exam in Geschichte beendet. Das war gar nicht mal so schwer, 38 Multiple Choice-Fragen, die mehr Reading-Comprehension mit Anwendung des Gelernten waren als „Auswendig-lern-Fragen“ wie in Deutschland und zwei „Short answer“-Fragen. Weil der Test vom Staat North Carolina vorgegeben ist (und einige Lehrer mit dem Stoff immer nicht durchkommen-so die offizielle Erklaerung), wird er „Gecurvt“. Das heisst, dass unsere Noten nachtraeglich irgendwie noch verbessert werden (von einer 60/100 auf eine 90/100 zum Beispiel). Ich muss sagen, so was koennte man im bayerischen Schulsystem doch auch mal einfuehren, oder? Nicht nur bei Jahrgangsstufentests, vor allem beim Abi, was ja vom Bundesland Bayern vorgegeben ist, faende ich das nicht schlecht 😉

Tja, heute ist dann wohl mein letzter Schultag hier in den USA. In drei Tagen fliege ich zurueck nach Deutschland.Ich habe mal ein bisschen in meinen alten Motivationsaufsaetzen und ersten Blogeintraegen gestoebert. Zeit fuer ein kleines Resumee.Was hat mir persoenlich der Schueleraustausch gebracht? Habe ich mich veraendert, wenn ja, wie?

Eine Sache die fuer mich ziemlich offensichtlich ist: mein Englisch hat sich enorm verbessert. Die Aussprache jetzt vielleicht nicht unbedingt-das ‚th‘ und ich werden wohl nie Freunde werden- aber mein Vokabular und vor allem meine Gespraechsfaehigkeit konnte ich sehr gut erweitern. Besonders die Umgangssprache wie „here we go“, „i feel ya“ oder „anyways…“ also das, was ueber das Lehrbuchenglsich hinausgeht, habe ich hier sehr gut gelernt. Wenn ich mich mit Bea hier unterhalten habe, haben wir immer ein Denglisch geredet, bei dem jeder Deutschlehrer das Heulen anfangen wuerde.Schlimme, boese Anglizismen und so. Auch hier auf dem Blog ist es mir(offensichtlich ;)) manchmal passiert, dass sich ein paar englische Woerter mit reingemogelt habe. Da werde ich im deutschen Englischunterricht wohl aufpassen muessen, nicht jeden Satz mit dem Fuellwort „Like….“ zu beginnen.

Auch die andere Lebensweise hier habe ich gut kennen lernen koennen. Ich finde es schon lange nicht mehr seltsam, dass es niemanden wirklich interessiert, wie es mir geht („how are you doing?“-„I’m fine, what about yourself?“) und versuche auch nicht mehr, das Fahrrad hier in Indian Trail als Fortbewegungsmittel durchzusetzen ;). Obwohl, by the way, ich habe letztens mal gegoogelt: Soooo weit ist es eigentlich gar nicht bis zur Schule: 4.4 Meilen, 7.1 Kilometer. Theoretisch….egal, lassen wir das 😉

Generell glaube ich, dass ich ein bisschen weltoffener geworden bin. Bei einm Skype-Gespraech mit meinem Vater letztends zum Beispiel meinte ich so, dass ich mir durchaus vorstellen koennte, mit ihm nochmal langlaufen zu gehen (nach einer „ganz schlimmen Langlaufkindheit“ und dem Skilager in der 7. war das erst mal „total doof, Papa“). Manchmal muss man sich einfach (noch mal neu) auf Dinge einlassen koennen. Weise Worte hier heute, ich weiss :P. Also da finde ich, dass ich mich echt entwickelt habe. Wie sehr das stimmt, kann ich ja dann in Deutschland ueberpruefen ;).

Ein Punkt, der natuerlich nicht zu vergessen ist: Ich habe hier so viele neue Leute kennen gelernt. Irgendwann erkennt man dann ein Muster beim „Sich-vorstellen“ und lernt, auf Leute zu zugehen. So habe ich viele neue Freunde gewonnen.(Emilee und ich gehen heute zum Passamt-wahrscheinlcih das letzte Mal, dass wir uns sehen, fuer den Fall, dass sie Mittwoch, bei meinem letzten Basketballspiel arbeiten muss. Wir freuen uns beide sehr auf ihren Besuch, soooo excited )Auch zu meiner Gastfamilie-Bree, Carson, meine Gasteltern, grandmommy, Bea, meinen Cousinen und meinen Tante und mein Onkel- habe ich ein sehr gutes Verhaeltnis aufgebaut-was nicht unbedingt selbstverstaendlich ist. Ich will auf jeden Fall mit ihnen in Kontakt bleiben-Eine WhatsApp-Gruppe ist schon in Planung :). Und Bea wird mich warscheinlich auch nicht so schnell wieder los ;).

Das klingt jetzt alles sehr wehmuetig, aber so fuehle ich mich auch (Achtung: Rumgejammere coming. Wem das zu viel wird, der kann hier aufhoeren, zu lesen. Ich habe euch gewarnt!!!). Ich glaube, ich habe in den letzten Tagen hier mehr geweint, als in dem ganzen halben Jahr. Es ist so eine Mischung aus „ich-will-hier-nicht-weg“, Heimweh und Aufregung, nach Hause zu kommen. Ich freue mich sehr darauf, meine deutsche Familie und Freunde wieder zu sehen. Ja, ihr, die das gerade lest (oder auch nicht, wenn ihr oben schon ausgestiegen seid, haha), seid gemeint. Ich habe euch nicht vergessen, auch wenn das manchmal vielleicht den Ansschein hatte. Wie koennte ich bloss ;).
Bis bald (und fuer einige von euch: sehr bald, juhu),
Lilly

Abschied nehmen, Klappe die erste :(

Hey,
jetzt komme ich auch mal dazu, von meinener Abschiedsparty zu berichten. Motto war (ueberrascht das jetzt jemanden): Dessert for dinner-Nachtisch zum Abendessen. Wir hatten also das Zeug, das ich mit Sarah am Mittwoch gemacht habe, gegessen und zusaetzlich noch Eis (fuer Bree, die mag keinen Kuchen und so). Emilee hatte extra fuer mich Zimtschnecken-Oreo(die gibt es in Deutschland leider nicht)-Trueffel gemacht, worueber ich mich sehr gefreut habe. Eingeladen waren:
Emilee natuerlich- meine beste Freundin hier in den USA durfte nicht fehlen. Sie wird mich uebrigens im Juni in Deutschland besuchen, Flugticket ist schon gebucht-wir sind beide schon sehr aufgeregt.
Bridget, mit der ich zusammen Sport Medizin hatte und die auch an meinem Lunchtable sass. Sie war drei Wochen nach Schuljahresbeginn erst hergezogen, ich war einer der ersten Leute, die mit ihr geredet haben. Immer, wenn alle anderen unseres Tisches losgezogen sind, um sich Essen zu kaufen, haben wir unsere Lunchboxen hervorgeholt und sind irgendwie ins Gespraech gekommen. Obwohl wir grundverschieden sind- die Schule ist ihr nicht besonders wichtig, sie feiert oft und ausgelassen auf High-SchoolParties- sind wir irgendwie Freunde geworden. Wir hatten so eine Art Tradition, dass wir nach SportsMed gemeinsam aufs Klo gegangen sind, ich mir Plastik-Besteck und Servietten geholt habe, waehrend sie sich schon an den Tisch gesetzt hat. Dann kamen alle anderen unseres Lunchtables hinzu-Bree, Emily (eine andere, mit der ich auch Hockey gespielt habe) und zuletzt Carly (ueber die schreibe ich spaeter noch), die gleich wieder weg waren, um sich Essen zu kaufen. Die Lunchpause un dunseren „girls talk“ werde ich echt vermissen.
Sarah, mit der ich am Mittwoch gebacken habe. Wir hatten auch so eine Art Traedition: In SportsMed sendeten wir meiner Gastmutter jeden Tag ein Foto von uns beiden. Ihre Nachbarn sind Deutsche, die wollten sie schon immer mal auf einen „Trip“ in ihre Heimat mitnehmen. Sie hat versprochen, sich zu melden, wenn es soweit ist, dann kann ich sie ein bisschen herumfuehren.
Taylor-mein Bus-Buddy. Am Anfang des Schuljahres hatten wir im Bus noch keine zugewiesenen Plaetze, sodas ich neben ihr gelandet bin. Sie ist so einer von diesen Sonnenschein-mit-jedem-auskommenden Menschen. Leider passt du nicht in meinen Koffer, Buddy- wie wir am Freitag ausprobiert haben.
Carly von meinem Lunchtable konnte leider nicht kommen. Es war schon mehr als ein Insider, dass ihr Liebesleben bei uns mittags immer Thema Nummer eins war. Mit ihr bin ich auch jeden Tag von Computer Program zu Geschichte gelaufen. Wir waren zwar nicht in der selben Klasse, hatten aber in etwa den gleichen Weg, auf dem wir und immer ueber unsere Lehrer (sie hatte vorher Mathe) bewschwerten.
Avery, mit der ich zusammen in SportsMed immer gequatscht habe, konnte leider auch nicht kommen. Sie war in dem weiblichen Varsity-Basketball-Team. Nach jedem verlorenen Spiel meinte ich so zu ihr:“ komm schon, srrengt euch bitte ein bisschen mehr an, das ist fuer die Cheerleader doch eine Zumutung ;)“, worauf sie immer erklaerte, dass nun mal alle Maedchen im Team Basketball hassten, die Grundmotivation also etwas niedrig sei. Das fuehrte dann meistens zu einer Art Endlos-Diskussion-warum treibt sie ueberhaupt einen Sport, den sie nicht mag?
– und natuerlich Bea, meine Freundin/fuer-mich-wie-eine-Schwester/irgendwie-um-drei-amerikanische-Ecken-Gast-Cousine. Wir konnten uns am Anfang nicht ausstehen (weisst du noch?), wurden durch Hockey und Watergirl aber irgendwie zusammengeschweisst und hatten viel Spass miteinander. Disney, sleepovers, Wilmington, Buecherei, Reiten, um nur ein bisschen was aufzuzaehlen. Sie fliegt nicht mir mir zurueck, weil sie sich entschieden hat, fuer ein ganzes Jahr zu bleiben.Ich hoffe, wir bleiben in Kontakt, villeicht werden wir uns auch in Deutschland gegenseitig besuchen.
– Alexa, meine aelteste COusine hier hat mich ueberrascht, indem sie extra fuer mich vom College hergefahren ist. Das hat mich sehr gefreut, ich war richtig aus dem Haeuschen, als ich sie gesehen habe.
Auf der Party haben wir zuertst Unmengen an Fotos gemacht (mit Bree als Cheffotografin), und uns dann aufs Buffet gestuertzt. Ich habe danach versucht, meinen Freunden „Arschloch“ beizubringen, bin aber gescheitert. Bree meinte, es sei zu kompliziert. Okaaaay.
Nachdem auch Taylor (die ja in unserer Nachbarschaft wohnt, also nicht abgeholt werden musste, aber um 10 von ihrer Mutter nach Hause beordert wurde) gegangen waren, ist Bea noch fuer ein letztes Sleepover (Uebernachtungsparty) geblieben. Das war das erste Mal, dass wir so etwas richtig geplant haben, sonst war das immer mehr eine spontane Aktion, so „schon so spaet, willste net bleiben?“.
Ja, das war meine Abschiedsparty. Traurig, ein bisschen wehmuetig war mir schon zumute, aber ews gibt ja WhatsApp und Skype, sodas ich mit einigen meiner amerikanischen Freunde hoffentlich in Kotakt bleiben werde.
Gestern habe ich mit Bea schon angefangen zu packen und gemerkt, dass ich definitiv einen zweiten Koffer brauchen werde. Der, den ich hier her gebracht habe, ist schon voll mit all den Sachen, die ich die naechsten Tage nicht brauchen werde. Am Dienstag oder Mittwoch werde ich den Rest packen muessen. Gestern hattte Carson auch ein Fussballspiel (indoor), heute gehts weiter mit 2 Basketballspielen. Ein ganz normales Wochenende also.
So, Respekt an alle, die sich das bis hier hin durchgelesen haben (*Klatsch klatsch*).
Bis bald,
Lilly

The final countdown….

Hey,
sorry fuer die schlechte Ueberschrift, aber manchmal (okay, ziemlich oft;)) fallen mir Songtitel oder -texte ein, wenn ich schreiben will. Und weil ich heute auf nichts anderes gekommen bin, muss Europe herhalten.
Ah Thema fuer heute….Ueberraschung…Finals: Meine Abschlusspruefungen hier in den USA. Mittwoch war, wie schon im letzten Beitrag angekuendigt, Chemie. Gestern Sportmedizin, heute Computer program und Montag dann Geschichte.Die Aufgabenstellungen selbst sind um ehrlich zu sein nicht wirklich schwer, alles Multiple-choice-Fragen, fuer die man Unmengen an Zeit hat, sodass mir nach der Pruefung immer megalangweilig wird. Nachdem die Arbeitszeit abgelaufen ist, muessen wir noch 2-3 Stunden im Klassenzimmer warten, bis alle anderen Klassen dieser Schule fertig sind, vor allem Mathe dauert sehr lange. Vermutlich habe ich in den letzten Tagen mehr Karten gespielt, als in dem halben Jahr hier. Ich beherrsche jetzt „Goldfish“(Quartett) und B.S. (Bullshit), Black jack „Arschloch“ (das ich mit „loser“ uebersetzt habe, man will ja schoen „appropriate“ bleiben ;)) und schwarzer Peter habe ich „eingefuehrt“.
Mittwoch habe ich mit Sarah (wir hatten zusammen Sportmedizin) Cookie dough sandwiches, mousse au chocolat und noch kleine, mit Schokolade gefuellte Croissant-Baellchen fuer meine Abschiedsparty heute abend gemacht. Das war lustig.
Heute Nachmittag war ich mit Bea bei Princess, Madisons (juengste cousine) Pferd. Wir sind sie beide geritten, was sehr viel Spass gemacht hat, obwohl sie sehr stur war. Schritt und Trab ging fuer mich einigermassen, Bea ist sogar galloppiert und ueber ein Hindernis gesprungen! Das Wetter war „a Traum“, wie man in Bayern sagen wuerde. Sonnig bei gefuehlten 20 grad, als wir danach noch in der Sonne sassen un darauf warteten, abgeholt zu warden.
So, jetzt sitze ich im Wohnzimmer und warte darauf, dass die ersten Gaeste fuer die Party eintreffen.
Bis bald,
Lilly

Nur fliegen ist schoener

Hey,
heute haben wir Cheerleading-Fotos fuers Jahrbuch aufgenommen und hatten (fuer mich) das letzte Mal Training, wobei wir einen neuen Quarter-Cheer mit Stunt eingeuebt haben. Dabei sind immer (oder meistens ) vier Leute beteiligt: Zwei Bases (Basis),die einen Flyer an je einem Fuss festhalten und auf ihren Haenden „tragen“ und einen Backspot, der die Fuesse des Flyers festhaelt und somit dessen Gewicht von den Fuessen der Bases nimmt. Bisher war ich immer Backspot, aber zur Feier des Tages durfte ich heute bei einem einfachen Stunt (Elevator heisst der) Flyer sein. Ich hatte Glueck,dass es gerade so nicht aufging, sodass noch ein Flyer benoetigt wurde (sorry fuer all die Wortwiederholungen, aber mir faellt keine Umschreibung ein) .Dabei stuetze ich mich an den Schultern der Bases ab, springe auf ihre Haende (prep position), werde mithilfe des Backspots hochgehoben und stehe dann auf Schulterhoehe der Bases. Laecheln und „go pirates!“. Beim „bump down“ gehts wieder runter in die prep position und dann zurueck auf den Boden. Ich muss sagen,das schaut einfacher aus, als es tatsaechlich ist. Das erste Mal war eine sehr wackelige Angelegenheit, es wurde aber mit viel Uebung immer besser,sodass wir am Ende des Trainings den Stunt in einen Cheer eingebaut haben, den wir am Mittwoch (letztes Heimspiel am Tag vor meinem Flug) vorfuehren werden.
Da war ich sehr stolz drauf!
Gestern war schulfrei (auch wenn ich ehrlich gesagt nicht weiss, warum, es war irgendwie feiertag), sodass ich mit Emilee bei Discovery place war. Das ist so eine Art Science-geek-ausprobier-anfass-museum, das eigentlich vor allem fuer Kinder gedacht ist. Daran haben wir uns nicht stoeren lassen und hatten viel Spass.
Morgen gehts los mit unserem Finals mit Chemie. Es ist nicht so, dass ich aufgeregt waere, das zaehlt ja eh nicht, ich habe nur keine Lust, mich dafuer anzustrengen und einen Test zu schreiben, aber ich werde es ueberleben. Mein Schwesterherz schreibt morgen Englischschulaufgabe, wir sitzen also im selben Boot ;-). Ich drueck dir die Daumen <3
So, jetzt muss ich ins Bett sonst schlafe ich morgen mitten in der Reaktionsgleichung ein :-).
Bis bald,
Lilly

Kurzurlaub mit zwei meiner Lieblingsmenschen

Hey,
Das Wochenende mit Bea und grandmommy in Wilmington war ein wirklich schoener Ausflug.
Wir sind Samstagmorgen losgefahren, um mittags bei gmas Bruder, dessen Frau und deren Tochter Nicki anzukommen.Sie haben uns sehr herzlich empfangen und wir sind gemeinsam japanisch essen gegangen. Ich war erst sehr skeptisch eingestellt, aber letzendlich war es sehr lecker.
Spaeter sind wir erstmal zu target (50$ gutschein noch von Weihnachten), um einen Bikini zu kaufen. Ja, richtig gelesen, Bikini! Auf der Hinfahrt fragte Bea mich naemlich ploetzlich „haste eigentlich badezeug mit?“ Worauf ich sie nur perplex anschaute, auf die temperaturen von um die 15 grad verwies und verneinte. Danach war es aber beschlossene Sache: wir wuerden ins Meer gehen, egal, wie kalt es war. Und es war SEEEE….EEEE…EEE..HR kalt! Am Strand selbst ging es mit der Spaet-Nachmittags-Sonne eigentlich, nur im Wasser wurde es dann eisig. Wir-Bea, Nicki und ich-sind nur huefthoch rein gegangen. Ich habe versucht, ein bisschen mit den Wellen zu „plantschen/huepfen/spielen“ (welches Wort verwendet man da jetzt, um nicht nach Kleinkind zu klingen 😉 ), es war aber soooooooo kalt. Nach ungefaehr einer Minute schlug Bea dann vor, aus dem Wasser rauszugehen (nicht dass das ein Wettbewerb gewesen waere-obwohl- im Auto wollten wir noch um eine Kugel Eis wetten, sind dann aber irgendwie vom Thema abgekommen-Mist, ich haette gewonnen 😛 ) und wir rannten zu den trockenen Handtuechern. Nach einem kleinen Strandspaziergang ging es „nach Hause“ (zu Nickis Familie), wo ihr Vater schon eine Art Lasagne gekocht hatte. Zum Nachtisch gab es einen koestlichen Zitronenkuchen. „To die for“, zum Sterben lecker!
Nachdem ich drei Spiele hintereinander bei Mario Kart Letzte wurde, erloesten mich Bea und Nicki von meinem Elend (danke!) Und wir tanzten mit just dance ab, was sehr viel Spass gemacht hat.
Heute morgen haben wir erstmal bei ihop (international house of pancakes) gefruehstueckt und sind dann an einer Halbinsel entlang gefahren und zwischendurch zweimal ausgestiegen, um kurz einen „anderen“ Strand zu sehen. Vor allem der zweite war cool, da waren so Steine als Wellenbrecher, auf denen man toll herumkletterm konnte.
Vom Ende der Halbinsel aus nahmen wir die Faehre zum „Festland“, um in Southport-einem netten, kleinen Fischerstaedtchen-ein bisschen shoppen zu gehen.
Schwupp Diwupp war der Tag auch schon wieder fast rum, sodass wir uns von Nicki (mit der wir uns erstaunlich schnell sehr gut verstanden haben), Bella (dem suessen Hund der Familie, den ich oben vergessen habe zu erwaehnen) und Gmas Bruder verabschieden Mussten.
Die ganze Rueckfahrt ueber habe ich mit Bea und Grandmommy ueber Gott und die Welt geredet, was mir klargemacht hat, wie sehr ich die beiden vermissen werde. Es ist ein bisschen so, wie wenn man kurz davor ist, ein richtig gutes Buch zu Ende zu lesen: Ich weiss, dass es bald vorbei ist, will es aber noch so lange wie moeglich geniessen und werde mich noch oft daran erinnern.
Bis bald,
Lilly

„Go!Fight!Win!“ !?

Hey,
heute ein bisschen was ueber mein kreatives Fruehstueck heute morgen (so eine tolle Moeglichkeit, ueber Essen zu schreiben, muss doch genutzt werden 😉 ), das Basketballspiel gestern abend und meine Plaene fuers Wochenende.

Das Wichtigste zuerst: Mein Fruehstueck. Nach der Lektuere einiger Koch-/Backbuecher und der Entdeckung vor ungefaehr einem Monat, dass man Spiegeleier in der Mikrowelle machen kann (Ei in Form aufschlagen, 1:20 Minuten „kochen“, fertig), kam mir heute morgen die brilliante Idee zu einem Fruehstueckssouffle. Wir haben noch einige Buckeyes von Sylvester uebrig (Fett und Zucker haelt sich ja ewig), die ich sozusagen als Art „Backmischung (Butter, Erdnussbutter, ein bisschen Zucker, Schokolade) verwendet habe. Vermischen mit einem Ei und einem Essloeffel Kakaopulver fuer den Schokisuchti in mir, in die Form giessen, toppen mit Aepfelstueckchen und Walnuessen (die ich sowieso fuer meine Lunchbox fertig gemacht habe), rein in die Mikro, und….Trommelwirbel: fertig war mein leckeres Fruehstueck, das man (abgesehen von dem Zucker und der Schoki in den Buckeyes) doch fast schon gesund nennen koennte, oder 😀 ?

Zweiter Punkt: Basketballspiel (von den Jungs, nichts gegen die Maedels, aber sie koennen einfach nicht so schnell rennen und hoch springen, sodass das Spiel der Jungs eigentlich immer aufregender ist). So wie eigentlich immer, lagen die Jungs am Anfang in Fuehrung, haben dann jedoch stark nachgelassen und lagen -bis nah der 3. Quarter-Pause mit 10 Punkten hinten. Diesen Rueckstand haben sie dann jedoch aufholen koennen und wortwowertlich in der letzten Millisekunde den entscheidenden Korb geworfen. Das war ein Adrenalinschub pur fuer uns Cheerleader! Wir haben gejubelt wie wild, sind auf- und abgehuebpft und waren mega aufgekratzt.

In diesen Momenten faellt es natuerlich leicht, als Cheerleader froehlich und aufgedreht zu wirken. Beim Spiel der Maedchen davor war das ein bisschen schwieriger, weil sie um ehrlich zu sein echt schlecht gespielt haben. Keine Deckung in der Abwehr, wenig Motivation im Angriff. Unser (Cheerleading-)Coach meinte dann, wir sollen doch bitte ein bisschen motivierter unsere Puschel schwingen. Vor allem bei den Quartercheers und dem Tanz, wenn wir auf dem Spielfeld sind und die Leute zuschauen, sollen wir mehr anfeuern. Denn unmotivierte Cheerleader=unmotivierte Spieler=unmotivierte Zuschauer. Obwohl es mir jetzt auf dem Spielfeld nicht so schwer faellt, so zu tun, als ob es mir Spass macht, denn das tut es echt. Vor allem wenn wir dann den Beat „machen“ oder tanzen und mein Koerper die Bewegungen wie von selbst, auf Autopilot ausfuehrt, ich den Beat des Liedes wortwoertlich spueren kann-dann bewegen sich meine Mundwinkel automatisch nach oben.
Wenn wir oben in der Tribuene sitzen, ich muede bin und es offensichtlich wird, dass dieses Spiel nicht mehr zu gewinnen ist, dann komme ich mir mit „Go!Fight!Win!“ fast ein bisschen albern vor. Aber so ist das halt.Man muss als Cheerleader motiviert wirken, auch wenn man es nicht ist. Ich kann mir richtig vorstellen, wie einige Leute (Schwesterherz, aehem…;)) jetzt denken, dass das ja so oberflaechlich amerikanisch ist. Aber so ist das halt hier als Cheerleader.

Letzter Punkt: Am Wochenede (Samstag und Sonntag) machen Grandmommy, Bea und ich einen Ausflug nach Wilmington, eine Kuestenstadt etwa 3-4 Autostunden entfernt. Wir werden Gmas Bruder besuchen, haben sonst aber noch keine Plaene gemacht. Meine waeren: durch die wunderhuebsche historische Altstadt und am Strand entlang spazieren, ein bisschen shoppen und zwischendurch ein Eis. Mal gucken, wie das aufgehen wird, weil Grandmommy leider nicht so lange am Stueck laufen kann. Ich freue mich auf jeden Fall darauf und werde selbstverstaendlich berichten :).

Schoenes Wochenende an alle, die das hier lesen und bis bald,
Lilly

Life, Love and Happiness!

Hey,
gestern fing an wie ein echter Sch***-Tag, wurde aber zum Glueck immer besser.

Es fing damit an, dass das Wlan bei uns zuhause nicht ging. Ich konnte also morgens nicht meine WhatsApp-Nachrichten abrufen.Dann haben wir in Chemie mit der Wiederholung des Stoffes angefangen, was irgendwie ein bisschen anstrenged und nervig war. Zusaetzlich wollte ich mit Emilee was die Woche machen, sie muss aber einen Geschichts-Aufsatz schreiben und sich auf ihre Finals vorbereiten (ich vergesse immer, dass das fuer alle ausser mir megawichtig ist ;)), hat also keine Zeit. Das hat mich irgendwie runtergezogen. Dann habe ich beim Mittagessen gemerkt, dass es meine Menschenkenntnis wohl nicht die beste ist, als ich realisiert habe, dass das Maedchen, mit dem ich gedacht hatte, befreundet zu sein, ihre Mitmenschen nur benutzt. Sie meinte, dass sie einen Freund haben will, der fuer sie bezahlt und sie faehrt, wenn sie es braucht, ob wir da jemanden kennen wuerden…okay…

Das Schlimmste (und dem wird jetzt sogar ein eigener Absatz gewidment ;)): Ich hatte mein Handy morgens im Auto meines Gastvaters liegen lassen. Das fehlte mir dann sehr, als mir in Computer Programming langweilig war und ich lesen wollte. Im Bus wollte ich Fotos angucken, weil ich ploetzlich mega Heimweh hatte. Zuhause wollte ich erstmal meine Whats-App-Nachrichten checken und danach mit Musik laufen gehen-wird schwierig ohne Handy, wie mir aufgefallen ist. Ich bin dann ohne Musik gelaufen und habe gemerkt, dass das gar nicht so schlimm ist. Man nimmt seine Umwelt so viel bewusster war. Ich hoerte die Voegel zwitschern (komisch, es ist ja Januar, aber nach unserem Kaelte-Wochenende wird es immer waermer und fruehlingshafter), sah Kinder draussen spielen, zaehlte die Basketballkoerbe in der Nachbarschaft (12 sichtbare), laechelte jeden an, der mir entgegenkam und fuegte noch ein schnelles „hey, how are you?“ hinterher.

Das hat meine Laune irgendwie besser gemacht. Als ich nach Hause kam, mein Gastvater mit Bree vom Zahnarzt zurueck war und ich mein Handy wiederhatte und das Wlan immer noch nicht ging, fand ich das ploetzlich gar nicht mehr so schlimm. Nach dem Laufen war es erst fuenf, ich hatte also noch genug Zeit, um Cookie-Cheesecakes zu backen. Weil jeder Teig je ein Ei enthielt, konnte ich die Menge nicht halbieren, habe jetzt also an die 20 kleine Kalorienboembchen zuhause.Es sollte aber kein Problem werden, Abnehmer dafuer zu finden ;).
Spaeter bin ich mit meinem Gastvater zu einem Musik-Laden gefahren, um meine geliehene Geige zurueck zu geben. Das war ein bisschen traurig, weil das irgendwie schon ein verfruehtes „Sachen packen“ war und mir nochmal vor Augen gefuehrt hat, dass meine Zeit hier bald zu Ende ist. Aber meine Gute Laune und ich haben tapfer gekaempft, um uns gegen die grauen Gedanken zu verteidigen :). Danach sind wir zu „nothing but noodles“ gefahren , wo wir meine Gastmutter getroffen hatte, die gerade erst von der Arbeit gekommen war. Nichts (oder mir faellt grad nichts anderes ein ;)) macht gluecklicher als ein Teller voll mit Nudeln mit Kaese-Sahne Sosse, hach !
Abends bin ich noch mit meiner Gastmutter zu meiner Tante gefahren, die ihr eigentlich „nur schnell was zeigen wollte“. Aber wie das immer so ist, haben sich die beiden-und Bea und ich-verquatscht, sodass wir uns ins Wohnzimmer gesetzt haben. Mein Gastvater, Bree und Carson sind dann spaeter dazugekommen, als sie von unserer spontanen „Family-Party“ erfuhren und es wurde sehr lustig. Das werde ich echt vermissen.

Der Tag fing also ziemlich bloed an, wurde aber zu einem meiner schoensten hier (So schnell kann es gehen mit den Launen eines Teenagers, haha ;)). Ich weiss nicht, irgendwie versuche ich jetzt, wo nur noch so wenig Tage uebrig sind, jeden Tag zu geniessen, um noch so viel wie moeglich aufzusaugen.

Bis bald,
Lilly

Ausschlafen, Final Exams

Hey,
anscheinend war das Glatteis doch schlimm genug, dass die Schule gestern und heute morgen erst um 10 Uhr begann. Der Schultag wird dann „gestaucht“, sodass wir trotzdem um 3 Uhr aushaben. Das ist das Tolle am „2-hour-delay“: Wir muessen nichts nachholen-wie es bei schneefrei der Fall waere- sondern bekommen einfach mehr Zeit zum Schlafen-woran man sich echt gewoehnen koennte ;).

Gestern Abend, als die ganze Familie zusammen sass und die Playoffs (Football) angeguckt hat, ist mir klar geworden, wie sehr ich das alles vermissen werde: meinen (manchmal ;)) nervigen kleinen Gastbruder, Wortgefechte mit Bree, Witze meines Gastvaters,der auf mein verwirrtes Gesicht dann „just kidding, haha“ sagt, meine sarkastische Gastmutter und die Hunde Bono und Mila, die es sich auf meinem Schoss bequem machen.

In der Schule wiederholen wir gerade den ganzen Stoff vom vergangenen Semester, um uns auf die „final exams“ (Finals) vorzubereiten. Diese werden wir in jedem der 4 Faecher, die wir dieses Semester hatten (in meinem Fall Chemie,Sport Medizin, Computer Programming,amerikanische Geschichte), schreiben muessen. Das Gute ist, dass meine Noten ja nicht zaehlen, dass heisst, waehrend alle anderen rumstressen (wuerde ich in Deutschland ja auch tun), dass sie unbedingt noch lernen muessen, kann ich mich ganz entspannt zuruecklehnen :).

Bis bald,
Lilly

Doch kein Schneesturm…

Hey,

ganz so schlimm wie angesagt war der „Schneesturm“ jetzt irgendwie doch nicht :D. Es hatte nicht mal einen inch (ca 2.5cm) geschneit, lange liegen blieb der Spass auch nicht. Aber kalt ist es, sodass wir statt richtigem Schnee eigentlich nur noch Eis uebrig haben, was aber auch nicht schlecht im Winterwunderland ausschaut ;). Deswegem-wurde mir erzaehlt-wird auch so ein grosser Wirbel um den „Schnee“ gemacht: weil die Strassen dann so glatt sind, dass es (ohne Winterreifen) gefaehrlich ist, darauf zu fahren. Ich habe gestern Mittag trotzdem das Haus mit meinem Gastvater verlassen, um einkaufen zu gehen, wobei er aber extrem vorsichtig gefahren ist. Eventuell faellt deswegen morgen frueh die erste Stunde aus-weil die Strassen morgens zu glatt sind, als dass man 16-jaehrige darauf fahren lassen kann-auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass das wirklich passiert, leider von Stunde zu Stunde geringer zu werden scheint (ich will aber aussschlafen! *schmoll*)

Meinem Gastvater und mir ist gestern im Auto aufgefallen, dass ich ja schon in weniger als drei Wochen fliege :'(. Ich wuensche mir manchmal, ich koennte die Zeit einfrieren oder wenigstens ihren Lauf velangsamen: einfach fuer immer (oder noch ein halbes Jahr) hier mit meiner Gastfamilie als amerikanisches High school girl leben, ohne dass ich aelter werde und nach Deutschland zurueck muss, um in die Oberstufe zu kommen. Bloed bloss, dass ich dabei meine deutsche Familie nicht sehen wuerde, die ich nun schon ziemlich vermisse. Egal, ist ja eh nur eine Rumspinnerei 😉

Bis bald,
Lilly